AI Quick Summary
Adresse und Ort: Haus des Holzes, Centralstrasse 34, 6210 Sursee LU Baukonstruktion Fünfgeschossiges Gebäude aus Holz (lediglich das Untergeschoss in Massivbauweise. Das gesamte Tragwerk über dem Sockel, inkl. Treppenhaus und Liftschacht, wurde mit Holz gebaut. Selbst beim Bodenaufbau wurde der normalerweise zementöse Unterlagsboden durch eine Alternative aus Buchenholz ersetzt). Das Holztragwerk wurde als einfache Skelettkonstruktion mit Einfeld-Decken, durchlaufenden Unterzügen auf Stützen und eingeschossigen Wandkonstruktionen geplant. Dadurch haben Wand- und Fassadenelemente nur punktuell eine tragende Funktion und das System ist unabhängig vom Tragwerk. Das Gebäude kann künftig um ein Stockwerk aufgestockt werden. Durch die Trennung von Technik und Konstruktion können die Räume, aber auch Nasszellen und Küchen, bei Umnutzung flexibel neugestaltet werden, da die Leitungen nicht in der Konstruktion geführt werden, sondern teils sichtbar und zugänglich installiert sind. Decken Holz-Holz-Verbindungen: Das Gebäude wurde mit rückbaubaren Deckenaufbauten, Wandelementen und Stütz-Unterzugkonstruktionen gebaut. Diese sind ineinandergesteckt, verzahnt oder verschraubt. Statische Verbindungen sind nicht dafür gedacht, wieder getrennt zu werden. So mussten Bauteile neu gedacht und spezielle Verbindungen entwickelt werden. Beim Deckenaufbau kommen z. B. traditionelle Schiebeböden zum Einsatz. Die Aussteifung erfolgt über die Decken und Wände mit Hilfe von flächigen Brettsperrholzscheiben. Alle aussteifenden Elemente wurden gesteckt. Die horizontalen Lasten werden über eigens für dieses Gebäude entwickelte, verkeilbare Nocken-Passverbindungen und sogenannte X-fix-Verbinder kombiniert. X-fix-Verbinder sind metallfreie Schwerlastholzverbinder nach dem Doppelschwalbenschwanz-Prinzip, bestehend aus zwei konisch geteilten Teilen, welche schonend in dafür vorgesehene Ausfräsungen in den zu verbindenden Holzbauteilen eingeschlagen werden und so die Bauteile automatisch formschlüssig verbinden. Gebäudetechnik Für einen energieeffizienten Betrieb sorgen Lungenlüftungen, das Heizen und Kühlen über Brüstungsklimageräte sowie ein saisonales Erdsondenfeld als Energiequelle. Zwei PV-Anlagen gewährleisten eine hohe Eigenversorgung. Die überschüssige Energie aus der PV-Anlage wird in einer Salzbatterie gespeichert. Durch die Gebäudeautomationssteuerung wird der Wärmebedarf hauptsächlich mit selbst erzeugtem Strom gedeckt. Ein eigenverbrauchsoptimiertes Lastmanagement sorgt für das gezielte Nutzen dieser Energie. Umgesetzte zirkuläre Prinzipien Bei Planung und Ausführung lag der Fokus konsequent auf der zukünftigen Wiederverwendung der eingesetzten Materialien. Im Sinne des Bauens nach dem Kreislaufprinzip unter Berücksichtigung des Konzepts «Design for Disassembly» war es das Ziel, die Trennbarkeit jedes einzelnen Bauteils voneinander zu ermöglichen. Dies konnte maximal umgesetzt werden. Dafür wurden sämtliche Verbindungsmittel hinsichtlich ihrer späteren Lösbarkeit geprüft. Wo immer möglich, kamen reine, wieder lösbare Holz-Holz-Verbindungen zum Einsatz. Die Bauteile lassen sich dadurch sortenrein trennen und stehen somit einer erneuten stofflichen Nutzung zur Verfügung. Wo eine sortenreine Trennung nicht möglich war, wurde nach den gängigen Standards von mehrgeschossigen Holzbauten geplant. Bei identischen Spannweiten können so zwar nicht einzelne Bauteile, dafür aber ganze Deckenelemente wiederverwendet werden.Digitale Bauwerksdokumentation: Besonderes Augenmerk lag auf der Dokumentation der verwendeten Baustoffe und