AI Quick Summary
Züri Teilt entwickelt eine Mobile-App, mit welcher Zürcher*innen in ihrer Nachbarschaft benötigte Gegenstände anfragen und Übergabetermine vereinbaren können. Somit soll der Ressourcenverbrauch gesenkt und die soziale Interaktion in der Nachbarschaft gefördert werden.Das Projekt setzt sich für bewusstere und nachhaltigere Konsummuster in Zürich ein, im Hinblick auf eine ressourcenbasierte Kreislaufwirtschaft. Nutzen statt besitzen soll zur Normalität werden und sich als Alternative zum Kauf etablieren.
Welches Problem möchtet ihr lösen? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?Die Schweiz konsumiert 2,5-mal mehr Umweltleistungen und -ressourcen als global verfügbar sind pro Person. Unser Konsumverhalten ist somit nicht nachhaltig und wir leben auf Kosten künftiger Generationen und anderer Erdteile [1].Die meisten Menschen in der Schweiz und in Zürich kaufen und besitzen vieles, was sie nur selten brauchen. Es besteht daher grosses Potential, Ressourcen effizienter und nachhaltiger zu nutzen. Sharing kann hier eine vielversprechende Lösung sein, vor allem in dichten urbanen Regionen. Es trägt zur ökologischen (Reduzierung unseres Fussabdrucks, weniger Ressourcenverbrauch), ökonomischen (Einsparung von Anschaffungs- und Lagerkosten) und sozialen Nachhaltigkeit bei (Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen, Resilienz der Gemeinschaft). [2]Nutzen statt besitzen soll also - wo möglich - zur Normalität werden. Aber wie kann sich dieser Ansatz weiter verbreiten? Frühere Forschungsstudien (z.B. [2]) haben betont, dass die Haupthindernisse für die Teilnahme und das Wachstum von Tauschgemeinschaften (a) soziale Barrieren bei der Kontaktaufnahme mit Nachbarn und (b) die mangelnde Sichtbarkeit der Gemeinschaftsaktivitäten sind.Hier können wir mit gut gestützten Designentscheidungen als eine von vier zentralen Zutaten für klimagerechte Praktiken (FUS Workshop 21.8.) wichtige Hebel setzen. Züri teilt bietet im bisherigen Prototyp bereits einen unter diesem Gesichtspunkt entwickelten Lösungsansatz für den Abbau von sozialen Barrieren - eine unauffällige und schrittweise Annäherung an die Nachbarn durch das Versenden einer unpersönlichen Anfrage über den benötigten Gegenstand an einen Pool von teilnehmenden Nachbarn (als Kontrast zur direkten Bitte an eine Person).In diesem InnoBooster wollen wir uns mittels Daten aus der Pilotphase (mit bereits 5500 Nutzer*innen) speziell auch auf das Verständnis und die Visualisierung von Gemeinschaftsaktivitäten und -interaktionen konzentrieren, um ein hohes Mass an Engagement und Beteiligung aufrechtzuerhalten. Somit können wir in einem zweiten Schritt über das Visualisieren und Informieren über Aktivitäten und auch Potentiale des Community Sharings einen weiteren zielbringenden Fokus setzen. Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?Es braucht gut funktionierende, attraktive Alternativen zum Kauf von Dingen. Sharing muss in den Köpfen präsent und einfach anwendbar sein, damit zukünftige Konsumentscheide bei einer breiten Bevölkerungsgruppe entsprechend beeinflusst werden können.Züri teilt erleichtert hier das Erstellen von Anfragen für benötigte Dinge (z.B. ein Zelt, eine Bohrmaschine) und sendet diese Anfrage an die teilnehmenden Nachbarn innerhalb eines definierten Radius und ermöglicht es so, Nachbar*innen schnell und unkompliziert zu erreichen. Die Nachbarn können auf diese Anfrage antworten und einen Austausch über den integrierten Chat vereinbaren [3].Somit soll eine greifbare Alternative zum Kauf entstehen, welche es auf unkomplizierte Art ebenso ermöglicht, sich unter Nachbar*Innen zu vernetzen.Wir möchten Züri Teilt über verschiedene Zugänge weiterdenken und Community Sharing als weit verbreitete, alltägliche präsente, klimagerechte Praktik in Zürich etablieren. Zum einen haben wir hierzu mit unserem Hintergrund und Kompetenzen in Design die Möglichkeit, in punkto Usability und vermittelnder Wirkung Varianten zu konzipieren (z.B. auch Ansätze Universal Design, Gamification), zu testen und auf ihre Wirksamkeit zu prüfen, und mit den Kompetenzen im Bereich digitale Konzeption und Entwicklung die Ansätze auch umzusetzen und als Tool zur Verfügung zu stellen (Empowerment). Zum anderen möchten wir die bisherigen Gespräche mit der Stadt Zürich weiterführen und Möglichkeiten prüfen, wie Städte dazu beitragen könnten, neue Gewohnheiten, neue kulturelle Praktiken zu legitimieren und zu etablieren. Um Potentiale zu vermitteln und zu inspirieren, möchten wir zum einen wie erläutert Community Interaktionen analysieren und visualisieren und zum anderen aber auch Synergien mit ähnlichen Initiativen schliessen, um uns gegenseitig zu unterstützen und eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe zu erreichen.Wer wird von der Lösung profitieren und wie?Unsere Zielgruppe sind sämtliche Zürcher Stadtbewohner*innen.Laut einer von der Universität Zürich 2019 durchgeführten Studie mit Pumpipumpe - sharing community als Praxis Partner (siehe [2]) motivieren sowohl die Benefits im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit wie auch der sozialen Interaktion in der Nachbarschaft und der ökonomischen Einsparungen für den Haushalt, in unterschiedlichen Prioritäten. Somit können Teilnehmende (z.B. Verleihende, Ausleihende) auf verschiedene Weise von Sharing Communities profitieren.In diesen multiplen und sich gegenseitig unterstützenden Motivationen sehen wir darüber hinaus grosses Potential von Peer to Peer Sharing Communities, diverse Bevölkerungsgruppen ansprechen zu können, miteinander in Kontakt zu bringen und für eine aktive Partizipation in der Sache zu begeistern.Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?Viele Haushaltsgegenstände werden nur selten genutzt. Sharing in der Nachbarschaft bietet ein grosses Potenzial, die Nutzung der vorhandenen Gegenstände zu maximieren, unnötige Neuanschaffungen zu vermeiden und so den indirekten Ressourcenverbrauch zu reduzieren und damit die Folgen und Auswirkungen der Herstellung neuer Dinge zu minimieren [4].Wir möchten die Menschen zudem animieren, wenn dann in qualitativ hochwertige, langlebige, reparatur- und kreislauffähige Konsumgüter zu investieren. Diese eignen sich auch gut im Kontext der intensiveren, gemeinschaftlichen Nutzung. Dinge, welche selten benutzt werden, können in der Nachbarschaft ausgeliehen werden.Wir stellen uns auch vor, dass verbesserte Interaktionen zwischen Nachbarn als Ergebnis des Teilens von Dingen (z.B. Werkzeugen) die Förderung von Do-it-yourself-Reparaturen, Wiederverwendung und Erneuerung von persönlichen Gegenständen (z.B. ein kaputtes Velo) und Orten (z.B. die Wohnung) gegenüber der Entsorgung und dem Erwerb neuer Dinge erleichtern [5,6] und somit indirekt zum Ziel der Klimagerechtigkeit beitragen können.In diesem Innovationsbooster möchten wir diese Nachbarschaftsinteraktionen analysieren und visualisieren. Eine Idee wäre, einen neuen Mechanismus für die Züri teilt-Community zu schaffen, um Geschichten des Austauschs zwischen Nachbarn zu sammeln und zu teilen. Dabei könnten wir uns auf die Arbeit unseres Forschungspartners in der Vancouver Tool Library stützen [7], wo die Geschichten der Werkzeugnutzung für die Ausleiher zugänglich waren und zu einem Wissensaustausch über DYI-, Reparatur- und Erneuerungspraktiken führten. Dieser Ansatz führte zu einem verstärkten Engagement der Gemeindemitglieder und förderte die Beteiligung und ist auch in Synergie mit weiteren Initiativen wie dem Repair Café, World of Plenty, Sugar Cup und Mining Map denkbar.Gerne würden wir so mittelfristig pro Jahr sechs erfolgreiche Ausleihen pro Zürcher*in erreichen. Gemäss einer von Sharely in Auftrag gegebenen Studie verhindern 100 Ausleihen 52 Neukäufe, somit könnten gut 120'000 Neukäufe pro Jahr in Zürich vermieden werden. 400'000 Stadtbewohner*innen könnten somit durch Community Sharing pro Jahr über 200000 t CO2 einsparen [9].Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?Züri Teilt ist eine Initiative von Pumpipumpe - a sharing community, welche 2012 von Lisa Ochsenbein, Ivan Mele und Sabine Hirsig in Bern gegründet wurde. Seither setzt sich das Team in diesem Rahmen ein für bewusstere, nachhaltigere Konsummuster ein. Pumpipumpe zeigt via Sticker am Briefkasten und einer ergänzenden online Karte ausleihbare Dinge auf und hat mit viel Beachtung von Presse, Publikationen und Ausstellungen international eine Sharing Community mit über 25'000 teilnehmenden Haushalten aufbauen können. Während Pumpipumpe unseren Überfluss aufzeigt und Nachbar*innen zum Ausleihen einlädt, möchten wir mit Züri Teilt ganz nah an den Moment, wo etwas fehlt und wo der Entscheid zum Kaufen oder eben Mieten oder Leihen gefällt wird.Aktiv an der Entwicklung von Züri teilt arbeiten mit Ivan Mele, Robin Oster und Lisa Ochsenbein ein Teil dieses Teams.Ivan Mele ist Experte für Nutzerzentrierte Produkt- und Service-Entwicklung. Er hat Pumpipumpe mitgegründet und das Projekt strategisch und auch operativ begleitet. Bei «Züri teilt» übernahm er die Projektleitung und Kommunikation. Ivan hat 10 Jahre sein eigenes Beratungsunternehmen geführt und unterstützte Startups und Intrapreneure beim prototypisieren und validieren ihrer Ideen. Seit 2021 arbeitet Ivan als Mitgründer und Experience Designer bei einem Startup für nachhaltige Mobilität.Robin Oster bringt seit 2014 seine Expertise in das Pumpipumpe-Team ein, wo er die digitale Konzeption und Entwicklung leitet. 