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Pilot Food Quartiere Ernährungsumgebungen als Schlüssel zu Klimaschutz, Biodiversität und Gesundheit

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Food Quartiere Basel – Machbarkeitsstudie für ein nachhaltiges Stadt-Land-Ernährungsmodell

Zwei Phasen – ein Ziel: Vom Konzept zur Umsetzung

Die Initiative „Food Quartiere“ ist als langfristig angelegtes, skalierbares Transformationsprojekt konzipiert. Um dieses ambitionierte Vorhaben wirksam und zielgerichtet umzusetzen, ist ein zweistufiges Vorgehen vorgesehen:

1. Machbarkeitsstudie (Phase 1 – Gegenstand dieses Antrags)

Im Rahmen des InnoBoosters soll eine wissenschaftlich fundierte und partizipativ entwickelte Machbarkeitsstudie entstehen. Diese bildet die konzeptionelle und strategische Grundlage für das nachgelagerte Pilotprojekt. Die Studie analysiert Ausgangslage, Zielbild, beteiligte Akteure, potenzielle Maßnahmen und notwendige Strukturen für die Umsetzung des ersten Food Quartiers im Raum Basel.

2. Pilotprojekt (Phase 2 – Umsetzung ab 2026)

Basierend auf der Machbarkeitsstudie wird ein Pilotprojekt im Versorgungsraum Basel-Stadt-Land realisiert. Ziel ist es, Food Hubs zu etablieren, Zielvereinbarungen mit Betrieben einzuführen und Interventionen in der Ernährungsumgebung (z. B. Quartierkarte, Aktionswoche) umzusetzen. Dieses Pilotprojekt dient als übertragbare Blaupause für andere Regionen in der Schweiz.

 

Ausgangslage & Problemstellung

Gerade Ernährung bietet sich an, Lebensqualität und Genuss in der Stadt der kurzen Wege zu betonen. Gleichzeitig birgt unser Essen die Lösung, die mitunter grössten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen: Unsere Ernährungssysteme sind zentrale Treiber der Klima- und Biodiversitätskrise sowie der steigenden Gesundheitskosten (Rockström, Nature Food 2020). Trotz wachsendem Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung verhelfen heutige Ernährungsumgebungen meist nicht zu einer entsprechenden Wahl – im Alltag vieler Menschen fehlt es an konkreten, niederschwelligen Angeboten. Evidenzbasiert gestaltete Ernährungsumgebungen können die nachhaltige Nachfrage wirksam fördern, ohne die freie Wahl einzuschränken (DONE-Framework).

Genau hier setzt die Machbarkeitsstudie an: Um diese Herausforderungen im Raum Basel gezielt und wirkungsorientiert anzugehen, analysiert die Machbarkeitsstudie systematisch die Ausgangslage, identifiziert die zentralen Hebel und prüft, wie evidenzbasierte, partizipativ gestaltete Ernährungsumgebungen konkret im lokalen Kontext umgesetzt werden können. Sie legt damit die wissenschaftliche und strategische Grundlage für ein übertragbares Modell, das im nächsten Schritt pilotiert werden kann.

Damit nachhaltige Ernährung zur neuen Normalität wird, braucht es wirksam gestaltete Ernährungsumgebungen, die als gemeinsame Aufgabe in einem Versorgungsraum angegangen und lokal verankert werden. Die damit verbundenen Herausforderungen lassen sich nicht alleine lösen, sondern bedürfen eines Collective Action Ansatzes. Auch Städte können hier als aktive Ermöglicherinnen wirken – indem sie Räume, Prozesse und Strukturen schaffen, die gesunde Ernährung im Alltag fördern und systemisch verankern.

