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HyperTiltFlow

Project Idea Metadata

Project Idea Description

HyperTiltFlow ist ein modular aufgebautes Automatisierungsprojekt zur Optimierung des B2C-Paketflusses im Sortierzentrum von Planzer. Ziel ist es, den heutigen Prozess nicht durch einen abrupten Systemwechsel zu ersetzen, sondern ihn in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten weiterzuentwickeln. Dadurch bleibt der laufende Betrieb stabil, während gleichzeitig diejenigen Prozessabschnitte automatisiert werden, in denen heute besonders viel manuelle Handhabung, ergonomische Belastung und Durchsatzverlust entsteht.

Folgend werden die Automatisierungsschritte anhand konkreter Produkte und Vorgehensweisen beschrieben. Die Anforderungen an das System wurden während dem E2E-Automation Workshop erarbeitet und mit dem zuständigen System Automation Engineer (Steve Corti) besprochen. Daraus entwickelte ich einen Automatisierungsprozess für das Abladen aus dem Zug bis hin zur Verarbeitung auf dem Fliessband. Die Schritte, welche auf die Verarbeitung und Sortierung auf dem Fliessband folgen, beleuchte ich hier absichtlich nicht, da ich die vorgeschlagenen Lösungen von anderen Workshop-Teilnehmenden als am sinnvollsten betrachte und diese hier aus Fairness nicht publik machen will, da diese Teilnehmenden ebenfalls ein Proposal einreichen werden.

Der erste Automatisierungsschritt von HyperTiltFlow ist die automatische Vereinzelung des eingehenden Paketstroms. Dafür wird der BEUMER Automatic Parcel Singulator eingesetzt. Dieses System überführt einen ungeordneten Bulk-Flow aus Paketen, Flats und Totes in einen präzise geordneten, separierten und ausgerichteten Einzelstrom. Genau dieser Schritt ist für das Projekt zentral, weil er den heute oft unruhigen und personalintensiven Eingangsfluss in einen kontrollierbaren, maschinenfähigen Infeed umwandelt. Dadurch entsteht die Grundlage für alle nachgelagerten Schritte, insbesondere für eine stabile Zuführung an Sortier- und Fördertechnik. 

Der zweite Automatisierungsschritt ist die kontrollierte Entladung loser Pakete aus Rollcontainern und Gitterboxen durch die BEUMER Container Tipping Station. Diese Station positioniert sich ausdrücklich als Teil eines automatisierten Parcel-Sortation-Systems und bietet eine schonende und kapazitätsorientierte Entladung von lose geladenen Paketen aus Roller Containers und Cages auf ein Förderband. Zusätzlich hebt BEUMER explizit hervor, dass die Tipping Station in Verbindung mit einem automatischen Singulator für die optimale Handhabung von Bulk-Parcels integriert werden kann. Genau diese Kombination macht die ersten beiden Schritte von HyperTiltFlow so schlüssig und leicht zu integrieren: Zuerst wird der eingehende Materialstrom kontrolliert entladen, danach automatisch vereinzelt und ausgerichtet. 

Erst im dritten Schritt wird der interne Rollcontainerfluss zwischen Entladung, Kippung, Vereinzelung und weiterer Prozesslogik automatisiert. Dafür eignet sich im B2C-Kontext besonders der A-MATE Lite von K.Hartwall. Mit einer Tragfähigkeit bis 600 kg, genügt er den Anforderungen, welche im Workshop in Lausanne besprochen wurden (Rollcontainer 200 - 300kg). A-Mate Lite

Parallel dazu ist ein schrittweiser Übergang auf faltbare, automationsfähige Rollcontainer vorgesehen. Ein passender Referenztyp ist der 2-sided Foldia von K.Hartwall. Dieses Modell ist faltbar mit Faltverhälntnis 5:1 und kann bis 400kg tragen. Damit erfüllt es nicht nur die gewünschte Traglastklasse, sondern verbessert auch die Leerlogistik, Flächeneffizienz und die Standardisierung des internen Materialflusses. Für ein Automatisierungsprojekt ist das strategisch wichtig, weil ein AMR-System umso robuster arbeitet, je einheitlicher und reproduzierbarer die Geometrie des Ladungsträgers ist. Faltbarer Rollcontainer

Obwohl der Fokus des Projekts klar auf dem B2C-Materialfluss liegt, eröffnet HyperTiltFlow gleichzeitig eine logische Perspektive für Synergien in der B2B-Automatisierung. Falls bei der B2B Paketverarbeitung im Sortierzentrum ebenfalls ein Ansatz mit AMRs gewählt würde, könnte die Flotte durch einen A-MATE FreeLift erweitert werden, welcher mit einer Hubhöhe von einem Meter ebefalls gestapelte Paletten aus dem B2B Bereich bearbeiten könnte.  FreeLift

Der besondere Mehrwert von HyperTiltFlow liegt damit nicht nur in den einzelnen Technologien, sondern in ihrer Reihenfolge der Einführung. Das Projekt startet nicht bei der schwierigsten Infrastrukturschnittstelle, sondern bei denjenigen Prozessschritten, die schnell standardisierbar, operativ wirksam und sichtbar entlastend sind: erst Vereinzelung, dann kontrollierte Kippung, danach automatisierter Rollcontainertransport mit gleichzeitiger Standardisierung der Ladungsträger. So entsteht ein belastbarer Transformationspfad mit niedrigerem Implementierungsrisiko, ohne dass die gesamte Anlage auf einmal umgebaut oder stillgesetzt werden muss

HyperTiltFlow ist ein modular aufgebautes Automatisierungskonzept zur schrittweisen Optimierung des B2C-Paketflusses im Sortierzentrum von Planzer. Im Zentrum stehen zunächst zwei klar definierte Automatisierungsschritte: die automatische Vereinzelung des Paketstroms mittels Singulator und die kontrollierte Entladung loser Pakete aus Rollcontainern mittels einer Container Tipping Station. Darauf aufbauend wird der interne Transport der Rollcontainer durch AMR-Technologie automatisiert und mittelfristig auf faltbare, automationsfähige Rollcontainer standardisiert. Das Konzept erlaubt eine stufenweise Integration ohne vollständigen Anlagenstillstand und schafft zugleich eine skalierbare Grundlage für spätere Erweiterungen.