Klimagerechtes Wohnen durch Community-Engagement fördern
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- Project Idea Name: Klimagerechtes Wohnen durch Community-Engagement fördern
- Date: 9/6/2024 8:00:49 AM
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Administrators:
Project Idea Description
Klimagerechtes Wohnen
Klimaschutz durch Community-Engagement fördern
Hintergrund und Relevanz:
Klimagerechtes Wohnen im urbanen Raum ist ein entscheidender Faktor, um die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen und gleichzeitig einen lebenswerten, inklusiven Wohnraum für alle zu schaffen. Die tiefgreifenden Auswirkungen des Klimawandels auf Städte erfordern umfassende, systemische Ansätze, die nicht nur technische Lösungen, sondern auch soziale Praktiken und politische Meinungsbildung berücksichtigen. Hier setzt unser Projekt an, indem es Community-Engagement in Vereinen als Schlüsselstrategie für die Mobilisierung breiter Bevölkerungsschichten für klimagerechtes Wohnen untersucht.
Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?
Aktuelle Klimaschutz- und Kommunikationsinitiativen von Verwaltung oder anderen Klimaschutzverbänden, aber auch Parteien und Aktivist*innen erreichen oft nur jene, die bereits für das Thema sensibilisiert sind. Die BKW-Studie “Lebenswerte Zukunft” von 2022 zeigte daneben, dass einerseits 71% der Schweizer*innen der Meinung sind, sie müssten selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, zugleich aber 59% angeben, das Thema Klimawandel nerve sie. Dies führt dazu, dass viele Haushalte, insbesondere in urbanen Räumen, nicht von den Möglichkeiten klimagerechten Wohnens profitieren, da sie schlicht nicht erreicht werden bzw. sich angesprochen fühlen. Die grosse Herausforderung von Klimaschutzinitiativen besteht also darin, auch jene Menschen zu mobilisieren, die bisher wenig Berührungspunkte mit Klimaschutz hatten und in ihrer sozialen Blase verbleiben – ohne sie zu “nerven” oder abzuschrecken. Unsere Hypothese ist, dass Vereine als zentrale soziale Strukturen in der Lage sind, Menschen dort abzuholen, wo sie sind, und sie für Themen wie klimagerechtes Wohnen zu sensibilisieren und zu motivieren. So kann ein systemischer Wandel mit der Hilfe von Vereinen als Multiplikator*innen “von unten” mitangestossen werden.
Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?
In der Schweiz gibt es rund 80.000 bis 100.000 Vereine, die eine Vielzahl von Interessen abdecken. Die Idee unserer Vorstudie ist es, zu analysieren, wie Vereine und deren Mitglieder, die bisher wenig im Bereich Klimaschutz aktiv sind, für das Thema gewonnen werden können. Durch Recherche, Interviews und insbesondere die Untersuchung von zwei spezifischen Vereinen aus den Bereichen Kultur und Sport, die bisher keine Berührungspunkte zum Klimaschutz haben, sollen potenzielle Barrieren in der Klimakommunikation identifiziert und Möglichkeiten zur Verbesserung aufgezeigt werden. Ziel ist es, eine neue/andere Art der Klimakommunikation zu entwickeln, die gezielt auf solche Gruppen zugeschnitten ist und sie zum Handeln motiviert. Dafür werden zu Beginn Wirkungshypothesen entwickelt und überprüft, etwa ob eine an Vereine gerichtete Kampagne, das zur Verfügung stellen von Materialien oder gezielte Schulungen engagierter Vereinsmitglieder zu Klimabotschafter*innen die grösste Wirkung versprechen. Somit können gezielt Herausforderungen im urbanen Raum, wie klimagerechtes Wohnen, angegangen werden.
Wer wird von der Lösung profitieren und wie?
