Zukunftswerkstatt: Proteinwende im urbanen Raum
Project Idea Metadata
- Project Idea Name: Zukunftswerkstatt: Proteinwende im urbanen Raum
- Date: 5/23/2025 9:42:55 AM
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Project Idea Description
Welches grundlegende Problem adressiert ihr? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?
Unser aktuelles urbanes Ernährungssystem ist noch immer stark auf tierische Proteine ausgerichtet – mit weitreichenden Konsequenzen für Klima, Biodiversität, Gesundheit und globale Gerechtigkeit. Gleichzeitig existieren heute kreative Möglichkeiten, z. B. Hülsenfrüchte genussvoll zuzubereiten und innovative pflanzenbasierte Alternativen, die jedoch vorwiegend in Nischen verbleiben. In städtischen Räumen fehlt es an Bewusstsein, Zugang, erlebbaren Erfahrungsräumen und sektorübergreifenden Kollaborationen, um eine zukunftsfähige Ernährungskultur und pflanzenbasierte Alternativen in den Mainstream zu bringen.
Unsere Hypothese: Eine echte Proteinwende braucht physische und soziale Räume, in denen urbane Bevölkerung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam an konkreten Lösungen arbeiten. Systemische Co-Creation-Formate mit klarem Alltagsbezug können so neue Essgewohnheiten in Gang setzen und verstetigen.
Welche Gewohnheiten möchtet ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?
Wir zielen darauf ab, die Konsumgewohnheiten im urbanen Raum hin zu einer pflanzenbasierten Proteinversorgung zu verschieben. Statt reinem Informationsangebot setzen wir auf zwei gezielte, erlebbare Pilotformate, die Beteiligung, Geschmack und Wirksamkeit verbinden. Diese sollen echte, kontextspezifische Fragen bearbeiten, die von Akteur:innen aus Stadt, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis eingebracht werden. Daraus entstehen zwei validierte Prototypen für ein Format, die in Zukunft modular einsetzbar sind und breiter skaliert werden können.
Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?
- Konsument:innen: Erhalten Zugang zu attraktiven, nachhaltigen Ernährungsoptionen, können über Genuss und Begegnung, gemäss Gottlieb Duttweiler Institut die wichtigsten Determinanten für die “willingness to try”, neue kulinarische Erfahrungen sammeln und diese positiv konnotieren
- Produzent:innen & Unternehmen: Können ihre Produkte testen, Feedback sammeln, Netzwerke erweitern, Infrastruktur teilen und werden inspiriert, den Wert von Ko-Kreation zu entdecken
- Verwaltung & Politik: Erhalten Impulse für zielführende Rahmenbedingungen und Strategien, können Möglichkeiten innerhalb des Machbaren vermitteln und erfahren von Bedürfnissen der Wirtschaft und Zivilgesellschaft
- Zivilgesellschaft & Bildungsinstitutionen: Profitieren von Wissenstransfer und Plattformen für Austausch, erweitern ihr Netzwerk und erhalten Zugang Akteur:innen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
- Protein Transition Switzerland (Lead / Inhalt): Strategische Leitung, Themenfokus, Stakeholder-Netz.
- DasProvisorium (Umsetzungspartner / Raum): Veranstaltungsort, Plattform, Community-Anbindung.
- Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Forschungspartner): Begleitforschung, Wirkungsanalyse, Entwicklung von Skalierungsmodellen.
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Im April 2025 organisierte Protein Transition Switzerland einen Kick-off Workshop mit rund 30 Stakeholder:innen. Die Rückmeldungen bestätigten den Bedarf an konkreten, kontextspezifischen Formaten für sektorübergreifende Zusammenarbeit zur Proteinwende. Gleichzeitig wurde das aktive Einbinden und Aktivieren von Konsumierenden als wichtiger Hebelpunkt identifiziert. Unser Projekt greift diese Erkenntnisse gezielt auf und testet zwei niederschwellige Prototypen als Antwort auf die im Workshop erarbeiteten Herausforderungen.
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?
