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Toolbox für erfolgreiche Skalierung von "essbare Stadt"-Projekten

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Welches grundlegende Problem adressiert ihr? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?

Urban Agriculture Basel (UAB) fördert seit mehr als 15 Jahren als gemeinnütziges Netzwerk Organisationen, Initiativen und Projekte in der Region Basel, die sich für einen gesunden, pestizidfreien und ganzheitlichen Lebensmittelkreislauf einsetzen. Ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft ist, dass es zur Zeit nicht ausreichend gesunde, regionale, erschwingliche Lebensmittel für alle Menschen in der Region Basel gibt (Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden, ...). Ein weiteres Grundproblem ist, dass das Wissen über die Lebensmittel- wie auch die natürlichen Kreisläufe in unserer Gesellschaft schwindet).

UAB hat schon viele Projekte und Initiativen bei der Umsetzung, Etablierung und Weiterentwicklung von Ideen für die essbare Stadt und einen ganzheitlichen Lebensmittelkreislauf unterstützt. Viele Projekte waren erfolgreich, viele unterstützte Initiativen und Organisationen gibt es weiterhin. Gleichzeitig gibt es ca. 20-25 Ansätze, die abgebrochen, frühzeitig beendet oder pausiert wurden. Insbesondere die «Verstetigung» der Initiativen ist eine grosse Herausforderung - die Erfolgs- und Hindernisfaktoren hierfür sind weitgehend unbekannt. Um Initiativen bei der mittelfristigen Etablierung und langfristigen Stabilisierung zu unterstützen und Möglichkeiten zum Outscaling aufzuzeigen, möchten wir uns ein grundlegendes Verständnis erarbeiten, woran vergangene Initiativen gescheitert sind und diese mit erfolgreichen Outscaling-Modellen kontrastieren.

Soziale Innovation bedeutet für uns der Versuch alltägliche Gewohnheiten, die von vielen Menschen in einer Gesellschaft geteilt werden, zu verändern oder neu zu gestalten (z.B. unsere gewohnten Arten und Weisen zu reisen, zu wohnen, uns zu ernähren etc.). Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?

Die Vision von UAB ist Basel zu einer grün-blauen, kühlen, gesunden, lebendigen, biodiversen, gemeinschaftlichen, velo-freundlichen, dezentralisierten und vor allem essbaren Wald-GartenSchwamm-Stadt weiter zu entwickeln. Das Kerngeschäft von UAB ermächtigt Menschen, eigene Ideen und Initiativen umzusetzen, die zur UAB-Vision beitragen. Dies tut UAB mit folgenden vier Dienstleistungen:

★ Inspiration und Bildung: Vorträge, Stadtführungen, Unterricht, Workshops usw.

★ Praktische Einsätze ermöglichen: Angebote für aktives Tun und Umsetzen

★ Sichtbar machen und multiplizieren: PR, Polit-Arbeit, Marketing für unsere Vision

★ Beratung, Begleitung und Vernetzung von Initiativen: Wissensvermittlung, Fachberatung, Kontakte beim Fundraising, Konfliktlösung,

Nachfolger:innen-Suche, Vernetzung zu Ressourcen, Kommunikation

UAB möchte mit seinen diversen Engagements die Ernährungsgewohnheiten von Menschen der Region Basel verändern und Handlungsmöglichkeiten entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette aufzeigen und zu einem lustvollen Mitmachen einladen, weg von fastfood hin zu schmackhaften, regionalen, klimapositiven Ernährungsgewohnheiten. Die Initiativen, Organisationen und Projekte, welche sich dem UAB Netzwerk anschliessen, bieten vielfältige Möglichkeiten, um gemeinschaftlich an neuen Ernährungsgewohnheiten, von der Produktion bis zum Konsum wie auch der Weiterverwendung der Reste und "Abfälle" wie auch "essbaren Schwammstadt-Lösungen" zu arbeiten. Menschen, die sich in den Initiativen engagieren, empfinden ihr Engagement zumeist als sehr erfüllend - dennoch bleiben nicht alle Initiativen langfristig bestehen. Nun möchten wir verstehen, woran es gescheitert ist, und erforschen, was es braucht, damit jetzt bestehende und zukünftige Initiativen länger erhalten bleiben können.

