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Holz im Loop

Project Idea Metadata

Project Idea Description

Der Bausektor ist für 50% des Ressourcenverbrauchs und 40% der CO2 Emissionen verantwortlich. Der voranschreitende Klimawandel und die Endlichkeit von Ressourcen fordern dringend neue Konzepte, wie im Bausektor Kreisläufe geschlossen und CO2 Emissionen reduziert werden können. Der verstärkte Trend in den unterschiedlichen Sektoren zur Nutzung biogener Ressourcen wird den Druck auf die Ressource Frischholz signifikant erhöhen. Laut WSL Bericht der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft fielen in der Schweiz in 2017 ca. 1 Mio. Tonnen Altholz an, die z.T. ins Ausland exportiert werden und dort sowohl stofflich als auch energetisch genutzt werden. Für das im Inland verbleibende Altholz sehen die Verwertungswege ähnlich aus. Auch hier wird der Großteil des Altholzes verbrannt und nur ein sehr kleiner Teil stofflich verwertet. Das Projekt zielt darauf ab über einen innovativen Ansatz im Umgang mit schadstoffbelasteten Hölzern, diese enormen Ressourcen für die stoffliche Verwertung nutzbar zu machen und im Kreislauf zu halten. So kann verhindert werden, dass das im Holz gespeicherte CO2 frühzeitig freigesetzt wird. Zudem können für den Bausektor wertvolle Rohstoffe für die Sanierung aber auch den klimaneutralen Neubau von Gebäuden bereitgestellt werden.


Die Kunden eines solchen Projektes können Holzbauunternehmen sein, die durch den Ansatz Zugang zu kostengünstigem Bauholz bekommen aber auch holzverarbeitende Betriebe, die zukünftig Altholz anstelle oder zusätzlich zu Frischholz verarbeiten werden. Es wird davon ausgegangen, dass sich bei erfolgreicher Umsetzung ein Markt mit entsprechenden Infrastrukturen um die Ressource Altholz entwickeln wird. Dieser beinhaltet Unternehmen, die die Ressource lagern aber auch vertreiben. Zudem profitieren auch Bauherr:innen von einer solchen Lösung, da der vermehrte Einsatz von Altholz dem enormen Druck auf den Holzpreis entgegenwirkt. Am Ende profitiert auch die Gesellschaft von den positiven Auswirkungen auf die Umwelt.


Andrea Klinge, Professorin für Zirkuläres Bauen an der FHNW in Muttenz und Tischlerin, beschäftigt sich seit Jahren mit der Ressource Holz, dem Holzbau und forscht zudem zum Einsatz von Altholz im Bausektor. Im Rahmen des EU geförderten Forschungsvorhabens RE4 entwickelte sie ein Außenwandelement auf Basis von Altholz. Im Forschungsprojekt ‚Holz im Loop‘ hat sie die Projektleitung inne und ist verantwortlich für die Entwicklung eines konzeptionellen Ansatzes.


Hans Emmenegger, Zimmermann bei Husner AG Holzbau, greift auf eine langjährige Erfahrung im Holzbau zurück, die die Bereiche Planung, Umsetzung sowie auch Rückbau beinhalten. Im Rahmen von unterschiedlichen Holzbau- aber auch Forschungsprojekten beschäftigte er sich mit dem Einsatz von Altholz im Bausektor. Im Forschungsprojekt ‚Holz im Loop‘ ist er verantwortlich für die den Rückbau und die Bereitstellung von Altholz sowie die technische Umsetzung der Projektidee.


Die Idee wirkt sich mehrfach positiv auf die Umwelt aus. Durch die Umlenkung der Stoffströme kann der Ressourcenverbrauch im Bausektor stark gesenkt werden. Es wird erwartet, dass bei erfolgreicher Umsetzung des Projektes zwischen 60% - 80% des Altholzes sowohl in Massivholzprodukten als auch in Dämmstoffen eingesetzt werden können. Bei einem Altholzvolumen von ca. 1 Mio Tonnen wären das 600.000 – 800.000 Tonnen. Diese Produkte können CO2 intensive Baustoffe wie Stahlbeton oder erdölbasierte Dämmstoffe ersetzen, was zu einer enormen CO2 Einsparung durch die Substitution führen würde. Zudem können CO2 Emissionen reduziert werden, da der Transport des Altholzes ins Ausland zukünftig entfallen würde aber auch, da das im Altholz gespeicherte CO2 langfristig im Kreislauf gehalten wird. Letzteres dürfte zu einer Reduktion von ca. 660.000 – 880.000 Tonnen CO2 führen. Da die Thematik in den meisten Europäischen Ländern vorherrscht, können Lösungsansätze ins Europäische Ausland exportiert und auch dort umgesetzt werden, was sowohl den Ressourcenverbrauch als auch die CO2 Emissionen signifikant senken würde.


Die Idee wurde bisher nur rudimentär getestet. Im Rahmen des Forschungsvorhabens RE4 wurden an Holzproben aus 3 unterschiedlichen Gebäuden Schadstoffuntersuchungen im Labor geführt. Dabei konnte festgestellt werden, dass a) nicht alle Hölzer aus dem Rückbau schadstoffbelastet waren und b) bei belasteten Hölzern, die Eindringtiefe entscheidend für die weitere Nutzung des Holzes war. Diese Erkenntnisse sollen im Rahmen des Projektes ‘Holz im Loop’ verifiziert und dafür genutzt werden einen Ansatz zu entwickeln, wie Schadstoffe sicher abgetrennt werden können, um die verbleibenden Holzquerschnitte zukünftig stofflich nutzen zu können.


Während der Booster Förderung soll an einem Konzept im Umgang mit Schadstoffen gearbeitet werden, das in der Praxis prototypisch getestet wird. Am Ende des Boosters soll ein geprüftes Konzept als Beschrieb sowie Anschauungsobjekte vorliegen, die das Konzept erläutern. Im Idealfall werden die Ergebnisse von den Normungsausschüssen aufgegriffen und können zukünftig in die Normung einfließen.


In erster Linie ermöglicht der Booster die Auseinandersetzung mit dieser sehr wichtigen Thematik und die Erarbeitung eines Lösungsansatzes. Wir erwarten uns von dem Booster Impulse von und einen Austausch mit anderen Experten und eine hohe Sichtbarkeit über die Innovationsplattform

Altholz , was aus dem Rückbau von Gebäuden anfällt, wird bislang überwiegend energetisch verwertet. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen Lösungsansätze erarbeitet werden, die aufzeigen, wie Altholz zur Ressource wird und im Kreislauf gehalten werden kann.