gebäudetechnischen Anlagen sowie deren Verortung und Erschliessbarkeit. Die Bauteilkonstruktionen und Konstruktionsdetails sind als Pläne in einer digitalen Bauwerksdokumentation mit ihren digitalen Abbildern verlinkt, über welche auch der Gebäudebetrieb erfolgt und Reparaturarbeiten dokumentiert werden. Darüber hinaus wurden die Bauteile in Schichttypen mit ihren jeweiligen Lebensdauern nach SIA 2032 gegliedert. Die Komponenten innerhalb der Schichttypen (Bauteilschichten) wurden mit Informationen zur Materialherkunft, dem CO2-Fussabdruck, der Materialgesundheit, der Demontagefähigkeit und werkstofflichen Trennbarkeit sowie der Materialverwertung versehen. So ist die fachgerechte Separierung und Wiederverwendung der Bauteile beim Rück- oder Umbau in Zukunft sichergestellt. Auswahlverfahren / Projektvorgaben Für die Projektbearbeitung wurden hauptsächlich Firmen beauftragt, die in einem Umkreis von max. 30km ansässig sind (Förderung regionaler Wirtschaft und Verringerung TGE durch kurze Anfahrt) Vergabekriterien für die ausführenden Unternehmen: Verständnis/Bereitschaft für die Arbeitsweise, Beitrag zum Weiterkommen der Baukultur auf dem digitalen Weg (von den etwa 320 Involvierten haben über 90 % zum ersten Mal mit der VDC- / BIM-Methode gearbeitet) und an letzter Stelle der Preis. Projekt-Link: https://www.pirminjung.ch/hausdesholzes Zusatz zu den Projektdetails: N.e. Primärrohstoff und Kreislauffähigkeit: Datenquelle Circularity Passport von EPEA Treibhausgase Betrieb: Datenquelle Minegie Excel Investitionskosten: BKP 1-5
Project Idea Description
Adresse und Ort: Haus des Holzes, Centralstrasse 34, 6210 Sursee LU
Baukonstruktion
Fünfgeschossiges Gebäude aus Holz (lediglich das Untergeschoss in Massivbauweise. Das gesamte Tragwerk über dem Sockel, inkl. Treppenhaus und Liftschacht, wurde mit Holz gebaut. Selbst beim Bodenaufbau wurde der normalerweise zementöse Unterlagsboden durch eine Alternative aus Buchenholz ersetzt). Das Holztragwerk wurde als einfache Skelettkonstruktion mit Einfeld-Decken, durchlaufenden Unterzügen auf Stützen und eingeschossigen Wandkonstruktionen geplant. Dadurch haben Wand- und Fassadenelemente nur punktuell eine tragende Funktion und das System ist unabhängig vom Tragwerk. Das Gebäude kann künftig um ein Stockwerk aufgestockt werden. Durch die Trennung von Technik und Konstruktion können die Räume, aber auch Nasszellen und Küchen, bei Umnutzung flexibel neugestaltet werden, da die Leitungen nicht in der Konstruktion geführt werden, sondern teils sichtbar und zugänglich installiert sind.
Decken
Holz-Holz-Verbindungen: Das Gebäude wurde mit rückbaubaren Deckenaufbauten, Wandelementen und Stütz-Unterzugkonstruktionen gebaut. Diese sind ineinandergesteckt, verzahnt oder verschraubt. Statische Verbindungen sind nicht dafür gedacht, wieder getrennt zu werden. So mussten Bauteile neu gedacht und spezielle Verbindungen entwickelt werden. Beim Deckenaufbau kommen z. B. traditionelle Schiebeböden zum Einsatz. Die Aussteifung erfolgt über die Decken und Wände mit Hilfe von flächigen Brettsperrholzscheiben. Alle aussteifenden Elemente wurden gesteckt. Die horizontalen Lasten werden über eigens für dieses Gebäude entwickelte, verkeilbare Nocken-Passverbindungen und sogenannte X-fix-Verbinder kombiniert. X-fix-Verbinder sind metallfreie Schwerlastholzverbinder nach dem Doppelschwalbenschwanz-Prinzip, bestehend aus zwei konisch geteilten Teilen, welche schonend in dafür vorgesehene Ausfräsungen in den zu verbindenden Holzbauteilen eingeschlagen werden und so die Bauteile automatisch formschlüssig verbinden.
