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StadtSchrank

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Welches grundlegende Problem adressiert ihr?​ Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz?

Winterthur erzeugt täglich grosse Mengen noch tragbarer Kleidung ≈ 2 t pro Tag von denen nur rund 100Kg (2–5%) dieser Stücke lokal im Kreislauf bleiben. Der Rest verlässt die Region oder wird thermisch vernichtet.

StadtSchrank schaut sich die Lücke der Klimabilanz, Wertschöpfungslücke und Infrastruktur-Mismatch an, für ein skalierbares und auf neuen Technologien gestütztes Sharing-Modell für Second-Hand-Textilien.

1. Fragmentierte Akteur- und Plattformlandschaft

Heute existieren in der Circular-Fashion-Szene zahlreiche Einzelinitiativen, die nebeneinander herlaufen und häufig um die gleiche, begrenzte Aufmerksamkeit konkurrieren. Drop- und Pick-up-Points sollen als offenes Netzwerk konzipiert, das über gemeinsame Daten- und Logistikschnittstellen allen Beteiligten zugänglich werden. 

2. Mangel an Convenience und Vertrauen

Für viele Bürger*innen ist das Weitergeben oder Kaufen von Second-Hand-Kleidung noch immer umständlich. Durch QR-gestützte Konsignations­abgabe, eine Wallet-Gutschrift in Echtzeit und einen 48-Stunden-Servicelevel, prüft StadtSchrank wie sich die Hürde von «kompliziert“ in „kinderleicht“ verwandeln liesse.

3. Die Passform-Lücke („Fit Gap“)

Weil es keine einheitlichen Grössennormen gibt, gleicht das Finden wirklich passender Stücke einer Lotterie. Zwei Fotos für Body-Scanning kombiniert mit Machine-Learning-Matching verschiebt den Fokus weg von pauschalen „S/M/L“-Angaben hin zu individuellen Körpermassen. Dadurch werden Secondhand Käufe berechenbarer und passgenauer.

4. Nicht kreislauffähige Letzte-Meile-Logistik

Klassische Kurier­dienste liefern Ware in einer Richtung aus; Retouren oder Abholungen erfolgen mit separaten Fahrten. Dieses Einweg­paradigma widerspricht der Idee geschlossener Stoffkreisläufe. StadtSchrank erarbeitet Möglichkeiten für kombinierte Bring-&-Hol-Touren mit eCargo-Bikes.

Soziale Innovation bedeutet für uns der Versuch alltägliche Gewohnheiten, die von vielen Menschen in einer Gesellschaft geteilt werden, zu verändern oder neu zu gestalten (z.B. unsere gewohnte Arten und Weisen zu reisen, zu wohnen, uns zu ernähren etc.). 

Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?

Welche Alltagsgewohnheiten wollen wir verändern - und mit welchem Ansatz?

1. Kleiderschrank-Stau auflösen

Gut erhaltene Kleidungsstücke liegen oft ungenutzt im Schrank. StadtSchrank prüft Wege dies zu ändern: QR-gestützte Drop-off-Points ermöglichen die Abgabe als Konsignationsware. Jede Abgabe resultiert in einer Wallet-Gutschrift und motiviert durch Gamification-Elemente. Wegwerfen wird so zur neuen Weitergabe-Routine.

2. Passform-Unsicherheit beseitigen

Fehlende Grössennormen machen Second-Hand zur „Grössenlotterie“. Ein Body-Scanning-Modul erfasst die Körpermasse und vergleicht sie mit Artikeldaten. Ein Ampelsystem zeigt die Passform, und im Pick-up-Store kann man Feedback geben. So entsteht Vertrauen. Dieser Ansatz wird noch ohne technologische Entwicklung getestet und ausgwertet.

3. Letzte-Meile neu denken

StadtSchrank hat die Vision Bring- und Hol-Touren mittels eCargo-Bikes zu kombinieren und untersucht was eine Dispatch-KI mitbringen muss. Dies würde Kilometer und Kosten je Kleidungsstück reduziert und einen 48-Stunden-Service gewährleistet.

