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BIEL WIRD ESSBAR

Project Idea Metadata

Project Idea Description

BIEL WIRD ESSBAR

Welches grundlegende Problem adressiert ihr?​ Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?

In unserer urbanen Gesellschaft ist das Wissen um essbare Wildpflanzen, insbesondere um die ehemals "Unkraut" genannten Beikräuter, weitgehend in Vergessenheit geraten. Wenn wir durch Biel spazieren, sehen wir vor allem Bepflanzungen, die für Menschen und Haustiere oft giftig sind - Kirschlorbeer, Eibenhecken und Geranien dominieren das Strassenbild. Gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Verdrängung natürlicher Biomasse durch menschengemachte Strukturen und die Entstehung von urbanen Wärmeinseln durch versiegelte Flächen.

Diese Entfremdung von der Natur spiegelt sich in der Stadtbevölkerung wider: Während die einen viel über Pflanzen und ihre verborgenen Geheimnisse wissen, haben andere kaum einen Bezug dazu. Hier möchten wir eine Brücke schlagen! Die "Essbare Wildpflanzenallee" reagiert auf diese Lücke und auf die Notwendigkeit, unsere Ernährungssysteme zu transformieren.

Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?

Unser Ziel ist es, in einem ersten Schritt die Dufourstrasse in Biel in einen lebendigen Boulevard zu verwandeln, urbane Natur und Lebensmittelproduktion sollen verbunden werden. Sie dient als Prototyp um die Wahrnehmung von "Unkraut" zu revolutionieren, wir wollen das Potenzial von unscheinbaren und oft als "störend" empfundenen Pflanzen aufzeigen. Der öffentliche Raum wird zu einem inklusiven Gemeinschafts- und Bildungsraum, der verloren gegangenes Wissen wieder zugänglich macht. Hierzu sollen im Rahmen des Innoboosters im 2025 erste Prototypen entstehen und der Grundstein für eine langfristige Integration essbarer Flächen, die mit einheimischen Wildpflanzen bepflanzt wurden, in unseren Schweizer Städten gelegt werden. Das Projekt dient als Lernort um die Akzeptanz von essbaren Wildpflanzen in der Bevölkerung zu steigern. Wir wollen diverse Grünflächen mit einheimischen Wildpflanzen in Städten fördern, weitere Flächen und Städte sollen im Idealfall folgen. Unsere Forschungsergebnisse und Erfahrungen stellen wir interessierten zur Verfügung.

Das Projekt soll den Menschen Wissen bieten, dass sie von den Pflanzen begeistert. Im besten Fall holen sie sich die Pfanzen in ihre Umgebung und lassen so ihre Wohnorte divers und grün werden.

Die Gewohnheiten, dass Pflanzen aus dem Wald giftig sind und der englische Rasen als Schönheitsideal sollen mit diesem Projekt neu beleuchtet und umgewandelt werden.

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?

Die positiven Auswirkungen unseres Projekts sind vielfältig: Für das Stadtklima bedeutet mehr Grün eine spürbare Verbesserung. Durch die Verdunstung der Pflanzen sinkt die Umgebungstemperatur deutlich - ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die Klimaerwärmung. Die essbare Wildpflanzenallee entwickelt "Bepflanzungsstrategien" für versiegelte Flächen, die auf andere Stadtbereiche und Städte übertragbar sind.

Wir schaffen wertvolle Lebensräume für die Artenvielfalt. Pflanzen, die wir als "Unkraut" kennen, sind wahre Überlebenskünstler und machen als Pionierpflanzen Flächen erst bewohnbar. Sie locken Insekten an, fördern die Ansiedlung von Singvögeln und machen das Stadtklima hör- und sichtbar vielfältiger. Was wir beobachten können, fasziniert uns, und was wir lieben lernen, sind wir bereit zu schützen. Die Vielfalt der Insekten sichert durch ihre Aktivitäten unsere Ernährung.

Wildpflanzen bieten in ihrer Urform mehr Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit als unsere Kulturpflanzen. Um unseren Körper gesund zu ernähren, brauchen wir viele verschiedene Nährstofflieferanten - Wildpflanzen sind ein wichtiger und vergessener Teil davon. Die Fläche mitten in der Stadt trägt zur präventiven Gesundheitsförderung bei und bietet einen unkomplizierten Zugang zur Natur.

Zudem profitieren die Passanten und Anwohner der Dufourstrasse von neuen Perspektiven der Ernährung und einem attraktiven Treffpunkt in einer Straße, in der sich heute kaum jemand aufhält. Als "Experimentierraum und lebendiges Labor" dient das Projekt der Bildungslandschaft, während die lokale Gastronomie durch neue kulinarische Möglichkeiten mit Wildpflanzen bereichert wird.