2016 gründete er eine eigene Firma, die inzwischen auf sieben Mitarbeiter angewachsen ist. Mit seiner Firma unterstützt er Startups und Dienstleistungsprojekte bei der Planung und Umsetzung digitaler Lösungen in verschiedenen Branchen. Besonders im Kultur- und Sharing-Economy-Bereich hat er mit Projekten wie dem Walk-in Closet Online Store, der Tatenbank und einer Crowdfunding-Plattform für die Genossenschaft Bad zum Raben wertvolle Erfahrungen gesammelt.Lisa Ochsenbein hat einen Hintergrund in Industrial Design, arbeitete selbstständig an Projekten im Bereich Produkt, Szenografie und Creative Direction und co- initiierte Pumpipumpe und Züri Teilt, wo sie sich mit Projektausrichtung und -entwicklung beschäftigt, wie auch mit Partnerschaften und Vermittlung.Sie unterrichtete in den letzten Jahren an der ABK Stuttgart und an der ZHdK, wo sie auch den Minor Sustainable Design mit aufgebaut hat. Mittels Design auf gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zu reagieren und ebensolchen Wandel auch zu initiieren ist ihre Motivation in Praxis und Lehre. Zirkularität und Zukunftsfähigkeit stehen dabei im Zentrum.Sie hat vielfältige Erfahrung in der Projektkoordination und Entwicklung, insbesondere im Bereich der Inter- und Transdisziplinarität, so zum Beispiel in der langjährigen Tätigkeit als organisatorische Leitung beim Design & Technology Lab (ZHdK/ETH/Partner).Als Forschungspartner wirkt Prof. Dr. Anton Fedosov, Professor für Digital Experience Design am Institut für Interaktive Technologien (IIT) der FHNW mit. Er leitet ein Team der Design & Technology Group am IIT. Seine langjährigen Forschungsschwerpunkte [8] im Bereich der Gestaltung von Technologien zur Unterstützung von Sharing (Economy) Communities sowie der designorientierten Mensch-Maschine-Interaktion machen ihn zum idealen Forschungspartner für die Weiterentwicklung und Skalierung von Züri Teilt. Wir haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich in mehreren Forschungsprojekten zusammengearbeitet, die nicht nur zu Publikationen in hochkarätigen akademischen Medien geführt haben [2,3], sondern auch zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse der Mitglieder der Pumpipumpe-Community beigetragen haben.Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?Wir haben im Rahmen einer durch die Ausschreibung "Für Züri" der Stadt Zürich finanzierten Pilotphase einen App Prototypen sowie eine umfangreiche Kommunikationsstrategie umgesetzt. Diese beinhaltete Kampagnen auf verschiedenen Social Media Kanälen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schärfen. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftszentren (GZs) konnten wir an verschiedenen Stadt- und Quartierfesten teilnehmen, was uns ermöglichte, direkt mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, die Potentiale des Teilens vor Ort zu demonstrieren und direktes Feedback von den Besucher*innen zu erhalten.Die in mehrstufigen Varianten entwickelte, prototypische App Züri teilt ermöglicht es schon heute, Nachbar*innen schnell und unkompliziert zu erreichen und liefert und wertvolle Daten zu Leihverhalten und Motivation der teilnehmenden Stadtbevölkerung.Die in der Pilotphase antizipierte Teilnehmer*innenzahl von 3000 User*innen konnten wir übertreffen und ein grosses Interesse am Projekte, sowie eine rege Aktivität auf der App feststellen.Wir haben mit über 5500 User*innen nun bereits eine gute Basis, um Züri Teilt weiter zu entwickeln und "Acces over Ownership" in Zürich weiter zu promoten.Im Zeitrahmen des Pilots fanden 865 Leih-Anfragen statt. Minimum 21% davon führten zu erfolgreichen Ausleihen, 181 wurden als erfolgreich markiert. Die richtige Zahl ist wohl etwas höher, da die Markierung manchmal vergessen geht. Der Wert liegt aber sicher nicht höher als 294 (34% beantwortete Anfragen).Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Test-Mainstreaming usw.)? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?Für die via FUS beantragte Booster Projektphase würden wir als nächsten Schritt in Zusammenarbeit mit unserem Forschungspartner eine Datenanalyse der Pilotphase vornehmen. Dabei ist es für die weitere Ausrichtung, Entwicklung, Etablierung und somit der Verstärkung der Projektwirkung von grosser Bedeutung, dass wir Interaktionen und Engagement in der Community analysieren, auswerten und visualisieren können und somit das Konzept Züri Teilt auf verschiedenen Ebenen signifikant weiter entwickeln können.Konkret möchten wir bei der Datenanalyse folgende Fragen beantworten: Welche Arten von Objekten werden von den Nachbarn am häufigsten angefragt? Wie hoch ist die Erfolgsquote der Anfragen (d.h. die tatsächlich realisierten Anfragen)? Wie unterscheiden sich Aktivitäten nach Stadtkreisen? Wann finden Interaktionen statt (Tageszeit, Wochentag)? Wie können wir die Interaktionen der Nachbarn in der App unter Berücksichtigung ihrer Datenschutzpräferenzen besser visualisieren? Welche Daten helfen uns zukünftig, das Projekt zu analysieren und zu optimieren?Mit Hilfe von diesen Erkenntnissen möchten wir die nachfolgenden Fragen im Austausch mit Forschungspartner, Expert*innen und Partner*innen im Rahmen der Co-Konzeptualisierungsworkshops untersuchen:Mit welchem Ansatz können wir das Community Sharing weiter verbreiten in Zürich? Wie können Interaktionen dargestellt und die Community auch gegen aussen legendig gehalten werden? Wie kann Sharing aus einer