Mehrweg in Arztpraxen - Reuse in medical practices
Project Idea Metadata
- Project Idea Name: Mehrweg in Arztpraxen - Reuse in medical practices
- Date: 5/6/2025 2:03:49 PM
- Administrators:
Project Idea Description
Currently, more and more doctors are moving to disposible instruments. The old tradition of sterilisation is loosing ground, we are faced with huge waste impact and long-distance supply chains in the health sectors. Especially in cities, where the distances are short and the infrastructure of services and logistics are established, reusable solution should be possible.
In a first step, we want to understand if the trend is already real or still in an early stage, why the doctors are moving to single-use, disposible instruments and what they need to return or start with reusable instruments. Therefore, we plan a questionaire and some interviews.
Depending on the results, we want to find partner and build alliances to digg deeper and prepare a field project in 2026. Depending on the results and insights based on the questionare, the field project leads to a comparision of possible solutions by collecting data for different LCA in parallel, e.g. one focusing on inhouse sterilisation, one focusing on external sterilisation and one focusing on single-use, all three for the same type of instruments. This gives a comparability of the different solutions concerning the ecological impact and identifies aspects with greater impacts.
Why is this an issue for a City of Short Distances? It needs a good health infrastructure as well! Especially family doctors or general practitioners are needed and they contribute to waste or local value chains as well.
Deutsche Darstellung: Die Schweiz ist kein Mehrwegland, hier scheint Kreislaufwirtschaft zu stark als Recycling gesehen zu werden. Dabei hat Mehrweg gerade aus Material- und Umweltsicht sehr grosse Vorteile, u.a. auch die Abhängigkeit zu billig produzierenden Ländern und die langen Transportwege zu reduzieren. Im Gesundheitswesen schreitet der Umstieg auf billige Einweg-Instrumente rasch voran, insbesondere in den Arztpraxen. Wir vermuten eine Verkettung sich ungünstig kombinierender Gründe. Doch die Pandemie hat gezeigt, was es heisst, von langen Transportwegen abhängig zu sein. Mehrweg kann im Gesundheitswesen die Versorgungssicherheit stärken und lokale Wertschöpfung erhöhen. Zu einer 15-Minuten-Stadt gehört auch eine medizinische Grundversorgung.
Welche Gewohnheiten möchtet Ihr durch welchen Ansatz wie verändern oder mainstreamen?
Die Generation der Ärzte, die allmählich in Pension geht, kannte es noch als selbstverständlich, dass ein Grossteil der Instrumente sterilisiert wird, während die junge Generation mit Einweginstrumenten geschult wird, ja sie sogar von Herstellern als “ökologischer” angepriesen werden. Unser Ziel ist es, Mehrweg in Arztpraxen wieder als Standard für Instrumente zu etablieren. Das heisst aber nicht, die Uhren einfach zurückzustellen, sondern neue Möglichkeiten und Wege in das Vorhaben zu integrieren.
Wer wird vom Mainstreamen profitieren und wie?
Die Arztpraxen profitieren von kleineren Einkaufsvolumen, weniger Abfall und qualitativ besseren Instrumenten, Patienten und Arztpraxen profitieren von grösserer Versorgungssicherheit, lokale Dienstleister wie Kurriere, Labore oder andere Sterilisationsanbieter von neuen Marktchancen, die Gesellschaft von weniger Müll, denn die benutzen Geräte werden i.d.R. verbrannt, da sie mit Körperflüssigkeit kontaminiert sind.
Welche Personen/Organisationen gibt es in Eurem Team und was ist ihre Rolle?
Wir sind innerhalb von Pusch ein 4-köpfiges Team, das sich den Themen Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Beschaffung widmet. Aus diese Team fokussieren sich 2 Personen auf das Thema. Des weiteren sind wir im engen Austausch mit dem Ärzteverband FMH, der uns berät und die Türen zu den Fachverbänden und möglichen weiteren Stakeholdern öffnen kann.
Wurde die Idee (in Varianten) bereits getestet? Wenn ja, mit welchen Erkenntnissen?
Bisher haben wir Interviews mit diversen Ärzten und Verbänden geführt sowie eine Literaturrecherche gemacht, um auf dem aktuellen Stand der Studien und Ökobilanzen zu sein. Da die Sterilisation nicht separat verrechnet wird, gibt es keine schweizweiten Daten über den aktuellen Stand, wer wo wieviel noch sterilisiert. Die Fachverbände gehen von kantonalen Schwankungen aus. Die Ökobilanzen zeigen klar den Vorteil von Mehrweg auf, werden aber gerne von nicht-Beteiligten nicht anerkannt oder abgelehnt. Das Thema bewegt und hat es vor kurzem in den Tagesanzeiger geschafft.
Woran möchtet ihr während des Boosters arbeiten? Was erhofft ihr, werdet ihr am Ende des Boosters konkret erreicht haben?
Unser Ziel ist eine Durchführung einer Umfrage, um a) konkrete Zahlen zur Situation zu erheben und b) die Gründe für den Wechsel auf Einweg besser zu verstehen, damit wir c) mögliche Ansätze entwickeln können, um den Trend zu stoppen und mittelfristig umzukehren. Idealerweise haben wir am Ende des Jahres eine Idee eines Feldversuchs und mögliche Partner dafür. Mit dem Feldversuch in 2026 möchten wir entweder Daten für eine vergleichende Ökobilanz erheben (3 Szenarien parallel erheben und auswerten, unsere aktuelle Annahme) oder Aspekte, die sich aus der Auswertung ergeben haben, mit konkreten Lösungsansätzen pilothaft umsetzen.
Für die Durchführung der Umfrage sind wir aktuell in Kontakt mit Fachverbänden, um mit einem Fachverband die Durchführung zu planen.
Was erhofft ihr Euch von dem Booster (z. B. Suche nach bestimmten Partner:innen (wenn ja, wem?), Verknüpfung mit der Verwaltung usw.)?
Wir wünschen uns akademische Unterstützung, damit wir gerade jetzt am Anfang das Vorhaben gut aufgleisen und die Basis legen, um das Ziel von Mehrweg in Arztpraxen weiterverfolgen zu können. Wir planen den Aufbau von Kontakten zu Behörden ebenso wie zu Schweizer Herstellern von medizinischen Instrumenten – auch hierbei können akademische Kontakte helfen.
Wen braucht ihr als Expert:in, um die Idee weiter voranzutreiben?
Wir sind nicht die Sterilisationsexperten, ein Kontakt, der uns in die Tücken und Möglichkeiten einführt, könnte ebenfalls sehr hilfreich sein. Auch würde es helfen zu verstehen, worauf Hersteller von Instrumenten achten sollten / könnten, um für die Sterilisation zu designen.
Budget: Aus Budgetsicht kalkulieren wir mit 2 Expert:innen, eine mit Expertise mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft / Mehrweg und eine mit Expertise Sterilisation (von medizinischen Instrumenten), wissen aber nicht, wieviel das in Geld ist. Für die Erstellung des Fragebogens plus Versand rechnen wir CHF 5’000, für die Auswertung als Basis für die Planung 2026 nochmals CHF 10’000.
In medical practices, the use of disposable instruments is more and more replacing the previous practice of sterilisation. We want to understand why this change is happening now and how to make a turnaround to reuse by using sterilisation. Especially in the health sector, security of supply is an important. Short distances in Swiss cities might be a key to find practical solutions and embed a local value chain to support local doctors if it is not practical anymore to do the sterilisation in the office. We want to find good levers for follow-up projects.