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Eigentum in einer klimaneutralen Zukunftsgesellschaft

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Welches Problem möchtet ihr lösen?​ Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?

Die menschliche Zivilisation steckt in einer multiplen Krise, welche sich durch nie dagewesene Herausforderungen in ökologischer, technologischer sowie gesellschaftlicher Hinsicht zeigt. Dabei wird immer offensichtlicher, dass wir sowohl bei der Analyse, als auch bei der Lösungsfindung grundlegende Strukturen, Praktiken und Mechanismen ins Auge fassen müssen. Grundlegendes wird allerdings oft stillschweigend als unveränderbare Realität verstanden und selten hinterfragt – geschweige denn in konstruktiven und kreativen sozialen Prozessen als Innovationspotential behandelt.

Ein solches Fundamental ist Eigentum.

Eigentum als Idee und Prinzip prägt unseren Umgang mit Land und seine Nutzung, die Gestalt von Städten und unsere Wohnverhältnisse, den Umgang mit Ressourcen, unsere Rechtsprechungen, unsere Vorstellungen zu Werten und Verantwortung und unsere Beziehungen.

So scheint es zwingend, Eigentum gesellschaftlich zu diskutieren und zu verhandeln.

Eigentum prägt unsere Gesellschaft grundlegend. Unsere Definition und Handhabung von Eigentum beeinflusst an den Wurzeln unserer Gesellschaft wie wir miteinander leben und wirtschaften. Wenn wir also Innovationen an diesen Wurzeln anregen können, haben wir einen enormen und radikalen Hebel für die Transformation zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Gesellschaft.

Die theoretischen Arbeiten von Elinor Oström, der Erfolg der Sharing-Economy oder das gestiegene Interesse an solidarischer Landwirtschaft können als Indizien dafür gesehen werden, dass hier Potential und Handlungsspielraum vorhanden ist.

Aus diesen Gründen halten wir eine gemeinsame – ko-kreative und partizipative Erkundung für äusserst fruchtbar und vielversprechend und haben ein Projektteam gebildet sowie ein Vorgehen entwickelt, um dem Thema und seinem Potential auf den Grund zu gehen.


 

Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?

Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung und Aktivierung von Menschen für das tiefgreifende Thema. Wir wollen einen Raum anbieten, in welchem Eigentum lustvoll, konstruktiv und neugierig erkundet, diskutiert und exploriert werden kann. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Eigentum in einer klimaneutralen Zukunftsgesellschaft wirken könnte.

Wer wird von der Lösung profitieren und wie?

Für Menschen mit Vorkenntnissen und bereits vertiefter Beschäftigung mit dem Thema bieten wir weiterführende Workshops und Veranstaltungen sowie ein Ökosystem für mögliche weiterführende Projekte an. Für neugierige Menschen ohne spezifische Vorkenntnisse bieten wir attraktiv aufbereitete Informationen, Anregungen zur Reflexion und Gelegenheiten Ideen weiter zu denken.

Durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern soll die Reichweite vergrössert und der inhaltliche Fokus geschärft und konkretisiert werden.

Ein wichtiges Ziel ist die Erarbeitung einer soliden Daten- bzw. Recherchebasis, welche für weiterführende Projekte verwendet werden kann. Die gesammelten Informationen sind Open Source und für alle zugänglich. Auf dieser Basis können weitere Veranstaltungen und Initiativen aufgegleist werden. Ein aktives Ökosystem zum Thema Eigentum ist ein angestrebtes Resultat.

Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Gesellschaftsvertrags Eigentum wird der gesamten Schweizer Bevölkerung dabei helfen, zukunftsfähig zu bleiben. Dank der Vorbildfunktion der Schweiz könnte dies sogar globales Wirkungspotential entfalten.

Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?

Am Kick-off Event des InnoBoosters Futur Urban Society hat sich in beiden Themengruppen (“Kreislauf der Dinge” sowie “Klimagerechtes Wohnen”) Eigentum als zentraler Faktor herauskristallisiert. Daraufhin hat sich in diesem Workshop unser Team gebildet, welches sich diesem Thema annehmen möchte.

Wir wollen den Diskurs über Eigentum ausweiten. Wir gehen davon aus, dass diverse Fragen der Klimagerechtigkeit mit dem Faktor Eigentum verknüpft sind. So sind beispielsweise Anreize für die Installation klimaschonender Heizungen und Isolation oft nicht vorhanden, da Heizkosten auf Mietende abgewälzt werden können, während die Investition für eine bessere Lösung dem Eigentümer zufallen würde. Eigentumsverhältnisse erschweren notwenige Umsetzungen. Für das genannte Beispiel gibt es Lösungen. Wir erwarten weitere solche Fälle zu finden – und entsprechende Lösungsmöglichkeiten.

