Pilot Food Quartiere Ernährungsumgebungen als Schlüssel zu Klimaschutz, Biodiversität und Gesundheit
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- Project Idea Name: Pilot Food Quartiere Ernährungsumgebungen als Schlüssel zu Klimaschutz, Biodiversität und Gesundheit
- Date: 5/22/2025 2:01:22 PM
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Administrators:
Project Idea Description
Food Quartiere Basel – Machbarkeitsstudie für ein nachhaltiges Stadt-Land-Ernährungsmodell
Die Initiative „Food Quartiere“ ist als langfristig angelegtes, skalierbares Transformationsprojekt konzipiert. Um dieses ambitionierte Vorhaben wirksam und zielgerichtet umzusetzen, ist ein zweistufiges Vorgehen vorgesehen:
1. Machbarkeitsstudie (Phase 1 – Gegenstand dieses Antrags)
Im Rahmen des InnoBoosters soll eine wissenschaftlich fundierte und partizipativ entwickelte Machbarkeitsstudie entstehen. Diese bildet die Grundlage für das nachgelagerte Pilotprojekt. Die Studie analysiert Ausgangslage, Zielbild, beteiligte Akteure, potenzielle Massnahmen und notwendige Strukturen für die Umsetzung der Food Quartiere im Raum Basel.
2. Pilotprojekt (Phase 2 – Umsetzung ab 2026)
Basierend auf der Machbarkeitsstudie wird ein Pilotprojekt im Versorgungsraum Basel-Stadt-Land realisiert. Ziel ist es, Food Hubs zu etablieren, Zielvereinbarungen mit Betrieben einzuführen und Interventionen in der Ernährungsumgebung (z. B. Quartierkarte, Aktionswoche) umzusetzen. Dieses Pilotprojekt dient als übertragbare Blaupause für andere Regionen in der Schweiz.
Welches grundlegende Problem adressiert ihr? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?
Ernährung ist einer der stärksten Hebel zur Erreichung der Agenda 2030 – und zugleich Treiber der Biodiversitäts- und Klimakrise sowie steigender Gesundheitskosten. Doch urbane Räume, wie auch Basel, verfügen bislang über keine integrierten Strategien oder Strukturen, um gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag wirksam zu fördern.
Systemische Ausgangsannahmen:
- Ernährungsverhalten entsteht im Kontext – nicht im Kopf; Es wird weniger durch Wissen als durch strukturelle Bedingungen geprägt (DONE-Framework). Verhalten ändert sich nur, wenn gesunde und nachhaltige Optionen im Alltag leicht zugänglich sind.
- Ernährungsumgebungen sind gestaltbar; Lokale Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Sozialraum können gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen.
- Transformation gelingt nur gemeinsam; Einzelprojekte reichen nicht. Es braucht kollektive Verantwortung und vernetzte Ansätze im Quartier.
- Was lokal funktioniert, lässt sich regional skalieren; Ein Pilot im Versorgungsraum schafft Strukturen, Wissen und Werkzeuge für übertragbare Lösungen.
Fazit:
Das grundlegende Problem ist das Fehlen systemisch gestalteter, zugänglicher und nachhaltiger Ernährungsumgebungen in Städten. Unser Ansatz setzt genau hier an und entwickelt integrierte, gemeinsam getragene Lösungen für den Alltag.
Soziale Innovation bedeutet für uns der Versuch alltägliche Gewohnheiten, die von vielen Menschen in einer Gesellschaft geteilt werden, zu verändern oder neu zu gestalten (z.B. unsere gewohnte Arten und Weisen zu reisen, zu wohnen, uns zu ernähren etc.).
Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie „Food Quartiere Basel“ analysieren wir, wie nachhaltige Ernährungsgewohnheiten im urbanen Raum systematisch gefördert werden können. Die Studie bildet die Grundlage für ein späteres Pilotprojekt.
Zu untersuchende und zu verändernde Gewohnheiten:
- Auswahl und Einkauf von Lebensmitteln: Wie kann der Umstieg von konventionellen zu nachhaltigen, regionalen Produkten erleichtert werden?
- Essverhalten zu Hause, unterwegs und in Gemeinschaftseinrichtungen: Wie lassen sich gesundheits-, klima- und biodiversitätsfreundliche Ernährungsweisen fördern?
- Gemeinschaftliche Ernährungskultur: Wie können gemeinschaftliche, niedrigschwellige Angebote im Quartier gestärkt werden?