Gebäudetechnik
Für einen energieeffizienten Betrieb sorgen Lungenlüftungen, das Heizen und Kühlen über Brüstungsklimageräte sowie ein saisonales Erdsondenfeld als Energiequelle. Zwei PV-Anlagen gewährleisten eine hohe Eigenversorgung. Die überschüssige Energie aus der PV-Anlage wird in einer Salzbatterie gespeichert. Durch die Gebäudeautomationssteuerung wird der Wärmebedarf hauptsächlich mit selbst erzeugtem Strom gedeckt. Ein eigenverbrauchsoptimiertes Lastmanagement sorgt für das gezielte Nutzen dieser Energie.
Umgesetzte zirkuläre Prinzipien
Bei Planung und Ausführung lag der Fokus konsequent auf der zukünftigen Wiederverwendung der eingesetzten Materialien. Im Sinne des Bauens nach dem Kreislaufprinzip unter Berücksichtigung des Konzepts «Design for Disassembly» war es das Ziel, die Trennbarkeit jedes einzelnen Bauteils voneinander zu ermöglichen. Dies konnte maximal umgesetzt werden. Dafür wurden sämtliche Verbindungsmittel hinsichtlich ihrer späteren Lösbarkeit geprüft. Wo immer möglich, kamen reine, wieder lösbare Holz-Holz-Verbindungen zum Einsatz. Die Bauteile lassen sich dadurch sortenrein trennen und stehen somit einer erneuten stofflichen Nutzung zur Verfügung. Wo eine sortenreine Trennung nicht möglich war, wurde nach den gängigen Standards von mehrgeschossigen Holzbauten geplant. Bei identischen Spannweiten können so zwar nicht einzelne Bauteile, dafür aber ganze Deckenelemente wiederverwendet werden.
Digitale Bauwerksdokumentation: Besonderes Augenmerk lag auf der Dokumentation der verwendeten Baustoffe und gebäudetechnischen Anlagen sowie deren Verortung und Erschliessbarkeit. Die Bauteilkonstruktionen und Konstruktionsdetails sind als Pläne in einer digitalen Bauwerksdokumentation mit ihren digitalen Abbildern verlinkt, über welche auch der Gebäudebetrieb erfolgt und Reparaturarbeiten dokumentiert werden. Darüber hinaus wurden die Bauteile in Schichttypen mit ihren jeweiligen Lebensdauern nach SIA 2032 gegliedert. Die Komponenten innerhalb der Schichttypen (Bauteilschichten) wurden mit Informationen zur Materialherkunft, dem CO2-Fussabdruck, der Materialgesundheit, der Demontagefähigkeit und werkstofflichen Trennbarkeit sowie der Materialverwertung versehen. So ist die fachgerechte Separierung und Wiederverwendung der Bauteile beim Rück- oder Umbau in Zukunft sichergestellt.
Auswahlverfahren / Projektvorgaben
- Für die Projektbearbeitung wurden hauptsächlich Firmen beauftragt, die in einem Umkreis von max. 30km ansässig sind (Förderung regionaler Wirtschaft und Verringerung TGE durch kurze Anfahrt)
- Vergabekriterien für die ausführenden Unternehmen: Verständnis/Bereitschaft für die Arbeitsweise, Beitrag zum Weiterkommen der Baukultur auf dem digitalen Weg (von den etwa 320 Involvierten haben über 90 % zum ersten Mal mit der VDC- / BIM-Methode gearbeitet) und an letzter Stelle der Preis.
Projekt-Link: https://www.pirminjung.ch/hausdesholzes
Zusatz zu den Projektdetails:
- N.e. Primärrohstoff und Kreislauffähigkeit: Datenquelle Circularity Passport von EPEA
- Treibhausgase Betrieb: Datenquelle Minegie Excel
- Investitionskosten: BKP 1-5