MINING MAP Zürich – eine digitale Stadtkarte zum Auffinden von wiederverwertbaren Materialien
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- Project Idea Name: MINING MAP Zürich – eine digitale Stadtkarte zum Auffinden von wiederverwertbaren Materialien
- Date: 9/7/2024 5:09:04 PM
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Project Idea Description
LINK ZUR WEBSEITE: https://zuerich.mining-map.net
Welches Problem möchtet ihr lösen? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?
Nach wie vor ist es so, dass die meisten Materialien in unseren Breitengraden nicht lange genug wertgeschätzt und zu schnell weggeworfen werden. Es ist notwendig, dass sich unsere Verhaltensweisen diesbezüglich ändern. Unsere Karte trägt einen Teil dazu bei. Durch die Karte werden möglichst viele Bewohner:innen der Stadt Zürich für diese Problematik sensibilisiert und Handlungsalternativen angeboten.
Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?
Anhand der Mining Map können Menschen von Stadt und Kanton Zürich einfach an brauchbare Informationen zu Quellen von wiederverwertbaren Materialien kommen. Die digitale Karte hilft dabei, die Schwelle zu nachhaltigem Handeln niedrig zu halten und verschwenderische Verhaltensweisen aufzugeben.
Materialkategorien auf der Webseite zeigen auf, welche unterschiedlichen Materialien in der Stadt unentgeltlich abzuholen sind. Die einzelnen eingezeichneten Punkte sind mit Informationen zu Kontaktperson und Abholzeiten versehen. Wer sich für ein Material interessiert, kann mit dem Unternehmen direkt Kontakt aufnehmen und die Abholung vereinbaren.
Wer wird von der Lösung profitieren und wie?
Einerseits werden die Nutzer:innen von der Karte profitieren, denn sie kommen zu Material, welches ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Aus den Materialeinträgen können zudem Projektideen generiert werden.
Es profitieren die angefragten Institutionen und Firmen, die etwas Sinnvolles mit ihren überschüssigen Materialien machen können und an der Entsorgung sparen.
Um die digitale Karte MINING MAP nicht nur für Zürich, sondern auch für weitere Orte zu einem wichtigen Tool werden zu lassen, ist sie so programmiert, dass die gesamte digitale Struktur der Webseite als Paket an interessierte Kunsthochschulen oder Gruppierungen in anderen Städten weitergegeben werden kann. Diese Institutionen können in ihrer Stadt die MINING MAP als Tool adaptieren. Alle partizipierenden Städte werden auf der MINING MAP WORLD verzeichnet sein.
Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?
Klimagerechtigkeit, verstanden als langfristig klimabewusstes und klimaverbesserndes Handeln aller für alle, ist verfolgtes Ziel unseres Beitrages MINING MAP. Sinnbildlich dafür ist unser Logo für die MINING MAP gewählt: Die Weltkarte ist um 180° gedreht, um die Selbstverständlichkeit auf den Kopf zu stellen, mit welcher Europa auf allen Karten immer oben zu liegen kommt. Dafür gibt es keinen plausiblen Grund. Die Perspektiven müssen sich zwingend ändern. Klimagerechtigkeit bedeutet auch, dass überschüssiges Material nicht mehr in entfernte Länder verschoben und damit unsichtbar gemacht werden darf. Es müssen lokale Lösungen gefunden werden.
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
Die beiden Initiatorinnen des Projektes, Nadia Fistarol (Bühnenbildnerin) und Sarah Burger (Bildende Künstlerin), haben vor rund 3 Jahren angefangen, die MINING MAP ZÜRICH zu entwickeln und umzusetzen. Eine intensive Auseinandersetzung mit umweltfreundlichen Materialein, modularen Strukturen und neuen Arbeitsweisen ist der Background der Projektidee. Beide sind in Zürich und international tätig und vernetzt. Sie sind für die Konzipierung, Umsetzung und von hier an für die Fortführung, Erweiterung und Entwicklung der Karte zuständig.
Beide sind in der Lehre an der ZHdK im Studiengang Szenischer Raum tätig. Ihnen ist es wichtig, ihre Erfahrungen mit der jüngeren Generationen von Künstler*innen aller Bereiche zu teilen, die nach ökologisch nachhaltigen Herangehensweisen im Studium und in ihren Arbeiten fragen.
