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QUARTIER DER FÜRSORGE – Lebenszentrierte Stadtplanung

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Project Idea Description

"Wir haben immer das Bedürfnis nach Selbsterfüllung”, wurde von Björn Müller am FUS-Workshop gesagt. Und weiter unterschied er zwischen “clock & cloud problems” [nach Popper]. Wenn konsum-orientierte Selbsterfüllung auch ohne bessere “Sharing-Konzepte”, eine “essbare Stadt” oder eine “Stadt der kurzen Wege” geht oder sogar einfacher [und oft auch günstiger] ist, wird der Wandel in eine Future Urban Society nicht klappen. Öko-Bewegungen wie Suffizienz und Degrowth, als auch sozialgesellschaftliche Bewegungen wie die “Inner Development Goals” [IDGs] werden für sich alleine das Wurzelproblem unseres globalen Dilemmas nicht lösen können und schlimmstenfalls Fragmentierung weiterführen oder verlagern. 

→ Frage: Weshalb setzen wir in Zürich aktuell Stadtentwicklungskonzepte wie das Pilot-Quartier Netto-Null und die Superblöcke ohne Anpassung um, obschon viele sagen, dass wir damit auf dem Holzpfad sind?

Antworten auf solche Fragen sind nicht einfach. Im Zweifelsfall waren “die Anderen” – die Stadt, das Planungsbüro, das Bauunternehmen etc. schuld, das Budget zu klein oder man “hatte Probleme nicht kommen sehen”. Unsere grundlegende Art zu denken und unsere darauffolgende Weltanschauung und Methodik zu hinterfragen fällt uns schwer, weil wir etwas Unbekanntes schwer antizipieren können – selbst wenn es besser für uns wäre.

→ Folgefrage: Wieso hatten tiefergehende radikale Stadtentwicklungskonzepte für Sharing-Ökonomien und Städte der kurzen Wege wie Bolo 'Bolo keinen Erfolg?

Die Modalität – über die Jahrzehnte von Trendbewegung zu Trendbewegung zu hopsen – wird nicht mehr lange gehen. Wenn wir jetzt nichts verändern, und immer wieder dieselben linearen Lösungsmuster als neu verkaufen, fahren wir eine zeitorientierte Wettbewerbsstrategie [first-mover-advantage], welche Kosten verursacht und Wandel schlimmstenfalls sogar verhindert. Und genauso wie der reaktive Aktivist wird irgendwann auch der “Gesellschaftswandler”, der “Zukunfts-Facilitator” und der “Bewusstseins-Coach” müde, hört auf oder macht schlimmstenfalls desillusioniert und selbstmaximierend weiter. Bis wir irgendwann alle zu Katastrophenrisiko-Manager*innen werden [müssen]. 

Wollen wir das? Wohl kaum. Doch Komplexität geht nicht weg, wenn man sie einfach ignoriert.

Was ist die Alternative? Nun, erstmal eingestehen, dass wir in der Klemme stecken. Und von diesem ehrlichen Ausgangspunkt aus radikal neue und radikal alte Methoden prototypisieren. Unser Zeitgeschehen fordert uns auf, radikal neu “wild research und wild tests” zu machen, wie Björn so schön sagte.

Was für Anhaltspunkte haben wir? Nun, alle “clock solutions” sind zum Scheitern verurteilt, wenn sie sich einem “cloud problem” annehmen – zum Beispiel der Frage des “Selbst” und “Erfüllung”, welche sich unter Anderem hinter unseren globalen Krisen verstecken. Wer glauben wir zu sein? Was macht uns glücklich? Welchen Platz haben wir in re-harmonisierten Ökosystemen?

Systemische Hypothese:

Alle „clock-solutions“ scheitern an komplexen, „cloud-artigen“ Kernfragen wie Identität, Gemeinschaft und Wohlbefinden. Radikal neue [und zugleich alte] Lösungen für diese Kernfragen fehlen bislang im öffentlichen Diskurs oder werden marginalisiert. 

Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?