Wilde Flächen haben viel mehr Potential als viele Wissen, daher möchte dieses Projekt die Akzeptanz der essbaren Wildpflanzen in der Bevölkerung stärken. Menschen dürfen erkennen, dass diverses Grün viel Wertvoller ist als einheitliche Rasenflächen.

Menschen erhalten die Möglichkeit diese Pflanzen mit all ihren Eigenschaften kennen zu lernen, sie sollen ein positives Erlebnis mit nach Hause nehmen und sich gar die Pflanzen nach Hause, auf den Balkon, die Terrasse oder das Fenstarbrett holen.

Die Wissensvermittlung soll eine Diverse und Grüne Stadt auf verschiedenen Ebenen Inspirieren.

Forschungsfragen

Wir gehen davon aus, dass die Beziehung zwischen der Bevölkerung und den Wildpflanzen sowohl die kulturelle als auch die biologische Vielfalt widerspiegelt. Unser Forschungsansatz schlägt daher vor, die kulturelle Vielfalt mit der pflanzlichen Vielfalt mit einer trandisziplinären Prozess in Beziehung zu setzen.

Die Stadt Biel ist nicht nur durch ihre Zweisprachigkeit, sondern auch durch ihren hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund ein sehr multikultureller Raum. Der Sektor Dufourstrasse hat eine sozial gemischte Bevölkerung mit einem soziokulturellen Niveau, das eher unter dem Schweizer Durchschnitt liegt[1].

Es ist daher einen idealer Raum, um das Potenzial für die Integration und Skalierung essbarer Flächen mit einer inklusiven Perspektive zu testen.

Wir schlagen daher vor, eine inter- und transdisziplinäre Studie im Rahmen des Projekts durchführen, die auf partizipativen Methoden beruht, um folgende Fragen zu beantworten:

1) Wie kann die Akzeptanz essbarer Wildpflanzen in der Bevölkerung so gefördert werden, dass die Notwendigkeit solcher Flächen erkannt und sogar von der Bevölkerung erwünscht wird?

2) Welche Mittel (Wissen, Probieren, Beobachten) sind die geeignetsten um den Passanten ein Positives Erlebnis zu neuen Pflanzen zu ermöglichen?

3) Wie kann die kulturelle Vielfalt zu einer Chance für Akzeptanz und Skalierung umgewandelt werden?

Die Forschungsmethode umfasst zwei Schritte: 1) Explorative, qualitative Interviews werden durchgeführt, um die gemeinsame Entwicklung der Strategie in den Workshops zu designen. 2) partizipative Workshops finden statt mit dem Ziel, eine gemeinsame Strategie für die Umsetzung des Projektes zu entwickeln, mit a) Fragestellung, Ziele und Umsetzung mitzuwirken und b) Bewertung der Akzeptanz und Erforschung von Skalierungsoptionen.

[1] Der Schweizer Nachbarschaftsindex der sozioökonomischen Position (Swiss neighbourhood index of socioeconomic position); Panczak et al. 2023 https://smw.ch/index.php/smw/article/view/3285

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Die Initiative ist Teil der Bieler Bewegung "Nourrir la ville - Stadt ernähren", die als Verein hinter dem Projekt steht, das organisatorische Dach bildet und sich mit der Transformation städtischer Ernährungssysteme beschäftigt. Als Waldmeisterin interessiert sich Aline Burren für die Böden der Stadt Biel -versiegelt oder offen- wie wir sie bepflanzen, beernten und von den Pflanzenkräften profitieren können. Sie bringt ihr Wissen über essbare Wildpflanzen ein und entwickelt Bildungsangebote, ganz im Sinne einer essbaren Stadt. Ausserdem möchte sie Menschen neue ernährungsmöglichkeiten eröffnen und sie für die Themen der Ernährung, Biodiversität und Stadtkllima sensibilisieren.

Sébastien Boillat ist Forscher und Lehrer an der Berner Fachhochschule. Er ist ausgebildeter Umweltwissenschaftler und Geograph und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Mensch-Umwelt-Beziehungen in verschiedenen sozioökonomischen und kulturellen Kontexten, mit Schwerpunkt auf Biodiversitäts- und Klimafragen. Er begleitet das Projekt als Wissenschaftlicher Partner.

