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Kork-Lehmstein in der Schlössli-Scheune Kirchdorf

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Kork-Lehmstein

Wir wollen mit natürlichen Materialien bauen und Materialien upcyclen, um den CO2 Austoss im Neubau in der alten Hülle möglichst tief zu halten. Dazu entwickeln wir einen Kork-Lehmstein.


Da wir für die Produktion der Kork-Lehmsteine und das Korkgranulat für die Isolationsschüttung ca. 4’000’000 Korkzapfen benötigen, haben wir in der ganzen Umgebung zur Schüür Korkzapfensammlungen eingerichtet. Dadurch sensibilisieren wir die Menschen und beugen der Wegwerfgesellschaft entgegen. Zudem sortiert eine Behindertenwerkstatt einen Teil des Korks für uns. Wir verfolgen also mit den Sammelstellen und der Integration der Behindertenwerkstätten einen sozial partizipativen Ansatz.


Konkret sortieren wir den Kork (mehrheitlich Korkzapfen) von Fremdstoffen (Aludeckel/-bügel, Plastikkork, etc.) und Schreddern diesen zu einem Granulat mit maximal einem Zentimeter Korngrösse. Dieses mischen wir mit Lehmpulver, welches wir aus Lehm gewinnen, den wir aus Bauaushubsgruben übernehmen können (normalerweise müssen solche Lehmschichten in Deponien entsorgt werden), trocknen und pulverisieren diesen. Das Korkgranulat mischen wir mit dem Lehmpulver und Wasser, pressen Steine und lassen diese lufttrocknen, bevor wir sie verbauen.


Der Kork-Lehmstein hat viele positive bauphysikalische Eigenschaften: Er ist dampfdiffusionsoffen (5–10μ), kann grosse Mengen an Feuchtigkeit speichern und abgeben, hat gute Schallschutzeigenschaften und hat mit seiner geringen Dichte (0.55) gute Wärmedämmeigenschaften (0.15 Watt (mk)).


Im Fokus dieser innovativen Entwicklung steht die wissenschaftliche Begleitung und Bewertung. Dank dieser sollen Aussagen darüber gemacht werden können, wie viel Treibhausgasemissionen durch den Kork-Lehmstein eingespart werden, sich diese neue Technik auf die Ökobilanz auswirkt und ob/welche Hindernisse auftreten. Zusätzlich soll geprüft werden, wie sich der Stein ökonomisch verhält, um zukunftsfähig zu sein.


Welches Problem löst die Idee?

Obschon Kork ein sehr wertvoller, langlebiger und nachwachsender Rohstoff ist, landet er in der Schweiz mehrheitlich im Abfall. Jährlich werden über 6000 Tonnen Kork weggeworfen, zumeist in Form von Flaschenkork. Heutzutage kommt rezyklierter Kork im grösseren Stil nur in der Automobil-und der Raumfahrtindustrie als Dämmstoff zum Einsatz. Jedoch wäre er gerade in der Bauwirtschaft ein sehr geeigneter Naturstoff.

Auch Lehm, obschon ein sehr altbewährter, natürlicher und nicht degenerativer Baustoff, wird noch viel zu wenig genutzt.

Beide Materialien liegen unmittelbar vor unserer Haustüre und sind de facto ein Wegwerfprodukt unserer Gesellschaft. Mit dem Kork-Lehmstein stellen wir also einen hochwertigen, natürlichen Baustoff her, der aus zwei Wegwerfprodukten klimapositiv hergestellt werden kann. Weder lange Transportwege noch hoher Energieaufwand müssen geleistet werden, da der Rohstoff in unmittelbarer Nähe liegt und die Steine nicht gebrannt werden müssen. Zudem kann der Stein bei einem allfälligen Rückbau in Wasser gelegt werden. Dadurch löst sich er sich in seine zwei ursprünglichen Rohstoffe auf. Sowohl der Lehm als auch das Korkgranulat können ohne downcycling wiederverwendet werden.


Wer sind die Kunden und wie werden sie von der Lösung profitieren?

Der Kork-Lehmstein soll bekannt werden und alle interessierten Bauherrschaften, Architekt*innen, Ingenieur*innen usw. sollen Zugang zu unseren Erfahrungen erhalten. Der Stein ist einfach replizierbar UND einfach in der Produktion.


Welche Personen/Unternehmen sind Teil des Teams und welche Rolle spielen sie?


Wie wirkt sich die Idee positiv auf die Umwelt aus?

Lokale, wiederverwendbare und natürliche Rohstoffe werden zu einem breit einsetzbaren Baustoff vereint. Der Einsatz des Kork-Lehmstein in der Bauwirtschaft hat somit eine äusserst positive Wirkung auf zukünftige Gebäude-Ökobilanzen (vgl. Abschnitt zum CBI Booster).


Wurde die Idee bereits getestet? Wenn ja, wie?

Auf dem Markt gibt es Leichtlehmbausteine. Diese bestehen jedoch aus Lehm/Stroh oder Lehm/Hanf. Kork jedoch hat eine bessere Isolationsfähigkeit, weshalb wir in dem Kor-Lehmstein ein grosses Potenzial sehen. Erste Prototypen wurden von uns bereits hergestellt und verschiedene bauphysikalische Tests durchgeführt.

In Süddeutschland hat in den 1990-Jahren ein Projekt stattgefunden, wo Kork-Lehmsteine im Rahmen eines Sozialprojektes gefertigt wurden. Wir sind im Austausch mit den ehemaligen Projektleitern.


Woran würdet ihr während der Booster-Förderung arbeiten?

Mit dem Booster wird ein wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung eines am Bau marktfähig und vorteilhaft einsetzbaren, zukunftsfähigen Kork-Lehmsteins geleistet: in statischer Hinsicht, in Bezug auf die Dämmung, die Feuerfestigkeit und die Wirtschaftlichkeit.

Beim Booster liegt der Fokus auf die Ökobilanzbetrachtung: Wie hoch ist das ökologische Potential des Kork-Lehmsteins im Vergleich zur konventionellen Bauweise?


Was werdet ihr am Ende des Booster-Programms als Endprodukt der Förderung vorlegen?


Was erhofft ihr euch vom Booster?

Die finanzielle Unterstützung wird als wertvoller Beitrag gesehen an die Entwicklung des zukunftsfähigen Kork-Lehmsteins. Mit der wissenschaftlichen Begleitung soll die Basis für die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis gelegt werden. Das Argumentarium liefert das ideale Kommunikationsmittel zur Gewinnung von Umsetzungspartner*innen, welche mit ihrem Know-how den Produktionsprozess langfristig verbessern werden.

Mit der Förderung aus dem Booster wird sichergestellt, dass der Kork-Lehmstein als wertvoller und zukunftsfähiger Baustoff erkannt und verbaut wird. Dadurch wird das Bauen der Zukunft nachhaltiger!

Wir bauen die grösste Scheune im Kanton Bern zu einem Tiny-Haus-Dorf aus und kreieren einen Ort der gelebten Nachhaltigkeit. Es entsteht gemeinschaftlich-integrativer Lebens- Arbeits- Kultur- Bildungs- und Erholungsraum. Indem wir die private Wohnfläche pro Kopf auf 20 m2 beschränken und dem Shared-Spaces einen grossen Stellenwert geben reduzieren wir den Footprint an der Quelle.

Zudem bauen wir mit recyclierbaren oder recyclierten Materialien und entwickeln in diesem Rahmen einen neuen Kork-Lehmstein.