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?

Winterthurer*innen erhalten bequemen Zugang zu günstiger Second-Hand-Mode und sparen CO₂-Emissionen und Geld. Lokale Händler profitieren von zusätzlicher Laufkundschaft und Cross-Selling. Logistikdienstleister nutzen ihre eCargo-Bike-Flotten effizienter. Die Stadt Winterthur reduziert CO₂ und Restmüll, während Wertschöpfung und Steuereinnahmen in der Region bleiben. Arbeits- und Sozialprogramme bieten Jobs und Qualifizierungsmöglichkeiten. Wissenschaft und Ausbildung gewinnen datenreiche Feldstudien. Secondhand-Plattformen und Upcycling-Labels erhalten vorsortierte Ware und rechtlich geklärte Rahmenbedingungen. Projektergebnisse dienen als Blueprint für andere Städte.

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Initiator der Idee, Projektleiter und Mitgründer des Vereins «StadtSchrank» als NPO ist Florian Walther. Der Grundstein für den Verein wurde mit der Idee «DeinCloudSchrank» gelegt, welcher Teil des diesjährigen Circular Economy Incubator ist und die technologische Machbarkeit beleuchtete und dabei auf viel Widerstand stiess. Die aus dem Incubator gewonnene Erkenntnis ist, dass es für einen technologischen Einsatz, weitere noch grundlegendere Bedürfnisse braucht, die abgedeckt werden müssen und die Akzeptanz dafür erst geschaffen werden muss. Sprich es müssen noch kleinere Schritte gefunden werden, um Vertrauen und Sicherheit, sowie Zusammenarbeit mit anderen Akteuren zu gewinnen.

Forschungspartnerin hierbei ist das Institut für nachhaltige Entwicklung der ZHAW.

Als weitere Mitwirkende sind zwei weitere Gründungsmitglieder aus der Kreislaufwirtschaft. Für Umfragen werden Studierende der ZHAW rekrutiert, sowie über die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen gesucht. Mitwirkende sollen mit einem minimalen Stundenansatz abgegolten werden.

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Zwischen März und Mai 2025 führten wir im Rahmen des Circular Economy Incubator Stakeholder-Interviews mit dem Tiefbauamt Winterthur, lokalen Modegeschäften, Besucherinnen und Standverantwortliche auf dem Flohmarkt Winterthur und Last-Mile-Dienstleistern durch. Nicht alle Beteiligten waren von Beginn an begeistert, doch signalisierten prinzipielle Kooperationsbereitschaft, wobei klare Regelungen zu Haftung und Datenschutz geregelt werden müssen. Die Entsorgung von Siedlungsabfall, zu dem auch Altkleider gehören, ist klar geregelt. Weitere Player sind nur ungern gesehen. Kleidung zu erhalten ist einfach, die Schwierigkeit liegt beim Verkauf.

Ergänzend analysierten wir am Schreibtisch bestehende Second-Hand-Plattformen wie Tutti, Ricardo, Vinted und die Struktur klassischer Brockis, sowie Studien zu eCargo-Bike-Pilotprojekten in Deutschland. Die Recherchen verdeutlichten, dass Aufwand bei der Abgabe und Unsicherheit hinsichtlich der Passform heute die grössten Hemmnisse für Secondhand Bekleidung sind. Bei der Zustellung zeigte sich, dass eCargo-Bikes die Kosten pro Teil erheblich reduzieren können, sobald Bring- und Hol-Fahrten auf einer Route gebündelt werden.

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten (Test-Mainstreaming, Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines klimagerechten Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps)?

Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?

Wir wollen je drei QR-Drop-off-Points und zwei Pick-up-Points in Winterthurer Modegeschäften einrichten, und die Akzeptanz von Technologie unterstützte Vermessung von Körper und Kleidung testen. Ziel ist, dass mindestens 50 Personen den Service einmal real nutzen.

