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Selbsterntegärten für Firmen, Quartiere und Genossenschaften in Städten

Project Idea Metadata

Project Idea Description

In Selbsterntegärten wird saisonales Biogemüse von einem:r bezahlten Gartenbetreiber:in mit fachlicher Unterstützung des Vereins selbsterntegarten.ch angebaut. Der Verein übernimmt die Anbauplanung und die fachliche Begleitung während der Vegetationsperiode. Von März bis Oktober erfolgt alle zwei Wochen ein Besuch, durch eine feste Ansprechperson des Vereins, die Setzlinge und Saatgut bereitstellt und Anweisungen zur Pflege und Ernte gibt. Die Gartenbetreiber:innen kommunizieren über einen Chat mit ihrer Erntegemeinschaft, um Informationen über die verfügbaren Erntegüter zu teilen. Zudem sind sie verantwortlich für die Rechnungsstellung an die Ernter:innen. Die Mengen der Ernte sind nicht vorgegeben; stattdessen werden unterschiedliche Abos angeboten, die sich nach der Haushaltsgrösse richten.

Mit dem Projekt sollen die Grundlagen erarbeitet werden, um Selbsterntegärten auch in Städte zu bringen. Dass ein Interesse an Selbsterntegärten auch in Städten besteht, haben zahlreiche Anfragen gezeigt. 

Welches grundlegende Problem adressiert ihr?​ 

Das aktuelle Landwirtschafts- und Ernährungssystem ist nicht nachhaltig und trägt weltweit und auch in der Schweiz zu diversen Krisen bei (Biodiversitäts- und Bodenverlust, Klimawandel, Mangel und Fehlernährung, etc.). Ein grundlegendes Problem ist die Entfremdung vieler Menschen von der Natur; vor allem in den Städten sind bei vielen Bewohner:innen der direkte Bezug zur Natur sowie das Wissen über die Zusammenhänge, die für die Sicherung unserer Ernährung essentiell sind, weitgehend verloren gegangen. Durch die ständige, breite Verfügbarkeit von Lebensmitteln in den Supermärkten, die zahlreichen Ansprüchen genügen müssen (einfache, kostensparende Logistik, Verarbeitung oder Konsumation, makelloses Aussehen, Transportfähigkeit, Haltbarkeit etc.), wissen viele Menschen nicht mehr, wie und wie vielfältig Karotten und andere Gemüse wachsen, wie viel Aufwand notwendig ist, bis sie im Laden verfügbar sind, wann sie Saison haben, und welche Gemüse in der eigenen Region wachsen können. Mit diesem Wissens- & Bezugsverlust einher gehen eine mangelnde Wertschätzung für die Herstellung unserer Nahrungsmittel, Food-Waste und weitere Probleme. 

Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?

Ausgangspunkt für den Ansatz des Projekt ist die Problemhypothese, dass die Entfremdung von der Natur und der mangelnde Bezug zum Anbau unserer Nahrung zu zahlreichen ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und auch psychologischen Problemen führt. Das heisst im Umkehrschluss, dass Menschen, die einen Bezug zur Natur haben und wissen, dass sie von ihr abhängig sind, ihr Verhalten ändern, um der Natur als unserer Lebensgrundlage weniger Schaden zuzufügen. Durch die Selbsternte werden zahlreiche Bewusstseinsveränderungen angestossen und eine nachhaltige Ernährung gefördert. Es entsteht ein lebensnaher Bezug zum Anbau von Lebensmitteln, die Konsument:innen lernen, welche Schwierigkeiten im Gemüseanbau das Wetter oder Schädlinge herbeiführen können, welches Gemüse Saison hat, dass nicht alle Kohlrabi gleich gross sind und nicht alle Gurken die gleiche Form haben. Nach zwei Jahren Selbsternte und Ernährungsumstellung beginnen die Konsument:innen wieder saisonal zu denken und zu essen. Zudem konnten wir beobachten, wie der direkte Kontakt mit der Natur im Garten zum Wohlbefinden der Teilnehmenden beiträgt und wie auch soziale Aspekte bewusster wahrgenommen werden

Gerade in den Städten ist das Potenzial für Selbsterntegärten gross: zahlreiche Anfragen an selbsterntegarten.ch von Stadtbewohner:innen haben gezeigt, dass eine Nachfrage besteht; Flächen für die Umsetzung sind auf Firmengeländen und im öffentlichen Raum zu finden. Das notwendige Wissen und die Erfahrung, um das Konzept für Firmen, Institutionen und weitere städtische Akteure anzubieten, konnte mit den bisher umgesetzten Pilotprojekten in den ländlichen Gebieten erarbeitet werden. Die Pilotprojekte haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Um das Potenzial wahrzunehmen und die Selbsterntegärten in städtischen Gebieten zu verbreiten und zu etablieren, braucht es nun Ressourcen, Kontakte und ein Mainstreaming-Konzept.