Wir wollen diese Kernfrage im Wettbewerb “Stadt der kurzen Wege” in ein Zürcher Quartier bringen [vorzugsweise einen der Superblöcke], um von dort aus im FUS-Sinne von “wild research, wild tests” radikale Formen der Re-Imagination von…

  1. Bio-sozialer Infrastruktur (Bsp.: Schulen als dezentralisierte Lernorte)
  2. Governance-Strukturen (Bsp.: Kollektive und dezentrale Entscheidungsfindung)
  3. Finanzmechanismen (Bsp.: Sharing-Ökonomie & alternative Währungen)
  4. Stadtentwicklung & Freiraumplanung (Bsp.: Ökosystempflege und suffiziente Raumgestaltung)

…[weiter] zu designen, welche wir für eine lebenswerte Zukunft dringend benötigen. Wir wollen Gewohnheiten verändern, indem wir radikal andere, ganzheitliche Lebensmodelle sichtbar und erfahrbar machen.

Zielbild ist für uns ein fürsorgliches Quartier der kurzen Wege. Ein Quartier, welches füreinander da ist, dezentralisiert Entscheidungen treffen kann und sich ähnlich einem Ökosystem harmonisch entwickelt. Das mag philosophisch klingen. Indigene Völker, Jainismus uvm. zeigen jedoch, dass dergleichen möglich ist und lediglich unserem Kulturkreis weitgehend unbekannt [geworden] ist. 

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?

Stadt Zürich und andere Schweizer Städte:

Bewohner*innen des ausgewählten Quartiers (unter der Voraussetzung erweiterter Bürgerbeteiligung im Wettbewerbszeitraum):

Designer*innen und Akteur*innen des Bausektors (Architekt*innen, Stadt- und Raumplaner*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Bauträger):

Nationaler und internationaler Diskurs:

Kooperationspartner*innen und teilnehmende Organisationen:

Wissenschaft & Hochschulen: Systemische Erkenntnissen und innovativen Praxisbeispiele für Einbezug in Lehre und CAS-Modulen.

Politik: Als wichtige Partner für das nachfolgende Mainstreaming von neuen Governance- und Partizipationsmodellen.

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?

Wir, Zwischenwelt Design, sind ein Team aus einem Umweltplaner, einem Ökonomen, einer Architektin, einer Organisationsentwicklerin und einer Ärztin [Siehe unsere Webseite]. Für die Wettbewerbseingabe und Förderung von Teilhabe wurden wir bereits von vielzähligen Menschen beraten, wobei wir während des Wettbewerbs Partnerschaften weiter ausbauen möchten. Unsere Rollen sind:

Berater*innen für den Wettbewerb:

Unser Teammitglied Lukas Vogel stellt als Angestellter am Departement ABLR [Architektur, Bau, Landschaft und Raumplanung] der OST die wissenschaftliche Begleitung und Möglichkeit zu Up-Scaling sicher.

Bedingungen, welche wir als Team dazu mitbringen, sind…

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?

Einzelkomponenten (z.B. Kollektive Governance-Experimente & Elemente biozentrischer Quartiere) wurden international getestet und zeigen die enge reziproke Verbindung von psychologischem Wohlbefinden und [Frei]raumplanung. Es bestätigt sich, dass Menschen ihr Selbstbild anhand neuartiger Erfahrungen erweitern können und Sharing-Ökonomien sowie gegenseitige Fürsorge sich natürlich [schrittweise] einstellen können. Auch zeigt sich, dass systemische Ansätze konter-kulturell sind und dringend stärkere Unterstützung brauchen.

Eine Umsetzung in systemisch-integrierter Weise im Zürcher Kontext ist neu und unseres Wissens nach in der Schweiz unbekannt. 

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende konkret erreicht haben?

Vom FUS erhoffen wir uns…

Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Missionsbeginn:

Monat 2-3:

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was?

CHF 22’500 für emergente Grundlagenarbeit, Good-Practice-Analyse, Workshops, Quartiersplanung, Moderation, Dokumentation & Creative Commons Aufbereitung.

Statt linearer Lösungen verbinden und erarbeiten wir ein Quartierskonzept, welches die Stadt der kurzen Wege und die Vision einer Sharing-Ökonomie radikal nach einem biozentrischen Weltbild interpretiert: als eine menschliche und nicht-menschliche Gemeinschaft der Fürsorge. Dafür bringen wir tieferliegende Fragen nach Identität, dem Zweck von Gemeinschaft und Wohlbefinden ins Herz eines Zürcher Quartiers [aktuelle Präferenz wäre hier einer der “Superblöcke” der Stadt Zürich]