Parallel erarbeiten wir ein klimagerechte Geschäfts­modell: Auf Basis eines Lean Business Canvas modellieren wir Kosten, Erlöse und den CO₂-Impact gemeinsam mit dem ZHAW-Institut für nachhaltige Entwicklung. 

Ein dritter Schwerpunkt ist die letzte Meile. Wir testen die Möglichkeit kombinierter Bring-und-Hol-Routen per eCargo-Bike. Dabei definieren wir, wie eine Schnittstelle aussehen müsste und was eine Dispatch-KI können sollte. 

Um alle Beteiligten abzusichern, lassen wir in juristisches Kurz­gutachten zu Haftungs-, Gewährleistungs- und Datenschutz­fragen erstellen.

Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen (wenn ja, wem?), Verknüpfung mit der Verwaltung usw.)?

Neben der finanziellen Unterstützung für die Durchführung der geplanten Arbeiten, erhoffen wir uns vom Booster einen Zugang zum Netzwerk von ähnlichen Initiativen und deren Lösungen, welche uns noch nicht bekannt sind. Einerseits um neue Erkenntnisse zu erhalten und andererseits, um Doppelspurigkeit zu vermeiden, bzw. Synergien zu finden. 

Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Expertenwissen benötigen wir aus dem Bereich Behavioral Change von Kreislaufwirtschafts-Projekten, juristischen Wissen für rechtliche Fragen, sowie Forschungspartner*innen aus dem Bereich Sharing und Nachhaltigkeit.

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was (maximal CHF 22’500 inkl. Expert:innen-Gutscheine)? 

Im Nachtrag kann diese Summe nicht mehr erhöht werden, bitte kalkuliert daher genau. Die Summe fliesst nicht in ein Bewertungskriterium ein, sie hat also keinen Einfluss auf die Entscheidung, ob eine Idee gefördert wird oder nicht. Warum wir fragen: Wenn eine Idee von Anfang an weniger Budget braucht, können wir mehr Ideen fördern.

Für dieses Vorhaben benötigen wir den vollen Betrag von CHF 19’000 für die folgenden Leistungen:

    1. Entlöhnung für Mitwirkende – CHF 9'000 in Form von Gutscheinen der «jungen Altstadt Winterthur»
    2. Aussenwirkung – CHF 3'000 Aufbau und Betrieb von Webseite und Social Media Präsenz
    3. Prototyping – CHF 1’000 Bau von Prototypen
    4. Infrastruktur, Consulting – CHF 6'000 Miete Pop-Up Store & eCargo Bike, Hosting, Rechtsberatung

StadtSchrank ist ein Pilot für Kreislaufwirtschaft von Bekleidung (und Schuhen) in Winterthur:

Täglich fallen in Winterthur rund 2 t tragbare Textilien an, aber nur 100 Kg (2–5%) bleiben lokal. Wir testen in Umfragen und über die Errichtung von Drop-off-Points (mit QR-basiertes Konsignations­abgeben) und Pick-up-Points in Mode­-Läden mit Umkleide, die Akzeptanz neuer Technologien wie Body-Scanning, Bilderkennung sowie Machine Learning für passgenaue Bekleidung, bzw. erörtert welche Voraussetzungen nötig sind, um solche einzuführen.

Social-Media Kampagnen, Behavioral Change und Gamification sollen Zielgruppen aktivieren. Ein Logistik-Proof-of-Concept mit eCargo-Bikes auf der letzten Meile wird geprüft.

Bis Dez 2025 liefern wir einen offenen Report mit der Auswertung der Umfragen, Ablaufdiagrammen und Rechts­gutachten als Blueprint für andere Initiativen. Das Ziel ist die Entwicklung eines skalierbaren Modell für klimagerechtes Textil-Sharing mit neuen Technologien zur Erreichung der gesetzten Klimaziele.