Sharing-Business-Modelle als Erfolgshebel der Kreislaufwirtschaft
Project Idea Metadata
- Project Idea Name: Sharing-Business-Modelle als Erfolgshebel der Kreislaufwirtschaft
- Date: 5/23/2025 1:18:53 PM
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Project Idea Description
Welches Problem möchtet ihr lösen? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für die Idee?
Das Potenzial von Sharing-Modellen ist gross, kann jedoch momentan nicht ausgeschöpft werden: Viele Sharing-Startups scheitern oder bleiben in der Nische, obwohl ihr Potenzial für Ressourcenschonung und Emissionsreduktion enorm ist. Häufig fehlt es an Erkenntnissen zu Erfolgsfaktoren wie Vermarktung, Nutzervertrauen, Finanzierung, Partnerwahl oder Marktanpassung. Zudem gibt es wenig systematische finanzielle Unterstützung für die Skalierung dieser Modelle. Unsere Hypothese: Sharing-Modelle scheitern oft nicht am Bedarf, sondern an fehlendem Wissen zur richtigen Vermarktung, Finanzierung und Skalierung sowie an strukturellen Hindernissen.
Wie trägt die Idee zur Lösung des Problems bei?
Unsere Machbarkeitsstudie liefert erstmalig eine systematische Analyse der Erfolgsfaktoren und Hemmnisse von Sharing Startups/Vereinen/ Nachbarschaftsprojekten im zirkulären Kontext in der Schweiz. Anhand verschiedener wissenschaftlicher Methoden – Interviews, Umfragen und Desk Research – identifizieren wir die zwei bis drei skalierbarsten und tragfähigsten Modelle und erarbeiten Handlungsempfehlungen, wie Sharing-Modelle effektiver gefördert und skalierbare Ansätze, z.B. im urbanen Raum, verbreitet werden können. Dies kann die Erfolgsquote und den Markteintritt zirkulärer Sharing-Initiativen nachhaltig erhöhen.
Wir verfolgen einen wissenschaftlichen Ansatz mit konkreten Empfehlungen für die Praxis, der systematisch die Stellschrauben eines erfolgreichen Sharing-Modells aufdeckt, die bisher oft unerkannt bleiben. So soll die Basis für eine breite Skalierung von Sharing-Modellen geschaffen werden.
Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Faktoren wie die bestehenden und die erfolgreichsten Sharing-Geschäftsmodelle sowie makroökonomische Faktoren wie das Angebot an gemeinsam genutzten Gegenständen im Vergleich zur Verbrauchernachfrage analysiert. Verschiedene Finanzierungsansätze werden verglichen und gegenübergestellt. Eine Bewertung der Geschäftsstrukturen und Teams wird bei der Analyse ebenfalls eine Rolle spielen.
Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines Handbuchs (Playbook) für Sharing-Modelle, das von unterschiedlichen Akteuren, einschliesslich bestehender Sharing-Economy-Unternehmen, Unterstützungsorganisationen und Geldgebern, verwendet werden kann, um erfolgreiche Ansätze reproduzierbar und skalierbar zu machen.
Wer wird von der Lösung profitieren und wie?
- Startups und Unternehmer:innen im Sharing- und Kreislaufwirtschaftsbereich erhalten konkrete Handlungsempfehlungen für die Skalierung ihrer Geschäftsmodelle. Das Playbook kann dabei als Roadmap dienen.
- Das Playbook bietet Städten die Möglichkeit, ihre Sharing Projekte, wie das Basler Projekt ‘Franck Areal’ oder das Zürcher ‘Pilotquartier Netto-Null’, anhand der im Playbook ermittelten Faktoren zu überprüfen und allenfalls zu optimieren.
- Die Stadt Basel und andere Schweizer Städte erhalten erprobte Ansätze, um Sharing-Modelle als Teil der urbanen Klimastrategie gezielt zu stärken und diese an Konferenzen und Initiativen vorzustellen und zu diskutieren z.B. während der Sustainability Days.
- Unternehmen erhalten wissenschaftlich basierte Erkenntnisse zu erprobten Sharing-Ansätzen, die sich gezielt in ihre Geschäftsprozesse integrieren oder dort berücksichtigen lassen.
