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Helvetisierung der Material & Produkte Datensätze der Madaster Datenbank

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Was ist die Madaster Plattform?


Madaster hat es sich zur Aufgabe gemacht, Materialien für immer verfügbar zu machen, indem sie auf der Madaster Plattform eine Identität erhalten.


“Aufschreiben statt Abschreiben” - Materialien, die ein Identität haben, landen nicht wertlos auf der Deponie, sondern sind werthaltige Ressourcen. Jedes Gebäude wird als Depot von Ressourcen zur Wiederverwendung und -verwertung verstanden und konzipiert.


Gebäudeeigentümer oder ihre Dienstleister können ihre Liegenschaften auf Madaster registrieren. Die Daten und Dokumente der verwendeten Materialien, Komponenten und Produkte werden strukturiert und geben Auskunft über deren Standort im Gebäude, der Wiederverwendbarkeit und des CO2-Fussabrucks. Für jedes Gebäude wird ein Materialpass erstellt, wobei zusätzlich allen registrierten Materialien ein finanzieller Wert zugeschrieben wird. Je mehr Details in das Gebäudemodell einfliessen, desto aussagekräftiger und vielfältiger ist die Verwendungsmöglichkeit des Materialpasses. Komplexe Gebäude-Portfolios können sicher und einfach verwaltet werden. Informationen können zwischen verschiedenen Portfoliobesitzern ausgetauscht werden, wobei Madaster höchste Anforderungen an die Datensicherheit und Verfügbarkeit stellt.


Madaster hat das Ziel, den Kreislauf von Materialien und Bauprodukten zu schliessen. Damit Kreislaufwirtschaft in der Schweizer Bauwirtschaft in Gang kommt, braucht es Daten, Informationen, Tools und Anreizsysteme. Der Materialpass ist eine entscheidende Antwort darauf.


Materialpass und Zirkularität


Ein Materialpass konsolidiert Informationen über das Gebäude, dessen Bestandteile und verwendeten Materialien und Bauteile. Daraus ergibt sich ein Inventar, der sich im Bauwerk befindlichen Materialien. Darüber hinaus enthält der Materialpass Informationen über die Materialqualität, den Materialstandort sowie den finanziellen und zirkulären Wert der Materialien. Durch den Madaster Zirkularitätsindikator (ZI), basierend auf dem internationalen Open-Source Material Circularity Indicator (MCI) der Ellen MacArthur Foundation, wird die Gebäudezirkularität bewertet und ausgewiesen. Dazu werden die Gebäudematerialien und Produkte mit der Madaster Datenbank verknüpft.


Bei der Planung und Konzeption eines Gebäudes helfen die Informationen über den (zukünftigen) Materialwert und die Kreislauffähigkeit, zirkuläre Ambitionen zu verwirklichen. Dabei ist zentral, dass die Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerkes ausgewiesen werden und so gezielt optimiert werden kann.


Herausforderung


Alles beginnt mit der Dokumentation und Sammlung von relevanten Daten über das Bauwerk und dessen Bestandteile. Ohne eine qualitativ gute Datengrundlage können keine fundierten Bewertungen, Aussagen oder Rückschlüsse über die Materialisierung gemacht werden.


Die Madaster Plattform umfasst eine Materialdatenbank mit aktuell 220 erfassten Materialien und Produkten. Zu jedem dieser Elemente sind die Rohstoffherkunft und -verwertung hinterlegt. Diese generischen Daten müssen überprüft und dem Schweizer Durchschnitt der Wiederverwertung angepasst werden, da die Gebäudezirkularität im Materialpass aktuell weder dem Kantonalen noch dem gesamtschweizerischen Durchschnittswert gerecht wird. Da noch kein Schweizer Durchschnitt zur Wiederverwertung festgehalten wurde, muss ein solcher mit Branchen- und Materialexperten erst definiert werden.


Das Fehlen von konsolidierten Schweizer Materialdatenbank stellt eine grosse Herausforderung dar. Nebst kantonal variierenden Ressourcen- und Deponiestrategien erschwert die Vielzahl an zu validierenden Materialien und Produkten die Datenerhebung. Die Abwesenheit einer zentralen Schweizer Informationsquelle bedarf deshalb einer Vielfalt an Branchen- und Materialexperten mit spezifischem Fachwissen, um die notwendigen Daten zu erheben und zu validieren.