Soziale Innovation bedeutet für uns der Versuch alltägliche Gewohnheiten, die von vielen Menschen in einer Gesellschaft geteilt werden, zu verändern oder neu zu gestalten (z.B. unsere gewohnte Arten und Weisen zu reisen, zu wohnen, uns zu ernähren etc.).

Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?

Wir möchten den alltäglichen Umgang mit Lebensmitteln verändern – hin zu mehr Bewusstsein, Saisonalität, Regionalität und sozialem Miteinander. Unser Ansatz dafür sind Selbsterntegärten.

Durch das eigene Ernten entsteht ein ganz neues Verhältnis zu Lebensmitteln. Wer Woche für Woche aufs Feld kommt, sieht, wie aus kleinen Setzlingen etwa ein Fenchel heranwächst; wer ihn selbst erntet und später auf dem Teller hat, entwickelt ein tiefes Verständnis für den Wert von Nahrung. Man beginnt, Herkunft, Saison und den Aufwand hinter dem Anbau zu schätzen – Lebensmittel werden nicht länger als selbstverständlich wahrgenommen.

Diese Erfahrung verändert die Essgewohnheiten nachhaltig. Nach zwei Jahren konsequenter Selbsternte greift man im Winter nicht mehr unbedacht zu Tomaten und Gurken – weil man spürt, was Saisonalität bedeutet.

Unser Ziel ist es, dieses bewusste Erleben von Ernährung in den Alltag zu integrieren – so selbstverständlich wie Zähneputzen. Selbsternte soll kein Zusatzangebot sein, sondern ein Teil des täglichen Lebens: Zum Beispiel, indem man nach Feierabend das Abendessen pflückt – ein kurzer Moment, der Erdung bringt, entspannt und die Verbindung zur Natur stärkt.

Darüber hinaus schaffen die Gärten einen sozialen Raum. Im Garten sind alle gleich – ob Managerin oder Coiffeur, ob jung oder alt, ob politisch links oder rechts. Man teilt Gemüse und Rücksicht: Die grossen Kohlrabis gehen an Grossfamilien, die kleineren an ältere Menschen, die sich über handlichere Portionen freuen. Dieser Austausch fördert Solidarität und Verständnis zwischen Generationen und Lebensrealitäten.

Selbsterntegärten bringen nicht nur frisches, regionales Gemüse direkt vor die Haustür (oft nur wenige hundert Meter entfernt) – sie machen Ernährung wieder zu einem persönlichen, gemeinschaftlichen und achtsamen Erlebnis. So kann eine neue Alltagskultur entstehen: gesünder, solidarischer, nachhaltiger – und ganz selbstverständlich Teil unseres Lebens.

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?

Durch die Grundlagen, die im UFS-Booster Projekt erarbeitet werden, kann das Konzept an vielen weiteren Orten umgesetzt werden - Wissen, Materialien, Kontakte stehen zur Verfügung dafür.

Dadurch wird das Mainstreamen für zahlreiche Städter:innen ermöglicht. Denn pro Garten ernten 70-80 Personen
mit!

Firmen, Wohnüberbauungen und andere können ihre Attraktivität erhöhen, indem sie ihren Mitarbeitenden bzw. Mieter:innen ein Selbsternte-Abo zur Verfügung stellen; Kantone und Gemeinden können als Vorbild vorangehen und auf ungenutzten Grünflächen Selbsterntegärten bereitstellen für ihre Angestellten oder die Einwohner:innen. 

Zudem wirkt ein Selbsterntegarten inspirierend: Passant:innen sehen was wächst.. Schulen werden den Selbsterntegarten besuchen...

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Ja, es gibt schon 10 solche Selbsterntegärten als Pilotprojekte in ländlichen Gebieten. 

Erkenntnisse vom Verein Selbsterntegarten welcher alle Pilotprojekte betreut und Richtlinien vorgibt:

Erkenntnisse von Gartenbetreiber:innen:

Erkenntnisse von Ernter:innen

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (z. B. Test-Mainstreaming, Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, usw.)? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?

Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen (wenn ja, wem?), Verknüpfung mit der Verwaltung usw.)?


Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was (maximal CHF 22’500 inkl. Expert:innen-Gutscheine)? 

Projektdauer 10 Monate

In Selbsterntegärten wird Gemüse von einem Gartenbetreiber mit Unterstützung von selbsterntegarten.ch angebaut. Die Abonnent:innen können ihr Gemüse ohne weitere Verpflichtungen ernten. Die bisher erstellten Selbsterntegärten in ländlichen Gebieten haben gezeigt, welche Verhaltensänderungen hin zu einer nachhaltigen Ernährung möglich werden, wenn die Konsument:innen ihr Gemüse selber ernten. Mit dem Projekt sollen die Grundlagen erarbeitet werden, um Selbsterntegärten auch in Städte zu bringen.