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Pop-Up-Piazza: Ermutigung zur Quartierbelebung

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Welches grundlegende Problem adressiert ihr? Welche systemischen Problemhypothesen sind Ausgangspunkt für Euren Mainstreaming-Ansatz? 

Verkehrsberuhigte, lebendige und lebensfreundliche Quartiere sind eine wesentliche Grundlage für ein Ökosystem aus ressourcenleichten Wirtschafts- und Lebensstilen. Sie ermöglichen Langsamverkehr, soziale Kontakte und Einbettung, lokale Konsum- und Kulturangebote und sie fördern schliesslich Praktiken des Teilens, Reparierens und Tauschens. Konzepte wie Superblocks, 15-Minuten Städte oder 5-Minuten Quartiere beschreiben deren ökologischen und sozialen Vorteile.

Für individuelle Akteure ist es extrem anstrengend bis unmöglich, solche sozialraum- und stadtplanerischen Konzepte zu starten, geschweige denn umzusetzen: Einerseits weil die Entscheidungssysteme dafür komplex sind und mit verkehrplanerischen, kommerziellen und politischen Aspekten verwoben sind. Andererseits, weil die Idee und die Vision und damit oft auch das Bedürfnis nach solchen Quartieren zu wenig vorstellbar, zu wenig wünschenswert und somit auch kaum öffentlich artikuliert wird. Es bleibt eine stille Sehnsucht von wenigen. 

In immer mehr Städten wurden und werden solche Quartierkonzepte von kommunalen Verwaltungen ausgehend implementiert (zB. Begenungszonen, Superblocks). Aber: Es gibt noch sehr viele urbane Orte in der Schweiz, die weit davon entfernt sind, in den Genuss dieser Strukturen zu kommen, dies insbesondere in kleineren Städten und Agglomerationsgemeinden. Wir gehen davon aus, dass es in vielen dieser gesellschaftlichen und politischen Milieus zielführend ist, wenn der Anstoss für solche Entwicklungen durch eine Manifestation des Bedürfnisses aus der Bevölkerung geschieht. Beispiele in Athen, Barcelona, aber auch in Zürich (Röntgenplatz, Bullingerplatz), wo Quartierbewohner:innen zuerst eigenmächtig gehandelt haben, haben gezeigt, dass dieser Weg funktionieren kann und vielleicht der Anfang einer Begegnungszone oder eines Superblocks sein kann.

Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen? 

Letztlich möchten wir Gewohnheiten der Mobilität verändern: Quartiere wie oben beschrieben, ermöglichen letztlich kürzere Wege, aber auch Praktiken der kollaborativen Ökonomie.

Um diese Art von Quartierleben zu verbreiten, möchten wir mit unserem Ansatz aber in erster Linie die bestehenden Gewohnheiten in der Stadtplanung und Quartierentwicklung inspirieren: Wir suchen nach Wegen, wie sich die Bevölkerung dabei proaktiver einbringen kann und wie die Verwaltung das Quartier auf Anstoss und in Zusammenarbeit mit engagierten Akteuren aus der Bevölkerung entwickeln kann. 

Als potentielle Akteure fokussieren wir dabei auf junge Eltern, deren Kinder “quartier-mobil” werden. Ab 3 Jahren erstrecken Kinder ihren Bewegungs- und Entdeckungsradius auf Gebiete ausserhalb der Wohnung und des Hauses. Wir gehen davon aus, dass Elternteile, welche mit den Kindern zuhause sind, in dieser Phase ein besonders hohes Bedürfnis nach kinderfreundlichen und sicheren Quartieren haben.

Für solche Eltern wollen wir ein Angebot entwickeln, welches sie auf eine sehr niederschwellige Weise dazu inspiriert und befähigt, ihre unmittelbare öffentliche Umgebung mit einer temporären szenischen Intervention kinderfreundlicher zu gestalten. 

Zudem soll das Angebot sie befähigen und dazu ermutigen, sich anschliessend dafür zu engagieren, ihr Quartier regelmässig oder dauerhaft von Verkehr zu beruhigen und mit soziokulturellen Aktivitäten zu beleben. (zB mit einer Anleitung und einer Begleitung für Prozesse mit der kommunalen Verwaltung und politischen Akteuren).