Wir entwickeln und testen zwei gezielte Formate, die unterschiedliche Hebel der Proteinwende im urbanen Raum adressieren.
- Coworking-Days im Provisorium: Dieses Format richtet sich an Akteur:innen entlang der urbanen Wertschöpfungskette – von Produktion über Beschaffung bis zu Verpflegung und Bildung. In einem offenen Arbeitssetting mit thematischer Rahmung (z. B. „Urbane Verarbeitung, Nachfrage und regionale Produktion zusammenbringen“) entstehen durch Coaching, Kurzberatung und kollaboratives Arbeiten konkrete Lösungsansätze. Ziel ist es, Silo-Denken zu überwinden, Akteur:innen gezielt zu vernetzen und strukturelle Barrieren aufzubrechen.
- Interaktiver Begegnungs- und Erlebnisraum zur Proteinwende: Ein niederschwelliges Format für die urbane Bevölkerung und interessierte Schlüsselakteur:innen, das Genuss, Gemeinschaft, Wissen und Beteiligung verbindet. In einer kuratierten Umgebung – im Provisorium als etabliertem urbanem Experimentierraum für nachhaltige Ernährung – erleben Besucher:innen pflanzenbasierte Ernährung durch Verkostung, Storytelling, Erfahrungsstationen sowie partizipative Mitmachformate. Ziel ist es, Neugier zu wecken, Vertrauen aufzubauen und nachhaltiges Essverhalten positiv aufzuladen.
Unsere Ziele für diese Formate sind dabei mehrschichtig:
- Ein übertragbarer, öffentlich zugänglicher Blueprint für Formate im urbanen Raum, die im Idealfall auch für andere Themenbereiche eingesetzt werden können.
- Dokumentation und Evaluation der Wirkmechanismen: Was wirkt für wen, in welchem Setting – und warum?
Was erhofft ihr Euch vom Booster?
- Der Booster ermöglicht uns, zwei vielversprechende Formate unter realen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, daraus einen skalierbaren, institutionalisierbaren Lösungsansatz für andere Städte und urbane Zentren.
- Sparring mit Expert:innen (u.a. Kommunikation, Ernährungsverhalten, Stadtentwicklung).
- Zugang zu Verwaltungsstellen (z. B. Stadt Zürich, aber auch weitergehende Kontakte und Testflächen).
- Sichtbarkeit und Validierung zur Erschliessung von Folgefinanzierungen.
Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
- Expert:innen für Impact-Messung (ZHAW involviert)
- Beratung für Public Engagement & Design von Transformationsformaten
- Anbindung an Policy & Urban Governance (Stadt / Kanton)
Wie viel Budget fordert ihr von uns für was (maximal CHF 22'500)?
- CHF 14'500: Konzept, Durchführung, Entwicklung, mehrfache Facilitation und Evaluation von zwei Pilot-Formaten
- CHF 3’500: Coaching und Beratung durch Fachexpert:innen (Gutscheine)
- CHF 4’500: (Kommunikations-)Materialien, Dokumentation, Website
Eigenleistungen (nicht Teil des Förderbudgets)
Zusätzlich zum beantragten Förderbetrag bringen die Projektpartner folgende Eigenleistungen ein:
- Raumnutzung DasProvisorium: Teilweise Deckung der Infrastruktur, Veranstaltungsfläche, technische Ausstattung und personelle Ressourcen im Rahmen der Kooperation (geschätzt CHF 5’000 in Sachleistungen).
- Arbeitszeit Protein Transition Switzerland: Zusätzliche Leistung im Rahmen von Konzeption, Koordination, Kommunikation und Projektleitung (geschätzt 80 Stunden à CHF 80.– = CHF 6’400).
Die Proteinwende braucht urbane Räume, in denen neue Lösungen gemeinsam entstehen können – konkret, kollaborativ und alltagsnah. Im Provisorium entwickeln und testen wir zwei modulare Formate, die pflanzenbasierte Ernährung sicht- und erlebbar machen. Ziel ist ein skalierbarer Blueprint für Städte, die Genuss, Nachhaltigkeit und Gesundheit zusammendenken.