 

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Cerca Research & Design Lab ist Kreativpartnerin für Transformationsprojekte. Cerca’s Kreativarbeit erkundet und entwickelt für eine nachhaltig lebenswerte Zukunft - mit dem Ziel neue Möglichketen zum Denken & Handeln zu eröffnen. Cerca entwickelt wünschenswerte Ausblicke, macht greifbar und hilft anzupacken. Cerca war Mitiniantin des Projektes Fintopia sowie federführend in der Entwicklung der Zukunftsszenarien und der Umsetzung der Ausstellung.

Confoedera ist eine Bewegung zur Entwicklung einer wesensgemässen Wirtschaftsweise, welche u.a. eine Stiftung zur Entschuldung von Boden und dessen Überführung in Gemeingut gegründet hat. Die Erfahrungen im Umgang mit Boden und der dahinterliegenden Eigentumsverhältnisse hat über die letzten 7 Jahre zur Überzeugung geführt, dass zusätzlich zur Arbeit mit Bodeninitiativen, Baurechtsverträgen und politischen Vorstössen auch ein Überdenken der grundsätzlichsten Konzepte unserer Gesellschaft im Umgang mit Eigentum nötig ist.

Ein Haus das sich selber gehört und verwaltet, war das erste eigen initiierte Projekt des Zürcher Think & Do Tank Dezentrum. Dieses Projekt, bekannt als “no1s1" (no one’s one), ist ebenso kontrovers wie die Technologien, die es überhaupt erst möglich machen. Durch die Blockchain-Technologie können Computerprogramme, sogenannte „Smart Contracts”, Eigentum ausüben. Das Konzept, das unter anderem an der ETH Zürich erforscht wird, stellt traditionelle Vorstellungen von Eigentum und Verwaltung in Frage. no1s1 ist ein Experiment, welches eine Diskussion über die Chancen, Lücken und Gefahren neuer Technologie eröffnet.

CoRegener8 schafft gemeinschaftlich regenerative Kulturen und widmet sich hierbei der Beschleunigung einer dringend notwendigen Transformation unseres gesellschaftlichen Lebenssystems. Dabei steht die gemeinschaftliche Entwicklung und Umsetzung von territorialen Entwicklungsstrategien im Zentrum. CoRegener8 interpretiert sich als Myzel, welches Individuen, Organisationen, Ideen und Konzepte zu einem systemischen Ansatz verknüpft. Hierbei werden interdisziplinäre und internationale Verknüpfungen zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis erarbeitet.

Purpose Schweiz ist die offizielle Anlaufstelle der Schweiz rund ums Thema ‘Steward Ownership’ (dt. Verantwortungseigentum). Steward-Ownership ist eine alternative Eigentumsstruktur für Unternehmen, welche schon über Jahrzehnte erfolgreich praktiziert wird und in den letzten Jahren global an Aufschwung erlebt. Dieses Modell legt die Grunddynamik für nachhaltiges Wirtschaften, weg von der kurzfristigen Profitmaximierungsmaxime. Neben der Wissensvermittlung und Beratung setzt sich Purpose für die Sensibilisierung von Unternehmer:innen rund um die Relevanz von Eigentum ein.

Dr. Caroline Obolensky ist Sozialwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Thurgauer Instituts für Digitale Transformation (TIDIT). In ihrer Dissertation erforschte sie die deutsche Bewegung für Verantwortungseigentum, wobei sie sich auf die Analyse der Überzeugungsnarrative zur Schaffung einer neuen Rechtsform für Unternehmenseigentum konzentrierte und die Beziehungsdynamiken untersuchte, die eine gesellschaftliche Transformation und ein Umdenken des Eigentumsverständnisses ermöglichen. Ihre Expertise im Bereich alternativer Eigentumsformen und ihr Engagement für nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen machen sie und das TIDIT zu wertvollen Forschungspartnern für dieses Projekt.

 

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Der gemeinnützige Verein Fintopia hat zwischen November 2023 und Februar 2024 die gleichnamige Ausstellung Fintopia im Löwenbräu-Areal in Zürich durchgeführt. Fintopia zeigt und diskutiert Zukunftsszenarien für zukünftige Designs von Geld, Wert und Finanzen. Die Ausstellung erzählt mittels fiktiven Geschichten, Videoinhalten, spekulativen Artefakten, Datenskulpturen und Publikumsinteraktionen verschiedene Möglichkeiten Geld und seine Systeme zu gestalten und zu nutzen.