Sollte sich unsere Hypothese im Rahmen der Vorstudie bewahrheiten, profitieren sowohl die Vereine als auch die breitere Gesellschaft. Vereine erhalten neue Impulse für ihre Aktivitäten und können durch ihr Engagement zur Bewältigung der Klimakrise beitragen. Dieser Beitrag und mögliche Herangehensweisen werden innerhalb der Vorstudie eruiert. Durch die zentrale Vorarbeit wird somit nicht nur die Position und Rolle von Vereinen in der Gesellschaft gestärkt, sondern auch das soziale Gefüge, indem sie eine breitere Basis für Klimaschutzmassnahmen schaffen. Durch eine gemeinsame Selbstwirksamkeitserfahrung kann zudem der Zusammenhalt und die Identifikation mit dem Verein gestärkt werden. Letztlich trägt unser Ansatz zu einem umfassenderen systemischen Wandel bei, der für die Bewältigung der Klimakrise notwendig ist, indem Vereine grosse Bevölkerungsgruppen für das Überdenken und Verändern von sozialen Praktiken rund um Wohnen, Konsum und Mobilität motivieren.
Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?
Die Vorstudie dient als Basis für ein zielgruppenorientiertes Hauptprojekt mit Wirkung. Unsere Idee trägt zur Klimagerechtigkeit bei, indem sie abklärt inwiefern bisher unbeteiligte Bevölkerungsgruppen angesprochen werden können, um ihnen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz/-gerechtigkeit zu ermöglichen. Durch die Einbindung von Vereinen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wird sichergestellt, dass klimagerechtes Wohnen nicht nur ein Anliegen einer privilegierten Minderheit bleibt, sondern eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und Beteiligung findet. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die transformative Wirkung des Klimaschutzes im urbanen Raum zu verstärken und eine gerechte Verteilung der Ressourcen und Lasten sicherzustellen.
- Einbeziehung neuer Gruppen: Durch gezielte Klimakommunikation in Vereinen sollen Menschen erreicht werden, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem Thema hatten.
- Erhöhung des Engagements: Die Teilnahme am Klimaschutz wird durch Vereine gefördert/multipliziert, die eine wichtige Rolle im sozialen Gefüge spielen.
- Stärkung des sozialen Zusammenhalts: Durch gemeinsames Engagement im Klimaschutz wird der soziale Zusammenhalt gestärkt.
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
- Jenny Casetti, catta GmbH, Projektleitung, -koordination, Partizipation und Klimakommunikation.
- Petra Bättig-Frey, ZHAW, fachliche Begleitung Vorstudie (Forschungspartnerin)
- Samuel Eberenz, Stiftung Risiko-Dialog, Expertise Stakeholder-Engagement und Klimakommunikation
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Ähnliche Ansätze wurden bereits im Rahmen von Klimakommunikationsinitiativen getestet, jedoch ohne expliziten Fokus auf Vereine, die bisher wenig im Klimaschutz aktiv sind. Die theoretische Fundierung und praktischen Erfahrungen des Netzwerks “Klima kommunizieren” von klimfakten.de, bei dem Samuel Eberenz Mitglied ist, zeigt auf, dass Klimakommunikation häufig über Botschafter*innen mit geteilten Werten, sozialen Normen und Interessen Wirkung entfaltet. Solche Gemeinsamkeiten sind bezeichnend für Vereine. Erste Gespräche mit Vereinsvertreter*innen zeigen ein grundsätzliches Interesse am Thema und legen nahe, dass eine gezielte Ansprache dieser Gruppen vielversprechend sein könnte. In der Vorstudie soll genauer untersucht werden, wie diese Vereine zur Teilnahme an Klimaschutzinitiativen motiviert werden können. Zugleich können wir auf Erfahrungen von Engagements aufbauen, die bereits heute auf Vereinsebene an verschiedenen Hebeln und auf verschiedenen räumlichen Scopes (Schweiz, Alpenraum, Stadt, Quartier) ansetzen: z.B. “Sport schützt Umwelt” von Swiss Olympic (Schweiz), “Music Declares Emergency” (global/Schweiz/Festivals), dem SAC (Alpenraum), dem Verein Klimastadt Zürich (Stadt) oder auch “PARK(ing) Day” von umverkehr (Quartier). Das Transformationswissen und die konkreten Erfahrungen solcher Initiativen werden wir in Interviews abholen.
Woran möchtet Ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Test-Mainstreaming usw.)? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?