Ziel & Ansatz der Machbarkeitsstudie

Mit der Machbarkeitsstudie wird die wissenschaftliche und strategische Grundlage geschaffen, um im nächsten Schritt den skalierbaren Pilot „Food Quartiere Basel-Stadt-Land“ zu entwickeln, der gesunde und nachhaltige Ernährung im Quartieralltag systemisch fördert. Im Zentrum der Machbarkeitsstudie steht die Analyse und Konzeption, wie partizipativ gestaltete Ernährungsumgebungen im 10–15-Minuten-Radius im Lebensmittelversorgungsraum Basel-Stadt-Land entstehen können.

Dazu werden relevante Akteure aus Detailhandel, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Verwaltung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Sozialraum und Landwirtschaft eingebunden. Ziel ist ein übertragbares Modell, das als Blaupause für andere Städte und Regionen dienen kann.

Das methodische Vorgehen orientiert sich am Leitfaden von SDSN «Wege in die Ernährungszukunft der Schweiz» und prüft, wie die dort identifizierten Handlungsfelder – gesunde Ernährungsumgebungen, regionale Wertschöpfung, Bildung und Governance – im lokalen Kontext umgesetzt werden können.

Damit schafft die Machbarkeitsstudie die Grundlage für ein wirkungsorientiertes Pilotprojekt und die spätere Skalierung.

 

Konkrete Innovationsbausteine

Living Science Practice Transfer

Um einen beschleunigten Science-Practice Transfer zu ermöglichen hat SDSN ein Expert Panel für Food Environments and System Architecture gegründet, um die evidenzbasierte Gestaltung nachhaltiger und gesunder Ernährungsumgebungen im Detailhandel, in der Gemeinschafts-gastronomie sowie in Städten und Gemeinden anzuleiten und Erkenntnisse laufend in den Piloten einfliessen zu lassen.

Nachfrageseitige Lösungen und Food Hubs

Die Machbarkeitsstudie untersucht, wie fehlende konsumsseitige Lösungen zur Stärkung nachhaltiger Nachfrage gemeinsam mit Landwirtschaft und Produzierenden entwickelt werden können – ohne die Wahlfreiheit einzuschränken. Zentrale Rolle spielen dabei lokale Food Hubs, die als koordinierende Knotenpunkte alle Schlüsselakteure verbinden und so die Umsetzung und Kommunikation im Quartier erleichtern. Dank ihrer Anbindung an bestehende Strukturen und der Erreichbarkeit innerhalb von 10 Minuten werden nachhaltige Produkte für Konsumierende und Produzierende besser zugänglich und die regionale Wertschöpfung gestärkt.

Modulare Zielvereinbarungen mit Betrieben

In Anlehnung an das Energiestadt-Modell entwickeln Betriebe des Detailhandels, der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gemeinsam mit dem lokalen Food Hub stufenweise Zielvereinbarungen zur aktiven Mitgestaltung einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Choice Architecture. Im Fokus steht dabei nicht nur das Angebot selbst, sondern die bewusste Gestaltung der Auswahlumgebung – etwa durch Sichtbarkeit, Platzierung, Kommunikation oder Anreize – um nachhaltige Entscheidungen für Konsumierende einfacher und attraktiver zu machen.

Evidenzbasierte Transformation & Collective Action

Die Machbarkeitsstudie baut gezielt auf bestehenden Projekten und Initiativen wie Feld zu Tisch, Lebensmittel-Netzwerken, Labels und Gesundheitsprogrammen auf. Durch die Nutzung aktueller Forschung zu wirksamer Transformation werden Synergien geschaffen, Doppel-spurigkeiten vermieden und die lokale Ownership gestärkt. Im Rahmen eines partizipativen Collective Action Prozesses werden konsumseitige Anbieter, Multiplikatoren und die gesamte Wertschöpfungskette aktiv in die gemeinsame Gestaltung der Ernährungsumgebungen einbezogen. So wird sichergestellt, dass bestehende Bewegungen integriert und alle relevanten Akteure in der Versorgungsregion gemeinsam an wirksamen, nachhaltigen Lösungen arbeiten.

