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Green Paper - Diskussionspapier: Tarifmodelle in der dezentralisierten Energiewelt – Tarifsystem-Ansatz, um den gegensätzlichen Bedürfnissen von Prosumenten und Verteilnetzbetreibern gerecht zu werden.

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Project Idea Description

Der Preiszerfall und die starke Verbreitung von Photovaltaikanlagen (PVA) hat in der letzten Dekade dazu geführt, dass private Haushalte und Industriebauten zu Prosumenten wurden und einen Teil ihres Strombedarfs mit Solarenergie decken. Die Investition in PVAs lohnt sich schon seit einiger Zeit: Netz- und Energiekosten werden eingespart, womit die PVA Jahr für Jahr amortisiert wird. Die nächste Disruptionswelle geht nun von Batteriespeichersystemen aus, welchen wegen der Nachfrage aus der Automobilindustrie ein äusserst markanter Preiszerfall bevorsteht und zu noch autarkeren Prosumenten führt.

Der Transformation des heutigen zentralen Energiesystems hin zum dezentralen Energiesystem mit vielen kleinen Produzenten dürfte also nichts im Wege stehen? Nicht ganz: Verteilnetzbetreiber sind über diese Entwicklung nicht nur erfreut, da sie dem teilautarken Prosumenten noch die gleiche Dienstleistung erbringen müssen, obwohl die Prosumenten wegen des Eigenverbrauchs weniger Netzkosten zahlen. Bei dieser Dienstleistung handelt es sich um die Vorhaltung der elektrischen Leistung (Kilowatt, kW). De facto schlüpft der Verteilnetzbetreiber in die Rolle des Versicherers, der bei einem Ausfall des eigenen Prosumer-Systems oder bei Tagen mit schlechter PV-Ausbeute den erwünschten Komfort bieten kann. Ursache für diesen sich wohl verschärfenden Konflikt ist das bisherige Tarifsystem aus der zentralisierten Energiewelt. Darin wird die genannte Versicherungsleistung (Netzentgelt) proportional zur gelieferten Energie erhoben, was auf VNB Seite die Frage nach der Finanzierung aufwirft und auf der Prosumenten Seite keinerlei Anreize schafft einen Beitrag zu einem stabilen Netz zu leisten.

Mit diesem Green Paper schlagen wir die quantitative Prüfung eines Tarifsystems vor, das die Möglichkeit bieten könnte, im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen von Prosumenten und Verteilnetzbetreibern ausgleichend zu wirken. Durch den Einsatz von Batteriesystemen ist neu möglich, dass Prosumenten nicht nur ihren eigenen Strom speichern, sondern die Möglichkeit erhalten netzschonend zu agieren und dafür entsprechend – via Tarifsystem – entschädigt werden. Der Leistungsbezug über eine fixierte Periode soll durch das Tarifsystem «versichert» werden können. Prosumenten mit entsprechendem Batteriesystem können also eine tiefere Bezugsleistung versichern und zahlen entsprechend weniger Netzkosten. Die maximale Netzbelastung im Versorgungsgebiet eines VNBs könnte so stabilisiert werden oder mit steigender Dezentralisierung gar reduziert werden. Im Weiteren gäbe dieses Tarifsystem dem VNB potentiell die Möglichkeit die Netzkosten auch in einem dezentralen Energieversorgungssystem «fair» zu erheben.

Dieses Green Paper dient als Diskussionsgrundlage, um die Grundidee qualitativ zu beschreiben und auf dieser Basis ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen zu stellen, welches diese Grundidee mittels Simulationsmodellen quantitativ prüft. Immer mit dem Ziel zwischen VNB und Prosument eine Win-Win Situation zu erzeugen.

Der Tarifsystem-Ansatz basiert darauf, dass Verbraucher (insbesondere jene mit Produktion) via Tarifsystem motiviert werden, durch den Einsatz von Batteriesystemen selber einen Teil der elektrischen Leistung vorzuhalten.

Dieses Paper dient dazu, die Grundidee qualitativ zu beschreiben und ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen zu stellen, welche diese Grundidee mittels Simulationsmodellen quantitativ prüft. Immer mit dem Ziel zwischen VNB und Prosument eine Win-Win Situation zu erzeugen.