- Die Gesellschaft und Umwelt profitieren von der Weiterentwicklung von Sharing-Angeboten durch Ressourcenschonung und reduzierte Emissionen. Das Playbook dient dabei als Leitfaden für verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten.
- Innovationsprogramme wie Circular Economy Transition Incubator und Basel Circular können ihre Förderstrategien auf Basis der Erkenntnisse optimieren.
Wie trägt die Idee zum Ziel der Klimagerechtigkeit bei?
Sharing-Modelle sparen Ressourcen und Emissionen ein, indem sie die Nutzung vorhandener Produkte maximieren und die Produktion neuer Güter reduzieren. Besonders in urbanen Räumen kann Sharing die Umweltbelastung senken und gleichzeitig den Zugang zu Ressourcen demokratisieren, indem günstige Sharing-Optionen die Abhängigkeit von individuellem Besitz verringern.
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
- Swiss Climate: Tabea Baumgartner und Evelyn Frischknecht (Projektleitung)
- Impact Hub Zürich: Heron Mochny (Analyse)
- FHNW: Dr. Pavlina Pavlova (Forschungspartnerin für Datenanalyse und wissenschaftliche Validierung)
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Nein, eine systematische Untersuchung von Sharing-Startups im Circular-Economy-Kontext wurde in der Schweiz bisher nicht durchgeführt. Das Projekt basiert jedoch auf den Erfahrungen und Netzwerken des Circular Economy Transition (CET) Inkubators.
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten? Was werdet ihr am Ende des Boosters liefern?
Wir führen eine Machbarkeitsstudie durch:
- Analyse der Sharing-Modelle und Business Modelle aus dem CET Inkubator
- Identifikation von Erfolgsfaktoren, Patterns, und Hemmnissen, sowie Kundenakzeptanz
- Auswahl von 2-3 skalierbaren Vorbildmodellen
- Ableitung von Empfehlungen für Startup-Förderung und städtische Rahmenbedingungen, auch Empfehlungen für KMUs sowie einzelne Geschäftsbereiche
- Erarbeitung einer Skalierungsstrategie mit Empfehlungen für die breitere Implementation in der Wirtschaft
Ergebnis:
Bericht (Playbook) mit Best Practices, Skalierungsstrategien und Handlungsempfehlungen für Startups, Förderprogramme (z. B. BaselCircular) und die Stadt Basel sowie andere Schweizer Städte. Diese werden veröffentlicht, die Erkenntnisse über verschiedene Kanäle in unserem Netzwerk gestreut und in zukünftigen Programmen berücksichtigt.
Was erhofft ihr Euch von dem Booster?
- Erfolgschancen von Sharing-Geschäftsmodellen erhöhen
- Unterstützung bei der Datenauswertung und Systematisierung
- Vernetzung mit weiteren Sharing-Initiativen und städtischen Akteuren, auch Initiativen und Ansätzen aus dem Mainstream
- Sichtbarkeit für zirkuläre Startups erhöhen
Wen brauchst du als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
- Fachpersonen für urbane Transformation
- Fachperson soziale Transformation / Innovation
- Data Analysts für die qualitative und quantitative Auswertung der Startup-Ergebnisse
- Expert:innen für kommunale Innovationsförderung (z. B. BaselCircular)
Wie viel Budget fordert ihr von uns für was?
Für die Studie rechnen wir mit Kosten von CHF 19’000 zuzüglich CHF 3’500 für externe Expert:innen über FUS, gesamthaft CHF 22’500. Die genaue Verwendung des Budgets ist vertraulich und wurde per E-Mail bei FUS eingereicht.
Sharing-Modelle sind zentral für die Kreislaufwirtschaft: Sie sparen Ressourcen, verlängern die Produktnutzung und senken Emissionen. Doch viele Sharing-Startups bleiben Nischen oder scheitern. Unser Projekt analysiert 60+ Startups/Vereine/Nachbarschaftsprojekte mit Sharing-Bezug aus dem schweizweiten Circular Economy Transition Inkubator (2019-2024), identifiziert systematisch Erfolgsfaktoren und Hemmnisse und liefert praxisnahe Empfehlungen, um Sharing-Angebote im urbanen Raum verstärkt einzubinden, zu skalieren und besser zu vermarkten.