Die Ausgangsideen des Angebots sehen in etwa so aus: Eltern in belasteten Quartieren können sich bewerben, um eine “Pop-Up-Piazza” für eine Strasse oder Strassenkreuzung in ihrer Nähe zu “gewinnen”. Diese besteht z.B. aus einer Toolbox mit einem Rasenteppich, einer Klappbank, einem Baum im Container, einer Wimpelgirlande und einem Pack Strassenkreide. Vielleicht eine aufblasbare Hüpfburg und Spielgeräte? Zudem enthält es Vorlagen sowie eine Anleitung für die Veranstaltung und die Bewerbung von einfachen sozialen Attraktionen. (zB: Flohmarkt, SirupBar, Konzert, BobbyCar-Parcour etc.). Des Weiteren ist denkbar und zu prüfen, ob Absperrband, eine Beschattung oder eine Vorlage für ein Bewilligungsgesuch enthalten sein müssen. Denkbar ist auch, dass Eltern sich nur im Tandem bewerben können (= Kern einer Community) und sich verpflichten müssen, mindestens eine Veranstaltung zu organisieren. Die Pop-Up-Piazza soll dazu führen, dass auf der entsprechenden Strasse oder Kreuzung der Verkehr temporär mindestens verlangsamt oder vermieden wird.

Dank der Entwicklung einer funktionierenden Marketing-Strategie für diese Zielgruppe, erhalten sozio-kulturell tätige Akteure eine Methode, mit der sie die Entwicklung von lebenswerten Quartieren anregen und fördern können. 

Temporäre Interventionen wie diese, welche positive Erlebnisse einer Veränderung und von Selbstwirksamkeit bewirken, können mittelfristig zu neuen Sehnsüchten und schliesslich zu politischen Prozessen führen oder diese unterstützen. Wenn genügend Menschen diese Erfahrungen machen, insbesondere auch in Agglomerationsgemeinden, kann dies letztlich zu grösserer Akzeptanz in der breiten Bevölkerung für solche Massnahmen und Lebensstile führen und das Mainstreaming weiter fördern.

Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie? 

Quartierbewohner:innen, insb. Familien und ältere Personen durch bessere Lebensqualität. Letztlich die ganze Bevölkerung sowie nachfolgende Generationen dank reduzierter Emissionen und Ressourcenverbrauch.

Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle? 

Das Projekt wird von ARC-Collective als Umsetzungspartner, zusammen mit der Departement Soziale Arbeit der ZHAW als Forschungspartner eingereicht.

Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen? 

Städte wie Zürich und Bern haben vielfältige Erfahrungen in der kollaborativen Entwicklung von Quartieren (z.B. “Begegnungszonen” oder Projekte durch den Fachstab Soziales Stadtleben und das Büro für Sozialraum & Stadtleben). Diese Prozesse werden im Gegensatz zu unserem Ansatz von der Stadtverwaltung angestossen und geführt. Erkenntnisse daraus sind aber nützlich für unsere Entwicklungsarbeit. 

Der Aktionstag “PARK(ing) Day” von Umverkehr zeigt, dass die Inspiration zu temporären Interventionen dort funktioniert, wo lokal politisierte und organisierte Gruppierungen mit dem nötigen organisatorischen Know How bestehen.

Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten 

Was erhofft ihr Euch von dem Booster 

Vereinfachter Zugang zu Verwaltungen und geeigneten Testgebieten. Interview-Möglichkeiten mit geeigneten Personen in der Verwaltung, ev. auch Daten über geeignete Quartiere, Strassen.

Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?

Personen, die sich mit Quartierentwicklung, Sozialraumentwicklung, Verkehrs- und Stadtplanung auskennen.

Wie viel Budget fordert ihr von uns für was 

Total: CHF 22'500

Wie können Quartierbewohner:innen dazu angeregt und befähigt werden, sich für eine verkehrsberuhigte und lebendige Nachbarschaft einzusetzen? Wir glauben: Wenn man ihnen mit der richtigen Ansprache ein passendes Angebot macht, eine "Pop-Up-Piazza" für ihr Quartier zu „gewinnen“, dann sind sie dazu bereit, sich für ein lebenswertes Quartier zu engagieren. Wir entwickeln dieses Angebot und die Marketingstrategie dazu.