Wir möchten eine systematische Analyse der Misserfolgsfaktoren bei der Implementierung und beim Outscaling von sozialen Innovationen im Bereich der essbaren Stadt durchführen. Diese Hürden und Barrieren im Outscaling werden sodann mit den Erfolgsfaktoren längerfristig erfolgreicher Initiativen kontrastiert. Hieraus entwickeln wir eine Toolbox für nachhaltiges Outscaling von Projekten und Initiativen für eine essbare Stadt.

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?

Von der Toolbox mit Erfolgsfaktoren fürs Outscaling von Projekten und Initiativen für eine essbare Stadt profitieren alle künftigen Ideen, welche den Durchbruch in den Mainstream noch nicht geschafft haben. Das sind einerseits Projekte und Initiativen, die innerhalb der UAB Kerngruppe entstehen oder an UAB herangetragen werden und erst im zweiten Schritt Teil von UAB werden. Die Toolbox wird aber auch veröffentlicht und somit allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Die Toolbox soll auch im Rahmen von kollaborativen und partizipativen Prozessen, z.B. in Workshops, eingesetzt werden können. Des Weiteren profitiert die Basler Bevölkerung vom Mainstreamen der essbaren Stadt-Projekte, da sie so mehr Angebote mit nachhaltigen, regional und gemeinschaftlich produzierten Lebensmitteln erhält.

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Prof. Dr. Mirjam Hauser, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW. Als Professorin für Wirtschaftspsychologie und mit einem Hintergrund als Markt- und Trendforscherin verfügt Mirjam Hauser über ein tiefes Verständnis von Konsumpsychologie und Konsumbedürfnissen mit besonderem Fokus auf ess-spezifische Werte, Essensauswahl und Konsumverhalten.

Dr. Lena Bloemertz, Hochschule für Soziale Arbeit, FHNW. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOS in der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung beschäftigt sich Lena Bloemertz mit Möglichkeiten eine sozial-ökologische Transformation zu unterstützen.

Tatjana Nebel, Verein Urban Agriculture Basel. In der Geschäftsstelle verantwortlich für alle operativen Belange unterstützt Tatjana bei UAB die Bevölkerung der Region Basel und schon bestehende regionale Organisationen und Initiativen dabei sich für die zusammenhängenden Themen essbare Stadt-Natur, Stadt-Landwirtschaft, regionale Kreislaufwirtschaft sowie Stadt-Ökosysteme und Schwammstadt zu engagieren, zu vernetzen, zu diskutieren und zu feiern.

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Die Idee wurde bisher nicht getestet. Es wurden diverse unstrukturierte Gespräche UAB intern geführt. Entsprechend hat UAB bereits erste Vermutungen, woran vorgängige Projekte gescheitert sind, aber es mangelt an systematischen Erkenntnissen und daraus abgeleiteten, evidenzbasierten Handlungsimplikationen.

UAB hat festgestellt, dass Projekte/Organisationen in den letzten Jahren an einem oder mehrerer der folgenden Gründe gescheitert sind:

- plötzliche Teamveränderungen (Wegzug, Life event)

- keine Ressourcen um (frühzeitig) Ersatz zu suchen

- zu wenig monetäre Ressourcen vorhanden (Projekte können nicht mit Erwerbsarbeit "konkurrieren" bzw. nicht eine ähnliche monetäre

Wertschätzung / monetären Beitrag an das Über-Leben in Basel bieten)

- Fundraising ist sehr aufwändig und mit unklarer Erfolgsaussicht

- Organisationelle Hürden: Wissen, Kontakte oder auch das Vertrauen auf andere (UAB Geschäftsstelle, Mediator:in, ...) zuzugehen, fehlten.

- Neue Flächen für Gemüseanbau / Gemeinschaftsgärten sind in der Stadt und in Stadtnähe nicht einfach zu erhalten.

- Keine/Nicht ausreichend Zusagen für Pilot-Tests, um ungenutztes Abstandsgrün bei Mehrfamilienhäusern in Gemüse-Anbau zu verwandeln.

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Test-Mainstreaming, Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, usw.)? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?

1. Interner Kick-off “Analyse Ausgangslage”: Das Projektteam erarbeitet die Grundlagen , um aus bestehenden Erfahrungen die ersten Thesen zu Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren abzuleiten: Zeit, Menschen, Geld, ...