Im Rahmen des Boosters möchten wir eine Machbarkeitsstudie durchführen, die untersucht, wie Vereine und deren Mitglieder durch gezielte Klimakommunikation zur Teilnahme am Klimaschutz motiviert werden können. Durch Recherche und Interviews stellen wir Wirkungshypothesen auf und testen diese. Damit bereiten wir den Grund für einen vertieften Test durch partizipative Beobachtung und Umfragen - und die anschliessende Entwicklung einer breit angelegten Kampagne, die Vereine in der ganzen Schweiz erreichen soll.
Wir arbeiten also mit einem mixed-methods Ansatz, der folgende Methoden miteinander kombiniert:
- Recherche (im Rahmen des Boosters)
- Stakeholder- Mapping und erste Interviews (im Rahmen des Boosters)
- Vertiefte Interviews mit Vereinsvertreter*innen, Umfrage mit Vereinsmitgliedern (Folgeprojekt)
- Partizipative Beobachtung (Folgeprojekt)
Am Ende des Boosters wird eine detaillierte Analyse vorliegen, die als Grundlage für das Folge- und letztlich ein Hauptprojekt dient, welches Vereine als Multiplikator*innen und soziale Gefüge nutzt, um mit hoher Reichweite und zugleich spezifischer Ansprache neue Zielgruppen für den Klimaschutz aktiviert.
Für das Folgeprojekt beantragen wir ergänzendes Funding, so dass der Übergang von Booster zu Folgeprojekt möglichst nahtlos abläuft.
Was erhofft Ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partnern, Expertenunterstützung usw.)?
Wir erhoffen uns vom Booster eine fundierte Grundlage, um in einem Folgeprojekt Hypothesen vertieft testen zu können und alsbald ein Hauptprojekt zu entwickeln, das bisher unbeteiligte Bevölkerungsgruppen effektiv in den Klimaschutz einbindet und motiviert ins Handeln zu kommen. Ausserdem suchen wir nach Partnervereinen, Netzwerkpartner*innen, die bereits den Hebel “Vereine” bespielen, und möglichen Expert*innen, die unseren Ansatz aus Transformations-Perspektive challengen uns dabei unterstützen können, innovative Kommunikationsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
Wer braucht ihr als ExpertIn um die Idee weiter voranzutreiben?
Wir benötigen Expert*innen in den Bereichen Sozialwissenschaften und Vereinsarbeit, aber auch bezüglich der Transformation sozialer Praktiken und Normen, die uns helfen, die Bedürfnisse und Barrieren der Zielgruppen besser zu verstehen und geeignete Kommunikationsstrategien zu entwickeln.
Zeitplan
Wann Was
November 24 Finanzierung gesichert (idealerweise auch für Folgeprojekt)
November/Dezember 24 Start Recherche und Stakeholder-Mapping
Januar/Februar 25 Entwicklung Leitfaden Interviews & Durchführung erster Interviews
Februar 25 Verfassen Zwischenbericht (Abschluss Booster)
Februar / März 25 Umfrage & vertiefte Interviews (Folgeprojekt)
März 25 Kontaktaufnahme mit Vereinsvertreter*innen für partizipative Beobachtung (Folgeprojekt)
April/Mai 25 Partizipative Beobachtung & vertiefte Interviews (Folgeprojekt)
Juni 25 Verfassen Schlussbericht, Abschluss Analyse
Budget
Was Stunden Betrag
Projektleitung/-koordination 10 1’600 CHF
Recherche 20 3’200 CHF
Stakeholder-Mapping 25 4’000 CHF
Entwicklung und Umsetzung erste Interviews 30 4’800 CHF
Auswertung & Verfassen Bericht 35 5'600 CHF
Sachkosten (Spesen, Abonnementsgebühren, usw.) 300 CHF
Reserve 500 CHF
Total (Booster) 20'000 CHF
Finanzierungsplan
Wer Betrag Status
Future of Urban Society Booster 20’000 CHF Angefragt
Stiftung Mercator (Folgeprojekt) 30’000 CHF Angefragt
Total 50’000 CHF
Die tiefgreifenden Auswirkungen des Klimawandels auf Städte erfordern umfassende, systemische Ansätze, die nicht nur technische Lösungen, sondern auch soziale Innovationen berücksichtigen. Hier setzt unser Projekt an, indem es Community-Engagement in Vereinen als Schlüsselstrategie für die Mobilisierung breiter Bevölkerungsschichten für klimagerechtes Wohnen untersucht.