Analysierte und erprobte Ansätze:
- Food Hubs als Bindeglied zwischen Land und Stadt: Die Studie prüft, wie Landwirt:innen ihre Produkte an regionale Food Hubs liefern können, die als Verteilzentren dienen. So werden regionale Lebensmittel effizient in die Stadtquartiere gebracht, neue Absatzkanäle für die Landwirtschaft geschaffen und der Land-Stadt-Graben geschlossen.
- Partizipative Ernährungsumgebungen: Es wird untersucht, wie Quartiere so gestaltet werden können, dass nachhaltige Optionen im Alltag sichtbar und leicht zugänglich sind (10–15 Minuten Radius).
- Modulare Zielvereinbarungen: Die Studie entwickelt ein Modell, wie Betriebe schrittweise zu nachhaltiger Angebotsgestaltung motiviert und begleitet werden können.
- Kollektive Umsetzung: Die Studie legt dar, wie Bevölkerung, Betriebe und Verwaltung gemeinsam Lösungen entwickeln und Synergien nutzen können.
- Agrarökologische Prinzipien: Es wird geprüft, wie saisonale, ressourcenschonende und biodiversitätsfördernde Angebote im Alltag verankert werden können.
Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?
Das Pilotprojekt Food Quartiere Basel bringt zentrale Akteur:innen des Ernährungssystems auf Quartiersebene zusammen – und schafft konkrete Mehrwerte:
Produzent:innen & Landwirtschaft
Neue Absatzwege, direkte Stadt-Land-Verbindungen, Sichtbarkeit agrarökologischer Produkte.
Lokale Betriebe & Gastronomie
raxistauglichen Orientierungsrahmen für nachhaltigere Angebote durch modulare Zielvereinbarungen. Sichtbarkeit, fachlicher Begleitung und besserer Verankerung im Quartier.
Zivilgesellschaft & Bewegungen
Stärkung bestehender Initiativen, Synergien im Quartier.
Bewohner:innen des Quartiers
Besserer Zugang zu nachhaltigen Lebensmitteln im Alltag und bewusstere Konsumentscheidungen.
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
Konsortium bestehend aus:
- Feld zu Tisch (bringt Konsument:innen, Produzent:innen, Gastronomie und Handel an einen Tisch und verknüpft sie mit partizipativen Formaten und innovativen Ansätzen.)
- Lebensmittelnetzwerk Basel (ist ein aktives Netzwerk von Betrieben, Initiativen und Einzelpersonen, die sich für nachhaltige Lebensmittelproduktion, faire Verteilung und lokale Versorgung stark machen.)
- Markthalle Basel (ist ein lebendiger Begegnungs- und Versorgungsort mitten in Basel.)
- PRE – Genuss aus Stadt und Land (initiiert und begleitet innovative Projekte an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Stadt und Gesellschaft.)
- SDSN Schweiz (unterstützt mit der Initiative #AvenirAlimentaire die Transformation des Ernährungssystems mit wissenschaftlich fundierten und kollektiv getragenen Lösungsansätzen.)
- Kanton Basel Land
Projektteam:
- Christoph Schön (Markthalle Basel, Feld zu Tisch, Lebensmittelnetzwerk) > Netzwerk, Stimme Wertschöpfung/Produktion
- Felicia Schäfer (Feld zu Tisch, Lebensmittelnetzwerk Basel) > Netzwerk, Stimme Wertschöpfung/Produktion
- Urs Giezendanner (Kanton Basel Land) > Vernetzung mit Stadt, Kanton, Politik
- Lena Dangla (PRE - Genuss aus Stadt und Land) > Schnittstelle von Landwirtschaft, Stadt und Gesellschaft
- Carole Küng, Claudia Stürzinger, Mara Kessler (SDSN Schweiz) > Initiatorin, Leitung Expertenpanel SDSN & Projektleitung
Wissenschaftspartner
- Expertenpanel SDSN für Praxisleitfaden Ernährungsumgebungen
- Fachhochschule Nordwestschweiz
- Prof. Dr. Michael von Kutzschenbach > Professor für Nachhaltige Entwicklung mit Schwerpunkt auf transformativer Forschung und Nachhaltigkeitsgovernance.
- Dr. Lena Bloemertz > Geografin und wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Spezialisierung auf nachhaltige Landnutzung, partizipative Prozesse und räumliche Gerechtigkeit.
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Raum Basel
Im Pilotprojekt (2022–2023), mitinitiiert von Feld zu Tisch, wurde gemeinsam mit der Kurierzentrale eine effiziente Logistiklösung für regionale Kleinproduzenten erprobt: Über eine zentrale Sammelstelle in Sissach konnten Lebensmittel innerhalb von 10–15 Minuten gebündelt eingesammelt und zuverlässig in die Stadt verteilt werden. Das Modell zeigt, wie auch dezentral und kleinteilig produzierte Ware dank smarter Infrastruktur und Kooperation ihren Weg effizient in den urbanen Raum findet.