Nische-Idee zum Habitus und somit auch relevant im Hinblick auf Ressourcenschonung werden? Wie können wir systemische Transformation hin zu neuen Gewohnheiten anstossen? Wie wird das Nutzen - wo sinnvoll - zum neuen Besitzen? Wie können die ökologischen, aber auch sozialen und ökonomischen Potentiale von Züri Teilt einer heterogenen Zielgruppe vermittelt werden? Welche Partnerschaften bieten hier Unterstützung und Synergien um gemeinsam mehr Wirksamkeit zu erreichen? Wie können wir mit Züri Teilt ein positives Beispiel setzen, welches in einem weiteren Schritt neben Zürich auch auf andere Städte ausbreiten kann (z.B. Service Public, open source, white labeling) und somit die Hebelwirkung vervielfachen kann?Dabei möchten wir zu bisherigen Gesprächspartnern wie der Stadt Zürich, den Gemeinschaftszentren in Zürich, Transition Zürich, der ZHdK und auch Sugar Cup und World of Plenty weiteren Austausch und Gespräche suchen im Rahmen des Boosters und (weitere) Möglichkeiten zur Vernetzung und Kollaboration prüfen.Über den Co-Creation Workshop vom Future Urban Society Call sind wir zudem in ersten vielversprechenden Austausch gekommen mit dem Repair Café, wie auch Mining Map. Gerne würden wir im Rahmen des Boosters auch diese Kontakte vertiefen und mögliche Synergien prüfen.Am Ende des Boosters liefern wir:– die Datenanalyse, Evaluation und Visualisierung der Pilotphase von Züri Teilt mit relevanten Erkenntnissen zu Partizipationsverhalten und Interaktionen. Inkl. einem interaktiven Proof of Concept zur Sichtbarkeit von Interaktionen unter Nachbarn – Aufbauend auf der Analyse und internen Workshops sowie im engen Austausch mit dem Netzwerk und Expert*innen erarbeitet: Konzeptpapier für die Weiterentwicklung und Ausrichtung von Züri teilt auf den Ebenen Community Building & Partnerschaften, Produkt & Kommunikation, Betrieb & Finanzierung (inkl. ausgearbeiteter Strategie für tragfähige Geschäftsmodelle, z.B. White-Labeling). Dies als Basis für einen weiterführenden Antrag zur Projekt-Umsetzung bei Klimup.Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen, Expert:innenunterstützung usw.)?– Finanzielle Mittel für die zielgerichtete, durchdachte Weiterentwicklung des Projekts– Expert*innenunterstützung– Unterstützung Netzwerk und PartnerschaftenVom Booster erhoffen wir uns die Zeit und Mittel, um in Zusammenarbeit mit Forschungspartnerschaft und Expert*Innen, sowie im Austausch mit zentralen Partner*Innen für die Weiterentwicklung von Züri Teilt und der Promotion von Community Sharing in Zürich den signifikanten nächsten Schritt zu gehen, wie wir aus der Nische hin zum Mainstream einen relevanten Beitrag zum Erreichen der Klimaziele beitragen zu können.Wen brauchst du als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?Prof.Dr. Nicola Ursina Blum wird uns gerne als Expertin in den Bereichen Social Entrepreneurship, Social Innovation und Circular Economy unterstützen.Des weiteren suchen wir Expert*innen aus den Bereichen Community Building und Kommunikation, sowie Life Cycle Analysis.Wie viel Budget fordert ihr von uns für was? (maximal CHF 21’000 + CHF 4’000 für Expert:innen-Gutscheine ). Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.ProjektbudgetCHF 21'000Expert*innen-GutscheineCHF 4'000Quellen:[1] https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/weitere-indikatoren-achhaltige-entwicklung/oekologischer-fussabdruck.html[2] Anton Fedosov, Airi Lampinen, William Odom, and Elaine M. Huang. 2021. A Dozen Stickers on a Mailbox: Physical Encounters and Digital Interactions in a Local Sharing Community. Proc. ACM Hum.-Comput. Interact. 4, CSCW3, Article 240 (December 2020), 23 pages. https://doi.org/10.1145/3432939[3] Anton Fedosov, Lisa Ochsenbein, Ivan Mele, Robin Oster, Maude Rivière, and Ronny Gisin. 2023. Züri teilt: Facilitating Resource Sharing Practices in Neighborhoods. In Proceedings of Mensch und Computer 2023 (MuC '23). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 554–557. https://doi.org/10.1145/3603555.3609312[4] Eli Blevis. 2007. Sustainable interaction design. In Proceedings of the SIGCHI conference on Human factors incomputing systems - CHI ’07, 503. https://doi.org/10.1145/1240624.1240705[5] Nicolas Nova and Anaïs Bloch. 2020. Dr. Smartphone: an ethnography of mobile phone repair shops. IDPUREéditions, Lausanne.[6] John. Thackara and John. 2005. In the bubble : Designing in a complex world. MIT Press[7] Anton Fedosov, William Odom, Marc Langheinrich, and Ron Wakkary. 2018. Roaming Objects: Encoding Digital Histories of Use into Shared Objects and Tools. In Proceedings of the 2018 Designing Interactive Systems Conference (DIS '18). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 1141–1153. https://doi.org/10.1145/3196709.3196722[8] https://scholar.google.com/citations?user=c-RRF0YAAAAJ[9] https://www.sharely.ch/de/umweltnutzen
Project Idea Description
Welches Problem möchtet ihr lösen? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?