Ziele und Aufgaben des Projekts


Das Ziel ist es, die bestehende Madaster-Materialdatenbank für den Schweizer Markt zu validieren und einen gesamtschweizerischen Durchschnittswert zu generieren, um eine marktgerechte Gebäudezirkularität auszuweisen. Es soll die vorhandene Datenbank geprüft und für die hinterlegten Materialien die Angaben für Rohstoffherkunft, -verwertung und Lebensdauer aktualisiert werden. Die aktualisierten Angaben sollen dabei durch Branchenexperten vorgängig validiert werden.


Wer sind die Kunden und wie werden sie von der Lösung profitieren?


Dienstleister in der Immobilien- und Baubranche können über die Madaster Plattform ihre Pläne, Konzepte (auch für verschiedene Szenarien) während der Planung und Bauphase dem Immobilieneigentümer ausweisen, wodurch gemeinsam mehr kreislauffähig entwickelt und gestaltet werden kann.


Die Kundengruppen Gebäudeeigentümer und/oder ihre Dienstleister können ihre Liegenschaften auf Madaster registrieren, sich der validierten Schweizer Madaster Material- und Produktdatenbank bedienen und von nun an einen Materialpass erstellen, welcher die Gebäudezirkularität marktgerecht aufweist. Durch die Datentransparenz wird profitiert indem das Potential eines Materials oder Produkts am Ende einer Lebenszyklusphase aufgezeigt werden kann, um zu vermeiden, dass das Element zu Abfall wird. Dadurch kann die Nachhaltigkeit, Kreislauffähigkeit und der Fussabdruck auf die Umwelt aktiv gemanaged werden.


Ausserdem kommt dies der Europa Systematik dem Konstruktions- und Abbruchabfall Reporting entgegen. Die validierten Schweizer Daten erlauben somit die akkurate Auflistung der Materialien und Produkte per Lebenszyklusphase, welche z.b. für Wiederverwendung, Wiederverwertung, Rezyklierung, Verbrennung, oder Entsorgung vorgesehen sind.


Welche Personen/Unternehmen sind Teil des Teams und welche Rolle spielen sie?


Unternehmen Rolle


Madaster Services Switzerland Projektleitung

Madaster Shared Services Technische Umsetzung und Plattformentwicklung

Material- und Industrie Experten Lieferanten und Validierer der Schweizer Material- und Produktdaten


Wie wirkt sich die Idee positiv auf die Umwelt aus (z. B. Materialeinsparung, Reduzierung der CO2-Emissionen)?


Die Mehrwerte werden durch den Bauherren generiert, der den Materialpass für sein Gebäude bestellt. Die Validität und Genauigkeit des Materialpasses erhöht dessen Attraktivität für den Bauherren und bringt durch seine Anwendung unter anderem folgende Vorteile:


- Kosten und Materialersparnisse im Bau, Betrieb, Unterhalt und Rückbau,

- Eine Reduktion von CO2 durch Materialeinsparnisse, bewusstere Planung oder der Verwendung von umweltfreundlicheren Materialalternativen,

- Das Erfassen von Zirkularitäts-, Umwelt- und Verbraucherdaten im Betrieb als Nachweis für die “Gesundheit” des Gebäudes, welche für Reportings und dem Einhalten von Umweltrichtlinien, Normen und Gesetzen notwendig werden,

- Der Nachweis über die “Gesundheit” des Gebäudes und deren Fussabdruck auf die Umwelt,

- Das akkurate Erfassen der Gebäude als Rohstoffdepots und dem Wiederverwendungspotential der Materialien und Produkte für eine nachhaltige und zirkuläre Zukunft,

- Die Schritt-für-Schritt Etablierung des Madaster Materialpasses als Vergleichbarkeitstool und Standard an dem sich die Schweiz orientieren und ihn als Basis für Nachhaltigkeitszertifizierungen und CSR Reportings nutzen kann.


Wurde die Idee bereits getestet? Wenn ja, wie?