Im Rahmen der Ausstellung wurden zusammen mit Partnern 20 öffentliche Veranstaltungen und Workshops durchgeführt.

Der Erfolg der Ausstellung Fintopia und das gelungene Konzept dienen als Basis für die Entwicklung des neuen Formates. Neu sollen Formate zur Aktivierung von Menschen (z.B. durch (Radio-) Interviews) und eine digitale Plattform zur Aufbereitung und Weitergabe der erarbeiteten Inhalte dazukommen.

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Test-Mainstreaming usw.)? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?

Ziel des Vorprojekts ist es, ein Grobkonzept der Inhalte und Formate kollaborativ zu entwickeln. Daraus lässt sich ein vorläufiger Zeitplan und ein Budget für die anschliessenden Phase der Ausarbeitung des Detailkonzepts, der Umsetzung und Ausstellung erstellen. Im Vorprojekt werden mögliche Förderpartnerinnen kontaktiert und in den Entwicklungsprozess eingeladen.

Das Vorprojekt gliedert sich rund um vier eintägige Workshops. Es werden jeweils die zwei Stränge “Themen” und “Formate” bearbeitet.

Im Kick-Off werden die Wirkungsfelder besprochen und Verantwortlichkeiten verteilt. Spannende Formate werden gesammelt und münden in einer unabgeschlossenen Liste, welche weiter bearbeitet wird. In den darauffolgenden drei Workshops werden jeweils ein bis zwei Wirkungsfelder in der Tiefe bearbeitet. Eine Erkundungsphase ist den Workshops vorgelagert und dient der Vorbereitung des Themas. Im Workshop wird das Wirkungsfeld abgegrenzt und spannende Aspekte fokussiert. Ein kollektives Verständnis der wichtigsten Aspekte des jeweiligen Wirkungsraums ist das Resultat.

Die Formate werden jedes Mal weiter geformt, damit am Ende ein Zeit- und Budgetplan pro Format und für das gesamte Vorhaben vorliegt.

Das Fundraising für die anschliessende Detailkonzept Phase ist ein wichtiger Teil des Vorprojekts. Mögliche Förderpartnerinnen werden von Beginn weg in die Prozesse eingebunden und für die Workshops eingeladen. So können die Geldgeber das Vorhaben mitgestalten und werden im Team eingebunden. Entsprechend fokussiert sich das Vorprojekt auf die Machbarkeit und Tragfähigkeit. Das angehen von Medienpartnerschaften setzt im Vorprojekt die Grundlage für ein Mainstreaming. Am Ende des Boosters wird sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Formate rund um die Ausstellung ein Grobkonzept vorliegen, und die Finanzierung für die anschliessende Detailkonzeptphase wird gesichert sein.

Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen, Expert:innenunterstützung usw.)?

Unterstützung beim Aufbau von Medienpartnerschaften. Hilfe bei der Identifizierung von relevanten Stakeholder aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Sozialunternehmertum und Politik, die nachhaltig am Thema Eigentum wirken möchten.

 

Wen brauchst du als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Expert:innensupport durch das Dezentrum, welches das Projekt bereits mitformt.

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was? (maximal CHF 21’000 + CHF 4’000 für Expert:innen-Gutscheine ). Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.

 

Das gesamt Budget fürs Vorprojekt beträgt CHF 42'000 (exklusive CHF 43'000 Eigenleistungen). Details im angehängten Budget.

Mit den CHF 21’000 + CHF 4’000 aus dem InnoBooster wären 60% der Mittel des Vorprojketes vorhanden. Wir haben positive Signale von weiteren Förderpartnerinnen erhalten.

Da wir so oder so noch weitere Mittel suchen, können wir auch mit einem leicht geringen Betrag leben. E.g. 17’000 + 4’000 um 50% der Mittel für das Vorprojekt über den InnoBooster FUS zu stellen.

Eigentum ist ein Fundament, das wir für eine klimaneutrale Zukunft formen wollen, da es alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens beeinflusst – von der Ressourcennutzung über den städtischen Raum bis hin zu Machtstrukturen und sozialen Beziehungen. Mit einer interaktiven Ausstellung schaffen wir eine Plattform, die relevante Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik vernetzt, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln und langfristige Veränderungen anzustossen.