Die Schweiz konsumiert 2,5-mal mehr Umweltleistungen und -ressourcen als global verfügbar sind pro Person. Unser Konsumverhalten ist somit nicht nachhaltig und wir leben auf Kosten künftiger Generationen und anderer Erdteile [1].
Die meisten Menschen in der Schweiz und in Zürich kaufen und besitzen vieles, was sie nur selten brauchen. Es besteht daher grosses Potential, Ressourcen effizienter und nachhaltiger zu nutzen. Sharing kann hier eine vielversprechende Lösung sein, vor allem in dichten urbanen Regionen. Es trägt zur ökologischen (Reduzierung unseres Fussabdrucks, weniger Ressourcenverbrauch), ökonomischen (Einsparung von Anschaffungs- und Lagerkosten) und sozialen Nachhaltigkeit bei (Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen, Resilienz der Gemeinschaft). [2]
Nutzen statt besitzen soll also - wo möglich - zur Normalität werden. Aber wie kann sich dieser Ansatz weiter verbreiten?
Frühere Forschungsstudien (z.B. [2]) haben betont, dass die Haupthindernisse für die Teilnahme und das Wachstum von Tauschgemeinschaften (a) soziale Barrieren bei der Kontaktaufnahme mit Nachbarn und (b) die mangelnde Sichtbarkeit der Gemeinschaftsaktivitäten sind.
Hier können wir mit gut gestützten Designentscheidungen als eine von vier zentralen Zutaten für klimagerechte Praktiken (FUS Workshop 21.8.) wichtige Hebel setzen. Züri teilt bietet im bisherigen Prototyp bereits einen unter diesem Gesichtspunkt entwickelten Lösungsansatz für den Abbau von sozialen Barrieren - eine unauffällige und schrittweise Annäherung an die Nachbarn durch das Versenden einer unpersönlichen Anfrage über den benötigten Gegenstand an einen Pool von teilnehmenden Nachbarn (als Kontrast zur direkten Bitte an eine Person).
In diesem InnoBooster wollen wir uns mittels Daten aus der Pilotphase (mit bereits 5500 Nutzer*innen) speziell auch auf das Verständnis und die Visualisierung von Gemeinschaftsaktivitäten und -interaktionen konzentrieren, um ein hohes Mass an Engagement und Beteiligung aufrechtzuerhalten. Somit können wir in einem zweiten Schritt über das Visualisieren und Informieren über Aktivitäten und auch Potentiale des Community Sharings einen weiteren zielbringenden Fokus setzen.
Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?
Es braucht gut funktionierende, attraktive Alternativen zum Kauf von Dingen. Sharing muss in den Köpfen präsent und einfach anwendbar sein, damit zukünftige Konsumentscheide bei einer breiten Bevölkerungsgruppe entsprechend beeinflusst werden können.
Züri teilt erleichtert hier das Erstellen von Anfragen für benötigte Dinge (z.B. ein Zelt, eine Bohrmaschine) und sendet diese Anfrage an die teilnehmenden Nachbarn innerhalb eines definierten Radius und ermöglicht es so, Nachbar*innen schnell und unkompliziert zu erreichen. Die Nachbarn können auf diese Anfrage antworten und einen Austausch über den integrierten Chat vereinbaren [3].
Somit soll eine greifbare Alternative zum Kauf entstehen, welche es auf unkomplizierte Art ebenso ermöglicht, sich unter Nachbar*Innen zu vernetzen.
Wir möchten Züri Teilt über verschiedene Zugänge weiterdenken und Community Sharing als weit verbreitete, alltägliche präsente, klimagerechte Praktik in Zürich etablieren. Zum einen haben wir hierzu mit unserem Hintergrund und Kompetenzen in Design die Möglichkeit, in punkto Usability und vermittelnder Wirkung Varianten zu konzipieren (z.B. auch Ansätze Universal Design, Gamification), zu testen und auf ihre Wirksamkeit zu prüfen, und mit den Kompetenzen im Bereich digitale Konzeption und Entwicklung die Ansätze auch umzusetzen und als Tool zur Verfügung zu stellen (Empowerment). Zum anderen möchten wir die bisherigen Gespräche mit der Stadt Zürich weiterführen und Möglichkeiten prüfen, wie Städte dazu beitragen könnten, neue Gewohnheiten, neue kulturelle Praktiken zu legitimieren und zu etablieren. Um Potentiale zu vermitteln und zu inspirieren, möchten wir zum einen wie erläutert Community Interaktionen analysieren und visualisieren und zum anderen aber auch Synergien mit ähnlichen Initiativen schliessen, um uns gegenseitig zu unterstützen und eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe zu erreichen.
Wer wird von der Lösung profitieren und wie?
Unsere Zielgruppe sind sämtliche Zürcher Stadtbewohner*innen.
Laut einer von der Universität Zürich 2019 durchgeführten Studie mit Pumpipumpe - sharing community als Praxis Partner (siehe [2]) motivieren sowohl die Benefits im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit wie auch der sozialen Interaktion in der Nachbarschaft und der ökonomischen Einsparungen für den Haushalt, in unterschiedlichen Prioritäten. Somit können Teilnehmende (z.B. Verleihende, Ausleihende) auf verschiedene Weise von Sharing Communities profitieren.
In diesen multiplen und sich gegenseitig unterstützenden Motivationen sehen wir darüber hinaus grosses Potential von Peer to Peer Sharing Communities, diverse Bevölkerungsgruppen ansprechen zu können, miteinander in Kontakt zu bringen und für eine aktive Partizipation in der Sache zu begeistern.
Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?
Viele Haushaltsgegenstände werden nur selten genutzt. Sharing in der Nachbarschaft bietet ein grosses Potenzial, die Nutzung der vorhandenen Gegenstände zu maximieren, unnötige Neuanschaffungen zu vermeiden und so den indirekten Ressourcenverbrauch zu reduzieren und damit die Folgen und Auswirkungen der Herstellung neuer Dinge zu minimieren [4].
Wir möchten die Menschen zudem animieren, wenn dann in qualitativ hochwertige, langlebige, reparatur- und kreislauffähige Konsumgüter zu investieren. Diese eignen sich auch gut im Kontext der intensiveren, gemeinschaftlichen Nutzung. Dinge, welche selten benutzt werden, können in der Nachbarschaft ausgeliehen werden.
Wir stellen uns auch vor, dass verbesserte Interaktionen zwischen Nachbarn als Ergebnis des Teilens von Dingen (z.B. Werkzeugen) die Förderung von Do-it-yourself-Reparaturen, Wiederverwendung und Erneuerung von persönlichen Gegenständen (z.B. ein kaputtes Velo) und Orten (z.B. die Wohnung) gegenüber der Entsorgung und dem Erwerb neuer Dinge erleichtern [5,6] und somit indirekt zum Ziel der Klimagerechtigkeit beitragen können.
In diesem Innovationsbooster möchten wir diese Nachbarschaftsinteraktionen analysieren und visualisieren. Eine Idee wäre, einen neuen Mechanismus für die Züri teilt-Community zu schaffen, um Geschichten des Austauschs zwischen Nachbarn zu sammeln und zu teilen. Dabei könnten wir uns auf die Arbeit unseres Forschungspartners in der Vancouver Tool Library stützen [7], wo die Geschichten der Werkzeugnutzung für die Ausleiher zugänglich waren und zu einem Wissensaustausch über DYI-, Reparatur- und Erneuerungspraktiken führten. Dieser Ansatz führte zu einem verstärkten Engagement der Gemeindemitglieder und förderte die Beteiligung und ist auch in Synergie mit weiteren Initiativen wie dem Repair Café, World of Plenty, Sugar Cup und Mining Map denkbar.
Gerne würden wir so mittelfristig pro Jahr sechs erfolgreiche Ausleihen pro Zürcher*in erreichen. Gemäss einer von Sharely in Auftrag gegebenen Studie verhindern 100 Ausleihen 52 Neukäufe, somit könnten gut 120'000 Neukäufe pro Jahr in Zürich vermieden werden. 400'000 Stadtbewohner*innen könnten somit durch Community Sharing pro Jahr über 200000 t CO2 einsparen [9].
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
Züri Teilt ist eine Initiative von Pumpipumpe - a sharing community, welche 2012 von Lisa Ochsenbein, Ivan Mele und Sabine Hirsig in Bern gegründet wurde. Seither setzt sich das Team in diesem Rahmen ein für bewusstere, nachhaltigere Konsummuster ein. Pumpipumpe zeigt via Sticker am Briefkasten und einer ergänzenden online Karte ausleihbare Dinge auf und hat mit viel Beachtung von Presse, Publikationen und Ausstellungen international eine Sharing Community mit über 25'000 teilnehmenden Haushalten aufbauen können. Während Pumpipumpe unseren Überfluss aufzeigt und Nachbar*innen zum Ausleihen einlädt, möchten wir mit Züri Teilt ganz nah an den Moment, wo etwas fehlt und wo der Entscheid zum Kaufen oder eben Mieten oder Leihen gefällt wird.
Aktiv an der Entwicklung von Züri teilt arbeiten mit Ivan Mele, Robin Oster und Lisa Ochsenbein ein Teil dieses Teams.
Ivan Mele ist Experte für Nutzerzentrierte Produkt- und Service-Entwicklung. Er hat Pumpipumpe mitgegründet und das Projekt strategisch und auch operativ begleitet. Bei «Züri teilt» übernahm er die Projektleitung und Kommunikation. Ivan hat 10 Jahre sein eigenes Beratungsunternehmen geführt und unterstützte Startups und Intrapreneure beim prototypisieren und validieren ihrer Ideen. Seit 2021 arbeitet Ivan als Mitgründer und Experience Designer bei einem Startup für nachhaltige Mobilität.
Robin Oster bringt seit 2014 seine Expertise in das Pumpipumpe-Team ein, wo er die digitale Konzeption und Entwicklung leitet. 2016 gründete er eine eigene Firma, die inzwischen auf sieben Mitarbeiter angewachsen ist. Mit seiner Firma unterstützt er Startups und Dienstleistungsprojekte bei der Planung und Umsetzung digitaler Lösungen in verschiedenen Branchen. Besonders im Kultur- und Sharing-Economy-Bereich hat er mit Projekten wie dem Walk-in Closet Online Store, der Tatenbank und einer Crowdfunding-Plattform für die Genossenschaft Bad zum Raben wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Lisa Ochsenbein hat einen Hintergrund in Industrial Design, arbeitete selbstständig an Projekten im Bereich Produkt, Szenografie und Creative Direction und co- initiierte Pumpipumpe und Züri Teilt, wo sie sich mit Projektausrichtung und -entwicklung beschäftigt, wie auch mit Partnerschaften und Vermittlung.