Dr. Jan Albert Eckert

Principal Investigator Nominute.City

Begleitforschung Stakeholderakzeptanz und Informal Green Spaces (IGS)

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Es gibt erste Erfahrungen von Aline Burren auf der Terrasse der Bibliothek Biel. Weiter orientieren wir uns an erfolgreichen Pionieren wie Maurice Maggi (Zürich), der seit Jahrzehnten Wildblumen im urbanen Raum aussät, und Seraina Grupp (Biel), deren ähnliche Projekte bereits lokale Resonanz gefunden haben. Auch die Stadt Biel selbst hat bereits erste Schritte unternommen: Anwohner konnten ihre Sträucher gegen einheimische Pflanzen eintauschen, und bei Neubepflanzungen (Schüssinsel) finden sich vermehrt einheimische und sogar essbare Wildpflanzen.

Erkenntnisse:

In der Arbeit mit Freiwilligen ist auf deren Ressourcen zu achten, daher mach es Sinn den Erdaufbau der Hochbeete so zu gestalten, dass der Giessaufwand möglichst gering ist.

Diverses Grün braucht seine Sichtbarkeit und Erklärungen um akzeptiert zu werden. Viele Menschen reagieren im ersten Moment mit Skepsis bis sie mehr erfahren.

Diese ersten Erfahrungen sollen nun vertieft und erweitert werden.

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Test-Mainstreaming, Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, usw.)? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?

Eine zentrale Allee aus essbaren Kräutern und Wildpflanzen soll ein Ort der Begegnung und des Wissenstransfers werden. Wir streben eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit der Stadtnatur vor der Haustür an. Sie eröffnet Möglichkeiten der Nahrungszubereitung und der Gesundheitsvorsorge. Die Dufourstrasse dient dabei als Pilotprojekt, dem bei Erfolg weitere Flächen mit essbaren Wildpflanzen folgen sollen. Wir wollen als gutes Beispiel voraus gehen. Bei Gelingen soll das Projekt wachsen und auch in andere Städte ausstrahlen.

Während des Boosters wollen wir die Akzeptanz dieser nützlichen "Unkräuter" in der Bevölkerung steigern. Hierzu wird ein erstes exploratives vorgehen des Wissensvermittlungskonzepts getestet, indem via QR-Codes Informationen zu den einzellnen Pflanzen abrufbar sind. Workshop-Formate für verschiedene Zielgruppen, werden als Räume für transdisziplinäre Forschung hervorgehoben. Das Projekt soll mit möglichst vielen wiederverwendbaren Materialien erbaut werden. Am Ende des Boosters streben wir ein starkes Partnernetzwerk, geklärte rechtliche Rahmenbedingungen mit der Stadt Biel (anwendbar auf andere Städte) sowie erste prototypisch umgesetzte Bepflanzungen an. Ein Pflegeteam das den Umgang mit den essbaren Wildpflanzen weiterträgt soll entstehen.

Zudem sollen die Menschen Wissen und Lust haben um ihre Umgebung mit den präsentierten Pflanzen, divers zu begrünen.

-Von den Vorgeschlagenen Leitfragen sehe ich folgende in meinem Projekt abgebildet:

Wie können wir die existierenden Beispiele so präsentieren, dass sie von anderen (den Passanten) übernommen werden?
Wie können wir die Gesundheit u d Gesundheitskosten für die Urbane Gesellschaft senken durch das soziale engagement und den verzehr von lokal angebaute/produzierten Lebensmittel? (In meinem Fall; essbare Wildpflanzen mit gesundheitlichem Mehrwert)
Wie finde ich Orte, an denen ich meine Vermittlungsangebote kostengünstig durchführen kann, damit sich der Aufwand für mich lohnt, obwohl ich einen angemessenen Preis dafür verlange? (In meinem Fall; Wie kann ich mit meinen Angeboten Gelder generieren, um bezahlte Arbeitszeit zu haben.)

Das Projekt "Essbare Wildpflanzenallee" verwandelt in einem ersten Schritt die Dufourstrasse in Biel in einen lebendigen Boulevard, der urbane Natur mit Lebensmittelproduktion verbindet. Das Projekt reagiert auf drängende ökologische Herausforderungen: den Verlust urbaner Biodiversität und die zunehmende Verdrängung natürlicher Biomasse durch menschgemachte Strukturen.

Unser Ziel ist es, den öffentlichen Raum als inklusiven Gemeinschafts- und Bildungsraum zu gestalten, der das verloren gegangene Wissen über essbare Wildpflanzen und sogenannte "Beikräuter" (ehemals Unkräuter) wieder zugänglich macht. Wir wollen die verborgenen Potenziale von unscheinbaren, oft als "störend" empfundenen Pflanzen aufzeigen.

Wir möchten die Akzeptanz dieser Pflanzen in der Bevölkerung so weit stärken, dass Menschen sie sogar bei sich zuhause pflanzen wollen.

Die Initiative ist Teil der Bieler Bewegung "Nourrir la ville - Stadt ernähren" und thematisiert die Notwendigkeit einer Transformation unserer Ernährungssysteme.