Sarah Burger (https://sarahburger.ch) ist Künstlerin mit nationaler und internationaler Ausstellungstätigkeit und damit verbunden mit einem grossen internationalen Netzwerk. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit Veränderung, mit Fragen nach der Dauer von Dingen und den Stoffen dieser Welt und dem Zusammenspiel von natürlichen und kulturellen Kräften auseinander. Seit 2019 unterrichtet sie an der Zürcher Hochschule der Künste zeitgenössische Kunstpraxis im Praxisfeld Szenischer Raum/ Bühnenbild, sowie seit 2024 auch Theorie im Minor Critical Thinking.
Nadia Fistarol (https://nadiafistarol.com) arbeitet seit 2004 als freie Bühnen- und Kostümbildnerin für grosse Staats- und Stadttheater, wie auch in der freien Szene im In- und Ausland. Zuletzt war ihr Bühnenbild für «Moise und die Welt der Vernunft» im Frühling 2024 im Pfauen im Schauspielhaus Zürich zu sehen. Seit 2021 leitet sie den Studiengang Szenischer Raum/Bühnenbild im BA und MA an der ZHdK in Zürich. Sie ist Mitinitiatorin der Webseite «StuFF - neue Materialzyklen für Theater und Szenografie» https://www.stuffincycles.com
Unsere Forschungspartnerin Franziska Müller-Reissmann ist die Leiterin des Materialarchives der ZHdK, Inhaltliche Koordinatorin des Vereins Materialarchiv, Zürich, und Dozentin im Designdepartement der ZHdK. Sie hat bereits die ersten Schritte des Projekts beratend begleitet. Im Rahmen ihres Dissertationsprojektes an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe forscht sie zu Materialästhetik der Nachhaltigkeit. Sie ist Expertin im Themenfeld der Roh- und Werkstoffe und beschäftigt sich theoretisch sowie angewandt mit Fragen danach, wie mit Materialien umgegangen werden kann, damit möglichst kein Müll erzeugt wird.
Prof. Niklaus Heeb haben wir als externen Berater für Kommunikationsangelegenheiten angefragt. Er ist Leiter der Fachrichtung Knowledge Visualisation im Departement Design an der ZHdK. Er ist sehr aktiv im Dossier Nachhaltigkeit und tätig am Institut für Designforschung an der ZHdK.
Wir haben uns mit Lisa Ochsenbein getroffen, die ebenfalls ihr Projekt «Zürich teilt» beim «Kreislauf der Dinge» Call eingibt. Mit ihr wollen wir uns regelmässig austauschen und Expertisen und Erfahrungen teilen.
Wir sind wir im Gespräch mit engagierten Personen im ERZ, um eine bessere Übersicht über die Materialzyklen der Stadt zu gewinnen und zu erkennen, an welchen Orten wir uns vielleicht zwischenschalten können, um Materialen vor der Vernichtung zu bewahren.
Nik Emch ist für das Webdesign zuständig. Auch er ist bildender Künstler, engagiert in ökologischen Belangen und übernimmt die Kommunikation mit den Firmen.
Für die Webprogrammation ist FLX Labs (Felix Eggmann) verantwortlich.
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Die Website MINING MAP ist seit einem Jahr öffentlich zugänglich und es sind bis jetzt 28 Orte in 20 verschiedenen Materialkategorien zusammengekommen. Darunter sind fast alle Theaterhäuser und Museen der Stadt und viele Einzelgeschäfte.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ausschliesslich alle Personen, denen wir die Idee schildern, begeistert reagieren. Auch haben wir positive Rückmeldung erhalten von unseren Studierenden, die das Angebot auf MINING MAP regelmässig nutzen.
Es braucht Zeit und viel Effort, um möglichst viele Menschen zu erreichen und sie zu einer Abkehr von gewohnten Verhaltensmustern zu bewegen. Aber die Mühe wird sich lohnen, so viel ist nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr gewiss. Es gilt, stetig daran zu arbeiten, damit sich das Netzwerk mehr und mehr ausdehnt.
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Test-Mainstreaming usw.)? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?
Wir möchten gerne die Wirksamkeit der Seite steigern. Dazu ist es wichtig, die Webseite weiter auszubauen, aktuell zu halten, weitere Materialquellen zu finden und vor allem Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.