Sie unterrichtete in den letzten Jahren an der ABK Stuttgart und an der ZHdK, wo sie auch den Minor Sustainable Design mit aufgebaut hat. Mittels Design auf gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zu reagieren und ebensolchen Wandel auch zu initiieren ist ihre Motivation in Praxis und Lehre. Zirkularität und Zukunftsfähigkeit stehen dabei im Zentrum.
Sie hat vielfältige Erfahrung in der Projektkoordination und Entwicklung, insbesondere im Bereich der Inter- und Transdisziplinarität, so zum Beispiel in der langjährigen Tätigkeit als organisatorische Leitung beim Design & Technology Lab (ZHdK/ETH/Partner).
Als Forschungspartner wirkt Prof. Dr. Anton Fedosov, Professor für Digital Experience Design am Institut für Interaktive Technologien (IIT) der FHNW mit. Er leitet ein Team der Design & Technology Group am IIT. Seine langjährigen Forschungsschwerpunkte [8] im Bereich der Gestaltung von Technologien zur Unterstützung von Sharing (Economy) Communities sowie der designorientierten Mensch-Maschine-Interaktion machen ihn zum idealen Forschungspartner für die Weiterentwicklung und Skalierung von Züri Teilt. Wir haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich in mehreren Forschungsprojekten zusammengearbeitet, die nicht nur zu Publikationen in hochkarätigen akademischen Medien geführt haben [2,3], sondern auch zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse der Mitglieder der Pumpipumpe-Community beigetragen haben.
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Wir haben im Rahmen einer durch die Ausschreibung "Für Züri" der Stadt Zürich finanzierten Pilotphase einen App Prototypen sowie eine umfangreiche Kommunikationsstrategie umgesetzt. Diese beinhaltete Kampagnen auf verschiedenen Social Media Kanälen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu schärfen. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftszentren (GZs) konnten wir an verschiedenen Stadt- und Quartierfesten teilnehmen, was uns ermöglichte, direkt mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, die Potentiale des Teilens vor Ort zu demonstrieren und direktes Feedback von den Besucher*innen zu erhalten.
Die in mehrstufigen Varianten entwickelte, prototypische App Züri teilt ermöglicht es schon heute, Nachbar*innen schnell und unkompliziert zu erreichen und liefert und wertvolle Daten zu Leihverhalten und Motivation der teilnehmenden Stadtbevölkerung.
Die in der Pilotphase antizipierte Teilnehmer*innenzahl von 3000 User*innen konnten wir übertreffen und ein grosses Interesse am Projekte, sowie eine rege Aktivität auf der App feststellen.
Wir haben mit über 5500 User*innen nun bereits eine gute Basis, um Züri Teilt weiter zu entwickeln und "Acces over Ownership" in Zürich weiter zu promoten.
Im Zeitrahmen des Pilots fanden 865 Leih-Anfragen statt. Minimum 21% davon führten zu erfolgreichen Ausleihen, 181 wurden als erfolgreich markiert. Die richtige Zahl ist wohl etwas höher, da die Markierung manchmal vergessen geht. Der Wert liegt aber sicher nicht höher als 294 (34% beantwortete Anfragen).
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Test-Mainstreaming usw.)? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?
Für die via FUS beantragte Booster Projektphase würden wir als nächsten Schritt in Zusammenarbeit mit unserem Forschungspartner eine Datenanalyse der Pilotphase vornehmen. Dabei ist es für die weitere Ausrichtung, Entwicklung, Etablierung und somit der Verstärkung der Projektwirkung von grosser Bedeutung, dass wir Interaktionen und Engagement in der Community analysieren, auswerten und visualisieren können und somit das Konzept Züri Teilt auf verschiedenen Ebenen signifikant weiter entwickeln können.
Konkret möchten wir bei der Datenanalyse folgende Fragen beantworten: Welche Arten von Objekten werden von den Nachbarn am häufigsten angefragt? Wie hoch ist die Erfolgsquote der Anfragen (d.h. die tatsächlich realisierten Anfragen)? Wie unterscheiden sich Aktivitäten nach Stadtkreisen? Wann finden Interaktionen statt (Tageszeit, Wochentag)? Wie können wir die Interaktionen der Nachbarn in der App unter Berücksichtigung ihrer Datenschutzpräferenzen besser visualisieren? Welche Daten helfen uns zukünftig, das Projekt zu analysieren und zu optimieren?
Mit Hilfe von diesen Erkenntnissen möchten wir die nachfolgenden Fragen im Austausch mit Forschungspartner, Expert*innen und Partner*innen im Rahmen der Co-Konzeptualisierungsworkshops untersuchen:
Mit welchem Ansatz können wir das Community Sharing weiter verbreiten in Zürich? Wie können Interaktionen dargestellt und die Community auch gegen aussen legendig gehalten werden? Wie kann Sharing aus einer Nische-Idee zum Habitus und somit auch relevant im Hinblick auf Ressourcenschonung werden? Wie können wir systemische Transformation hin zu neuen Gewohnheiten anstossen? Wie wird das Nutzen - wo sinnvoll - zum neuen Besitzen? Wie können die ökologischen, aber auch sozialen und ökonomischen Potentiale von Züri Teilt einer heterogenen Zielgruppe vermittelt werden? Welche Partnerschaften bieten hier Unterstützung und Synergien um gemeinsam mehr Wirksamkeit zu erreichen? Wie können wir mit Züri Teilt ein positives Beispiel setzen, welches in einem weiteren Schritt neben Zürich auch auf andere Städte ausbreiten kann (z.B. Service Public, open source, white labeling) und somit die Hebelwirkung vervielfachen kann?