Integration agrarökologischer Prinzipien

Die Food Quartiere setzen auf eine Ernährung, die ökologische Regeneration, lokale Wertschöpfung und soziale Gerechtigkeit in Einklang bringt. Dabei werden unter anderem saisonale und standortangepasste Produktion, ressourcenschonende Bewirtschaftung, sowie die Förderung der Boden- und Biodiversitätsgesundheit berücksichtigt. Diese Prinzipien werden alltagsnah in das Quartierleben übersetzt – durch bewusste Angebotsgestaltung, Wissensvermittlung und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

 

Erwartete Wirkungen und Rolle der Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie zum Piloten „Food Quartiere Basel-Stadt-Land“ ist der zentrale erste Schritt eines langfristig angelegten Transformationsprojekts. Sie analysiert systematisch, wie das Zielbild und die angestrebten regionalen Outcomes im Versorgungsraum Basel-Stadt-Land erreicht werden können. Die Machbarkeitsstudie entwickelt dafür ein wissenschaftlich fundiertes, partizipativ abgestimmtes Modell und legt die strategische Grundlage für einen nachgelagerten Pilot. Erst auf Basis ihrer Ergebnisse kann der Pilot Food Quartiere als Proof of Concept umgesetzt werden.

Zielbild

 

Das Klima-, Biodiversitäts-, Gesundheits- und Wertschöpfungspotential nachhaltiger Ernährung wird schweizweit realisiert. Attraktive Ernährungsumgebungen im Umkreis von 10 Minuten stärken die nachhaltige Nachfrage und knüpfen an lokale, nachhaltige Wertschöpfungsnetze die Stadt und Land verbinden.

 

Projektstand & nächste Schritte

Das Projekt befindet sich in der Vorbereitungsphase. Ein erster Workshop mit Akteur:innen aus Verwaltung, Sozialraum, Bildung, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft hat im Februar 2025 stattgefunden. Daraus wurden die zentralen Bausteine geschärft und in weiteren Treffen im Mai auf den Wirkungsraum Basel konkretisiert. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bilden die Voraussetzung für die Entscheidung und Ausgestaltung des anschliessenden Pilotprojekts.

 

 

Erwartete Ergebnisse des Boosters

 

Langfristige Wirkung & Skalierung

Der Inno Booster ermöglicht die wissenschaftlich fundierte Machbarkeitsstudie, die als strategische und inhaltliche Grundlage für den nachgelagerten Piloten „Food Quartiere Basel-Stadt-Land“ dient. Nur auf Basis der in der Machbarkeitsstudie gewonnenen Erkenntnisse, Strukturen und Zielarchitektur kann der Pilot entwickelt und als Blaupause für ein partizipativ erarbeitetes, systemisches Modell zur Gestaltung nachhaltiger Ernährungsumgebungen im 10–15-Minuten-Radius umgesetzt werden.

Das Ziel ist, dieses erprobte Modell nach erfolgreichem Pilot auf weitere Versorgungsräume in der Schweiz zu übertragen – darunter Städte und Agglomerationen wie Winterthur, Luzern, St. Gallen, Regionen im Aargau oder der Romandie. Die Übertragbarkeit wird durch begleitenden Wissensaustausch, einen praxisorientierten Leitfaden („How to Food Quartier“), Workshops, Peer-Learning und Evaluation sichergestellt.

„Food Quartiere“ ist ein partizipativer Pilot im Wirkungsraum Basel zur Gestaltung gesunder, nachhaltiger Ernährungsumgebungen im 10–15-Minuten-Radius. Der Pilot zeigt, wie Ernährung als Hebel für Klima, Biodiversität und Gesundheit lokal genutzt werden kann. Ziel ist es, auf Quartiersebene wirksame Choice Architectures zu schaffen – getragen von Betrieben, Multiplikator:innen und Verwaltung, mittels modularen Zielvereinbarungen, lokale Food Hubs & agrarökologische Prinzipien – skalierbar auf weiter Städte.