Wir haben einen grossen Mailversand aufgesetzt und die MINING MAP ist in vielen Newslettern erschienen. Solche Anzeigen werden aber oft nicht genug beachtet. Wir würden die MINING MAP daher weiter bei thematischen Veranstaltungen und bei Symposien persönlich vorstellen und in Workshops und Lehreinheiten anwenden.
Gerade dabei kann uns die Expertise von Prof. Niklaus Heeb behilflich sein. Wir suchen innovative Wege, wie wir die Webseite zu einem Mainstreamtool entwickeln können.
Wir planen eine Ausstellung mit Künstler*innen, deren Arbeiten für die Ausstellung ausschliesslich mit Materialen erschaffen werden, die auf der Karte gefunden werden. Fotos der entstandenen Arbeiten werden dann auf der Webseite gezeigt und dienen als Animation.
Wir sind gerade dabei für die MINING MAP WORLD eine Kopie für Lissabon (MINING MAP LISBOA) und eine für Dresden (MINING MAP DRESDEN) zu erstellen. Wir haben an beiden Orten engagierte Kollektive gefunden, die in ihren Städten eine eigene digitale Stadtkarte aufbauen wollen. Auch gibt es bereits weitere interessierte Städte wie Wien, Köln und Taipei. Gerne würden wir die Zeit während des Boosters nutzen, um weitere Gruppen in anderen Städten zu finden.
Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen, Expert:innenunterstützung usw.)?
- Austausch mit Expert:innen und ebenfalls engagierten Personen wie Lisa Ochsenbein, um Synergien bestmöglich zu nutzen.
- Erweiterte Kommunikationsstrategien entwickeln
- Suche nach internationalen Kontakten, um die MINING MAP in anderen Städten realisieren zu können. Dazu erforderlich ist die Präsentation von MINING MAP an möglichst vielen passenden internationalen Veranstaltungen.
- Finden einer/eines Kurator:in und eines Ausstellungsortes für eine mit MINING MAP erarbeitete Ausstellung
Wen brauchst du als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
Wie bereits erwähnt brauchen wir Unterstützung im Bereich der Kommunikation. Dafür haben wir Prof. Niklaus Heeb angefragt. Unsere Forschungspartnerin Franziska Müller-Reissmann wird uns bei einer vertieften Materialrecherche helfen – ihr Wissen wird uns zu weiteren Materialquellen führen.
Darüber hinaus brauchen wir von geeigneter Stelle Beratung bezüglich der Planung und Erreichung einer langfristigen Finanzierung. Für die ersten Schritte des Projektes hatten wir eine Anschubfinanzierung vom Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich erhalten. Nun suchen wir eine Strategie, wie wir das Projekt langfristig weiter pflegen und ausbauen können. Der Booster wird uns helfen, unser Projekt inhaltlich voranzutreiben und es finanziell langfristig zu sichern.
Wie viel Budget fordert ihr von uns für was? (maximal CHF 21’000 + CHF 4’000 für Expert:innen-Gutscheine ). Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.
Budget MINING MAP
Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, Akquise, Konzept Ausstellung
Projektleiterinnen Sarah Burger, Nadia Fistarol (24 Wochen, je 6 Std.) 11`5200.-
Reise und Unterkunft für 4 Veranstaltungsteilnahmen 1`600.-
Kommunikation mit neuen Materialquellen – Nik Emch 3`000.-
Adaptionen Gestaltung für Anwendungsbeispiele und neue Städte - Nik Emch 1`500.-
Adaptionen Webseite Programmieren und Adaptionen für weitere Städte - FLX Labs 2`000.-
Expert:innen-Gutscheine 4`000.-
TOTAL 23`620.-
MINING MAP Zürich ist eine digitale Stadtkarte, die allen zur Verfügung steht, die sich für einen ressourcenschonenden Umgang mit Materialien engagieren. Institutionen und Unternehmungen sind als Materialquellen verzeichnet, die gebrauchte Materialien gratis zu Verfügung stellen, welche für künstlerische oder handwerkliche Zwecke wiederverwendet werden können. Die Stadt Zürich wird als Mine für überschüssige oder bereits verwendete Materialien genutzt und Informationen zu Quellen geteilt.