2. Interessensabklärung, Einladung und Konzept: UAB hat 20-25 Kontakte zu gescheiterten Projekten, welche eingeladen werden, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Dabei zielen wir darauf ab, eine möglichst grosse Bandbreite unterschiedlicher Projekte und Initiativen einzubeziehen. Um eine evidenzbasierte Toolbox fürs Outscaling entwickeln zu können, streben wir einen kollaborativen Austausch und Lernprozess an - möchten gleichzeitig andere Formen des Teilens von Erfahrungswissen nicht ausschliessen (z.B. Einzelgespräche). Die Interessen und Bedürfnisse der angefragten Personen werden sodann in ein Konzept zur Erfassung der Hürden, Barrieren und Misserfolgsfaktoren gescheiterter Projekte übertragen.

3.a. Fest des “Scheiterns/Abbruchs/Endes”: Wir konzipieren einen Austausch unter Menschen mit sozialen Innovationen im Bereich der essbaren Stadt welche (derzeit) nicht mehr aktiv sind, damit über einen sozialen Diskurs die Stolpersteine aufgedeckt, geteilt und diskutiert werden können (Fokusgruppen-Methodik). Wir laden so viele Interessierte wie möglich ein und orientieren uns an der inhaltlichen Sättigung des Themas. Damit generieren wir nicht nur wertvolle Erkenntnisse und ein gemeinsames Verständnis zu den Misserfolgsfaktoren, sondern leiten auch gemeinsam Handlungsmassnahmen ab, welche in erste Ideen für eine Toolbox mit Erfolgsfaktoren fürs Outscaling von sozialen Innovationen einfliessen werden.

3.b. Fest des "Wandels/Erfolgs/Weiterbestehens": Wir konzipieren einen Austausch unter Menschen die mit sozialen Innovationen im Bereich der essbaren Stadt zur Zeit aktiv sind, damit über einen sozialen Diskurs die Erfolgsfaktoren aufgedeckt, geteilt und diskutiert werden können (Fokusgruppen-Methodik). Wir laden so viele Interessierte wie möglich ein und orientieren uns an der inhaltlichen Sättigung des Themas. Damit werden wertvollte Erkenntnisse und ein gemeinsames Verständnis von Erfolgsfaktoren generiert. Zudem können Handlungsmassnahmen abgeleitet werden, die in Ideen für eine Toolbox fürs Outscaling von sozialen Innovationen einfliessen werden.

Ggf. können das Fest des "Endes" und das Fest des "Wandels" auch zusammen oder parallel am gleichen Tag durchgeführt werden. Denn es ist vorstellbar, dass viele der Menschen mit abgebrochenen Projekten wiederum in anderen "neuen" Projekten aktiv engagiert sind.

4. Konsolidierung Toolbox & Synthese: Basierend auf den Gesprächen der Fokusgruppen, analysieren wir die zentralen Erkenntnisse, aggregieren diese zur Konsolidierung der Toolbox und erarbeiten eine Synthese, sodass künftige soziale Innovationen hiervon profitieren werden können.

Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen (wenn ja, wem?), Verknüpfung mit der Verwaltung usw.)?

Wir erhoffen uns Verknüpfung mit Immobilienbesitzenden und der Verwaltung, Coaching/Challenging unseres Ansatzes und Input zu technischen Lösungen von Toolboxen.

Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Jemand aus der Transition Town-Bewegung oder mit Kenntnissen im Bereich von Kleinst-Organisationen mit hohem Anteil an Freiwilligenarbeit.

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was (max. CHF 22’500 inkl. Expert:innen-Gutscheine)? Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.

Provisorisches Budget

Aufteilung Kosten nach Organisation & Sachkosten

Sachkosten CHF 2'700

FHNW APS CHF 10'780

FHNW HSA CHF 3'060

Verein UAB CHF 3'060

Kosten total: CHF 19'600

+ ggf. Beizug externer Expert:innen: CHF 2'900

Das detaillierte provisorische Budget befindet sich im Anhang.

Die FHNW gemeinsam mit UAB möchte eine systematische Analyse der Misserfolgsfaktoren bei der Implementierung und beim Outscaling von sozialen Innovationen im Bereich der essbaren Stadt durchführen. Diese Hürden und Barrieren im Outscaling werden sodann mit den Erfolgsfaktoren längerfristig erfolgreicher Initiativen kontrastiert. Hieraus entwickeln wir eine Toolbox für nachhaltiges Outscaling von Projekten und Initiativen für eine essbare Stadt.