Roadmap für ein zirkuläres Allianzmodell
Project Idea Metadata
- Project Idea Name: Roadmap für ein zirkuläres Allianzmodell
- Date: 4/8/2025 9:23:25 AM
-
Administrators:
Project Idea Description
Welche Herausforderung in der zirkulären Bauwirtschaft adressiert deine Idee? (max. 50 Wörter)
Aktuell liegt es allein an den Bestellenden die Projektziele zu definieren. Die Verantwortung einzelner Akteure endet mit deren Leistungsübergabe. Ohne entsprechende Anreize fühlen sich einzelne Akteure weder für Langlebigkeit noch Verwertung der Ressourcen zum Nutzungsende verantwortlich. Eine integrierte Zusammenarbeit kann dieses Silodenken überwinden und entsprechende Anreize setzen.
Was ist deine Vision zur Lösung dieser Herausforderung? Warum ist dein Ansatz innovativ? Wer profitiert von deiner Lösung? (max. 200 Wörter)
Das Allianzmodell fördert durch integrierte Projektabwicklung Zusammenarbeit und Innovation, fokussiert jedoch auf die SIA-Phasen 1 bis 5 (Strategische Planung bis Realisierung). Die Phasen Bewirtschaftung und Verwertung werden bislang nicht direkt berücksichtigt.
Unsere Vision ist die Kernelemente des Allianzmodells mit Zirkularitätsprinzipien zu koppeln, und den Betrachtungszeitraum auf den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks auszuweiten. Dadurch verschiebt sich der Blickwinkel von den Akteuren hin zum Bauwerk. Dies ist ein innovativer Ansatz, da ein Bauwerk meistens als zeitlich eingegrenztes Projekt aus Akteursperspektive betrachtet wird. Eine langfristige Perspektive und Weitergabe des Bauwerks über Generationen ist heute nicht die Regel.
Die Roadmap soll als strukturierte Prozessbeschreibung dienen, die den Übergang vom aktuellen Modell (Planung und Realisierung) hin zu einem zirkulären Modell mit gesamtheitlicher Lebenszyklusbetrachtung ermöglicht.
Wir wollen klären, wie ein zirkuläres Modell von den Kernelementen des Allianzmodells über den gesamten Lebenszyklus profitieren kann. Dabei wird Zirkularität wird als integraler Bestandteil in den Projektzielen verankert und wirtschaftliche Anreize für nachhaltiges Handeln geschaffen.
Von dieser Roadmap profitieren alle Akteure, die kooperationsorientiert arbeiten und zirkuläre Bauweisen anstreben. Bauherren erhalten Planungssicherheit und wirtschaftliche Vorteile, während Planer und Bauunternehmen von stabileren Prozessen und langfristigen Partnerschaften profitieren. Zudem fördert die Lösung eine ressourcenschonende Bauweise, die sowohl ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig ist.
Wie könnte deine Idee langfristig positive Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft oder Wirtschaft haben? (max. 100 Wörter)
Unsere Idee fördert eine ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung im Bauwesen, wodurch Ressourcen effizienter genutzt, Materialkreisläufe geschlossen und Abfälle reduziert werden. Die Integration der Betriebs- und Verwertungsphase in das Allianzmodell schafft wirtschaftliche Anreize für langlebige, zirkuläre Bauweisen. Dadurch sinken Material- und Entsorgungskosten, während die Wiederverwendung gefördert wird.
Umweltseitig werden Treibhausgasemissionen der Bauindustrie durch eine optimierte Ressourcennutzung verringert. Gesellschaftlich stärkt das Modell Kooperation und Verantwortungsvolles Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass eine Integrierte Projektabwicklung Konflikte reduziert und die psychologische Sicherheit der Beteiligten verbessert. Langfristig entsteht ein nachhaltiger, wirtschaftlich tragfähiger Projektabwicklungsansatz, der ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet.
Welche Annahmen oder Konzepte möchtest du testen? Was planst du während des Booster-Programms, und welches Ergebnis strebst du an? (max. 200 Wörter)
Während des Booster-Programms zeigen wir auf, wie die Kernelemente des Allianzmodells mit den Zirkularitätsprinzipien zusammengeführt und in eine den gesamten Lebenszyklus umfassende Betrachtungsweise integriert werden kann. Konkret sollen zwei Varianten geprüft und miteinander verglichen werden:
- Das Allianzmodell wird auf den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks ausgedehnt.