Schweizer Beispiele & Anknüpfungspunkte
- Weissbuch Städtische Ernährungspolitik (Universität Bern & 9 Schweizer Pojektpartnerstädte, u.A. Basel)
- Stadt Zürich – Ernährungspolitik & Netto-Null-Quartiere
Internationale Learnings
- EU-Projekt „Food Trails“ (z.B. Mailand)
- Projekt „EAT Lancet City Challenge“ (z. B. Kopenhagen)
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Test-Mainstreaming, Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, usw.)? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?
Im Booster entwickeln wir eine partizipative Machbarkeitsstudie für das Pilotprojekt Food Quartiere Basel. Ziel ist es, mit relevanten Akteur:innen gesunde, nachhaltige und sozial gerechte Ernährungsumgebungen auf Quartiersebene systemisch und praxisnah zugestalten.
Dazu nutzen wir drei Hebel:
- Strukturen schaffen: Konzeption lokal verankerter Food Hubs als Koordinationszentren.
- Kooperation ermöglichen: Entwicklung modularer Zielvereinbarungen für Betriebe.
- Beteiligung und Wirkung stärken: iedrigschwellige Pilotformate wie. eine kulinarische Quartierwoche, eine digitale Angebotskarte oder partizipatives Monitoring.
Erwartete Ergebnisse des Boosters
- Umsetzungsreife Machbarkeitsstudie mit klarer Zielarchitektur
- Zielvereinbarung-Logik für Betriebe basierend auf demwissenschaftlichen Praxisleitfaden Ernährungsumgebungen & Choice Architecture
- Ein konzeptioneller Rahmen für Food Hubs
- Andenken erster Pilot-Formate
- Stakeholder-Mapping & beginnende politische Verankerung im Pilot-Versorgungsraum
Der InnoBooster ermöglicht die Entwicklung einer fundierten Machbarkeitsstudie, die als strategische Grundlage für das Pilotprojekt „Food Quartiere Basel-Stadt-Land“ dient und ein systemisches Modell für nachhaltige Ernährungsumgebungen im 10–15-Minuten-Radius vorbereitet.
Langfristig soll das Modell auf weitere Versorgungsräume in der Schweiz übertragen werden – unterstützt durch einen Leitfaden (“How to Food Quartier”), Peer-Learning und Wissenstransfer.
Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen (wenn ja, wem?), Verknüpfung mit der Verwaltung usw.)? Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
VomBooster erhoffen wir uns strategisches Sparring und Expertise in urbaner Governance, sozialer Innovation, partizipativer Stadtentwicklung, Food Hub-Design, Trägerschaftsmodellen und Wirkungsmonitoring.
Ziel ist es, tragfähige Kooperationen zu entwickeln, neue Umsetzungspartner zu gewinnen und die nationale Skalierbarkeit vorzubereiten.
Wir könnten uns vorstellen, dass ein Partner wie UrbanEquipe aus Zürich viele dieser Punkte abdecken könnte.
Wertvoll wären ausserdem Impulse zu: der skalierbaren Ausgestaltung von Food Hubs, finanzierungsfähigen Modellen für öffentliche-private Trägerschaften, dem Aufbau von Monitoring- und Wirkungssystemen für Ernährungsumgebungen.
Wie viel Budget fordert ihr von uns für was (maximal CHF 22’500 inkl. Expert:innen-Gutscheine)?
Wir beantragen für die Machbarkeitsstudie mit den oben aufgeführten Leistungen das maximale Budget von 19’000 CHF plus die 3’500 CHF Expertinnen-Gutscheine (Gemäss Richtlinien vom 26.3.2025) um eine möglichst vollständige und breit abgestützte Grundlage für das Pilotquartier zu ermöglichen.
„Food Quartiere“ ist ein partizipativer Pilot im Wirkungsraum Basel zur Gestaltung gesunder, nachhaltiger Ernährungsumgebungen im 10–15-Minuten-Radius. Der Pilot zeigt, wie Ernährung als Hebel für Klima, Biodiversität und Gesundheit lokal genutzt werden kann. Ziel ist es, auf Quartiersebene wirksame Choice Architectures zu schaffen – getragen von Betrieben, Multiplikator:innen und Verwaltung, mittels modularen Zielvereinbarungen, lokale Food Hubs & agrarökologische Prinzipien – skalierbar auf weiter Städte.