Madaster Deutschland hat sich für eine germanisierte Madaster Datenbank der Wecobis Material- und Produktedatenbank des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat beholfen. Die Rohstoffherkunft und -verwertung der Materialien und Produkte der Madaster Datenbank wurden einzeln mit Wecobis abgegleicht. Diese Information wurde pro Material in die Madaster Datenbank eingespeist und mit deren Zirkularitätsinformationen versehen.


Die bereits validierte Quelle erlaubte die Anpassung der generischen Madaster Datenbank für den nationalen Markt. Die Gebäudezirkularität wird bereits im Materialpass für Gebäude mit Standort Deutschland durch einen deutschen Durchschnittswert marktgerecht ausgewiesen.


Ein weiteres Beispiel ist jenes des Kunden Eberhard, Pionier in Bau und Umwelt seit über 60 Jahren, welcher eines seiner Gebäude auf der Madaster Plattform registrierte. Die Quelldaten wurde mit der Madaster Datenbank verknüpft, wodurch sich ein ZI von 10% ergab. Durch die manuelle Anreicherung und Anpassung der Rohstoffherkunft und -verwertung seitens Eberhard, stieg der ZI auf 61%. Dies deutete darauf hin, dass die generische Madaster Datenbank nicht dem Schweizer Marktdurchschnitt entspricht.


Woran würdet ihr während der Booster-Förderung arbeiten (z. B. Entwicklung des Geschäftsmodells, Bau eines ersten Prototyps, Material für die Prototypenherstellung usw.)? Was werden ihr am Ende des Booster-Programms als Endprodukt der Förderung vorlegen?


Es werden Daten für die generische Madaster Material- und Produktdatenbank (Prototyp) mit und von Experten gesammelt und validiert. Daraus entsteht ein gesamtschweizerischer “Material udn Produkte Standard”, welcher durch Madaster im Backend in den Prototypen eingeschleust. Am Ende des Booster-Programms wird die “helvetisierte” Madaster Material- und Produktdatenbank zur Verfügung stehen, welche die Gebäudezirkularität basierend auf einem gesamtschweizerischen Durchschnitt als Endprodukt im Materialpass marktgerecht ausweist. Dies kann dem Booster-Gremium anhand von echten Projekten veranschaulicht und vorgeführt werden.

Zur Zielerreichung bedarf es unter anderem der folgenden Aufgaben:


Abgleich mit der Materialdatenbank von Madaster Deutschland und erste Recherchen bezüglich Schweizer Marktstandard (bzgl. Rohstoffherkunft, -verwertung und -lebensdauer)

Roundtables mit Experten (ETH, EPFL, Empa, Industrieexperten, etc.) um:

o Projektgruppe aus Experten und Instanzen zu eruieren und diese zu instruieren

o Knowledge-Gap zu klären und Material-, sowie Produktedaten im Plenum auszutauschen und zu besprechen.

o Material- und Produktespezifikationen einzuholen und zu validieren

Anpassung der Materialdatenbank an Schweizer Marktstandard

● Validierung der Datenbank durch geeignete Experten

● Upload der helvetisierten Materialdatenbank auf der Madaster Plattform


Was erhofft ihr euch vom Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partnern, Unterstützung durch Experten usw.)?


Wir verfolgen das Ziel von Forschungseinrichtungen, wie der EMPA, ETH, EPFL sowie Material- und Branchenexperten, Material- und Produktexpertisen zu erhalten. Durch deren Kontribution zur Madaster Datenbank streben wir somit an, eine wissenschaftliche Validität der gemeinsam erarbeiteten Daten zu erhalten. Des Weiteren sind wir überzeugt, dass wir nicht nur von Experten aus dem Netzwerk des CBI profitieren, sondern uns mit weiteren Instanzen vernetzen können, um die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz voranzutreiben.

Madaster bewertet die Gebäudezirkularität durch die Verknüpfung der Bauwerkelemente mit den auf der Plattform verfügbaren Datenbanken. Ein gesamtschweizerischer Marktstandard zur Materialisierung ist jedoch unbekannt. Nebst kantonal variierenden Ressourcen- und Deponiestrategien erschwert die Vielzahl an zu validierenden Elementen die Datenerhebung. Die Abwesenheit einer zentralen Informationsquelle bedarf einer Vielfalt an Experten, um die notwendigen Daten zu erheben und zu validieren.