- Die Anwendung vom Allianzmodell wird wie bisher für die Planungs- und Erstellungsphase beschränkt. Die aus der Lebenszyklusbetrachtung abgeleiteten Anforderungen bezüglich Zirkularität werden ins Allianzmodell integriert und die zur Erreichung notwendigen Anreize hebeigeführt.
Die Betrachtungen erfolgen dabei stets aus dem Blickwinkel des Bauwerks. Das gewährleistet, dass sich das Bauwerk von der Abhängigkeit seiner Schaffer (Bauherr, Planer, Unternehmer) löst, und so der Zirkularitätsgedanke bis am Ende seines mit unter sehr langen Lebenszyklus erhalten bleibt.
Am Ende des cbi Booster-Programms steht eine Roadmap in Form einer strukturierten Prozessbeschreibung. Sie identifiziert die wesentlichen Herausforderungen und skizziert erste Lösungswege. Darauf aufbauend können konkrete Massnahmen abgeleitet werden, um das Allianzmodell in eine vollständige Lebenszyklusbetrachtung miteinzubeziehen.
Unser Ziel ist es, ein praxisnahes Konzept zu entwickeln, das die Umsetzung in realen Bauprojekten erleichtert und langfristig die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des zirkulären Bauens verbessert.
Wurde deine Idee bereits getestet? Falls ja, welche Ergebnisse gab es? Was muss noch geprüft werden? (max. 100 Wörter)
In der Schweiz sind uns keine Bestrebungen der Integration des gesamten Lebenszyklus in ein integriertes Projektabwicklungsmodell bekannt. In Deutschland gibt es frühe Forschungsansätze an der Universität Stuttgart zum Thema Integrierte Projektabwicklung im Lebenszyklusansatz. Diese Forschung hat ergänzende Ziele identifiziert, die sich insbesondere auf die Betriebsphase beziehen, wie Energieverbrauch, Reinigung, Instandsetzung oder auch Biodiversität in den Aussenanlagen beziehen. Dort stehen vor allem Modellmodifikationen zur Vergütung im Mittelpunkt. Unsere Roadmap verfolgt hingegen einen offenen Ansatz, der nicht auf die Vergütung beschränkt ist, sondern Anwendenden verschiedene Lösungswege und Prozessansätze aufzeigt.
Wer ist in deinem Team, und welche Expertise bringen die Mitglieder mit? (max. 150 Wörter)
Margarete Olender – Professorin für Prozesse für nachhaltiges Planen und Bauen, Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau FHNW
- Erstautorin der FHNW-Studie Zirkularität Messbar Machen
- Co-Projektleiterin Forschungsprojekt SwissIPD
- Expertin für Projektabwicklungsmodelle, z.B. Integrated Projekt Delivery (IPD), Co-Leitung der Arbeitsgruppe des Deutschen IPA Zentrums «IPA im Lebenszyklus» (IPA = Integrierte Projektabwicklung/IPD)
- Projektleiterin des Forschungsprojekts Zirkularität Messbar Machen der FHNW
- Expertin für interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere bei komplexen Projekten mit hohen Anforderungen
Aufgabe im Projekt: Durchführung des Projekts
Konrad Graser – Dozent, digitale Bauprozesse und -management, Institut Bautechnologie und Prozesse, ZHAW
- Co-Projektleiter Forschungsprojekt SwissIPD
- Projektleiter Subprojekt “Delivery Models for Circular Construction”, Innosuisse Flagship SWIRCULARAufgabe im Projekt: Durchführung des Projekts
Emanuel Zweifel (Steinmann Ingenieure AG)
- Kommissionsmitglied der SIA 2065 Planen und Bauen in Projektallianzen
Aufgabe im Projekt: Praxispartner, Sounding Board
Wie planst du, die erforderlichen Drittmittel (10 % der Gesamtfördersumme) aufzubringen? (max. 100 Wörter)
Einwerben von Drittmitteln über Verbände, öffentliche Hand oder alternativ über Eigenleistung der FHNW und ZHAW.
Zirkuläres Bauen erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit. Heute wirken fragmentierte Prozesse und konkurrierende Ziele von Akteuren einer innovationsfreundlichen Zusammenarbeit entgegen. Auf Kooperation ausgelegte Vertragsmodelle wie das Allianzmodell SIA 2065 bieten zusammenarbeits- und innovationsfreundliche Strukturen für die Planungs- und Ausführungsphase. Um den Lebenszyklus zu schliessen, wollen wir die Kernelemente des Allianzmodells so in das Zirkularitätsprinzip integrieren, dass das Bauwerk über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg maximal profitiert.