Dabei möchten wir zu bisherigen Gesprächspartnern wie der Stadt Zürich, den Gemeinschaftszentren in Zürich, Transition Zürich, der ZHdK und auch Sugar Cup und World of Plenty weiteren Austausch und Gespräche suchen im Rahmen des Boosters und (weitere) Möglichkeiten zur Vernetzung und Kollaboration prüfen.
Über den Co-Creation Workshop vom Future Urban Society Call sind wir zudem in ersten vielversprechenden Austausch gekommen mit dem Repair Café, wie auch Mining Map. Gerne würden wir im Rahmen des Boosters auch diese Kontakte vertiefen und mögliche Synergien prüfen.
Am Ende des Boosters liefern wir:
– die Datenanalyse, Evaluation und Visualisierung der Pilotphase von Züri Teilt mit relevanten Erkenntnissen zu Partizipationsverhalten und Interaktionen. Inkl. einem interaktiven Proof of Concept zur Sichtbarkeit von Interaktionen unter Nachbarn
– Aufbauend auf der Analyse und internen Workshops sowie im engen Austausch mit dem Netzwerk und Expert*innen erarbeitet: Konzeptpapier für die Weiterentwicklung und Ausrichtung von Züri teilt auf den Ebenen Community Building & Partnerschaften, Produkt & Kommunikation, Betrieb & Finanzierung (inkl. ausgearbeiteter Strategie für tragfähige Geschäftsmodelle, z.B. White-Labeling). Dies als Basis für einen weiterführenden Antrag zur Projekt-Umsetzung bei Klimup.
Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen, Expert:innenunterstützung usw.)?
– Finanzielle Mittel für die zielgerichtete, durchdachte Weiterentwicklung des Projekts
– Expert*innenunterstützung
– Unterstützung Netzwerk und Partnerschaften
Vom Booster erhoffen wir uns die Zeit und Mittel, um in Zusammenarbeit mit Forschungspartnerschaft und Expert*Innen, sowie im Austausch mit zentralen Partner*Innen für die Weiterentwicklung von Züri Teilt und der Promotion von Community Sharing in Zürich den signifikanten nächsten Schritt zu gehen, wie wir aus der Nische hin zum Mainstream einen relevanten Beitrag zum Erreichen der Klimaziele beitragen zu können.
Wen brauchst du als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
Prof.Dr. Nicola Ursina Blum wird uns gerne als Expertin in den Bereichen Social Entrepreneurship, Social Innovation und Circular Economy unterstützen.
Des weiteren suchen wir Expert*innen aus den Bereichen Community Building und Kommunikation, sowie Life Cycle Analysis.
Wie viel Budget fordert ihr von uns für was? (maximal CHF 21’000 + CHF 4’000 für Expert:innen-Gutscheine ). Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.
Projektbudget
CHF 21'000
Expert*innen-Gutscheine
CHF 4'000
Quellen:
[1] https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/weitere-indikatoren-achhaltige-entwicklung/oekologischer-fussabdruck.html
[2] Anton Fedosov, Airi Lampinen, William Odom, and Elaine M. Huang. 2021. A Dozen Stickers on a Mailbox: Physical Encounters and Digital Interactions in a Local Sharing Community. Proc. ACM Hum.-Comput. Interact. 4, CSCW3, Article 240 (December 2020), 23 pages. https://doi.org/10.1145/3432939
[3] Anton Fedosov, Lisa Ochsenbein, Ivan Mele, Robin Oster, Maude Rivière, and Ronny Gisin. 2023. Züri teilt: Facilitating Resource Sharing Practices in Neighborhoods. In Proceedings of Mensch und Computer 2023 (MuC '23). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 554–557. https://doi.org/10.1145/3603555.3609312
[4] Eli Blevis. 2007. Sustainable interaction design. In Proceedings of the SIGCHI conference on Human factors in
computing systems - CHI ’07, 503. https://doi.org/10.1145/1240624.1240705
[5] Nicolas Nova and Anaïs Bloch. 2020. Dr. Smartphone: an ethnography of mobile phone repair shops. IDPURE
éditions, Lausanne.
[6] John. Thackara and John. 2005. In the bubble : Designing in a complex world. MIT Press
[7] Anton Fedosov, William Odom, Marc Langheinrich, and Ron Wakkary. 2018. Roaming Objects: Encoding Digital Histories of Use into Shared Objects and Tools. In Proceedings of the 2018 Designing Interactive Systems Conference (DIS '18). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 1141–1153. https://doi.org/10.1145/3196709.3196722
[8] https://scholar.google.com/citations?user=c-RRF0YAAAAJ
[9] https://www.sharely.ch/de/umweltnutzen
Züri Teilt entwickelt eine Mobile-App, mit welcher Zürcher*innen in ihrer Nachbarschaft benötigte Gegenstände anfragen und Übergabetermine vereinbaren können. Somit soll der Ressourcenverbrauch gesenkt und die soziale Interaktion in der Nachbarschaft gefördert werden.
Das Projekt setzt sich für bewusstere und nachhaltigere Konsummuster in Zürich ein, im Hinblick auf eine ressourcenbasierte Kreislaufwirtschaft. Nutzen statt besitzen soll zur Normalität werden und sich als Alternative zum Kauf etablieren.